nnz-Forum: Wie damit umgehen?
Mittwoch, 04. Februar 2009, 12:52 Uhr
Die nnz hatte gestern über einen Anschlag auf die Wanderausstellung "Opfer rechter Gewalt in Deutschland" in Heiligenstadt berichtet. Dazu die Anmerkung eines Leser im nnz-Forum.
Der "Tagespiegel" schrieb einst: "Grobkörnige Porträts und blinde Flächen da, wo keine Fotos existieren, dazwischen Spiegel mit der Aufschrift: Zuschauer? Opfer? Täter? Und in Gedanken: Was bin ich?" Eine einfache Antwort fällt schwer, sollte schwer fallen! Eine pauschale "Ja, Nein!"-Antwort scheint möglich. Doch, fängt damit eigentlich nicht erst das darüber nachdenken an? - Welches weitere Fragen aufwirft, aufwerfen sollte?
Für einige Personen aus Heiligenstadt bzw. dem Eichsfeld dürfte auf die Frage "Täter?" klar die Antwort "JA!" zutreffen. Und es darf, ja muss, davon ausgegangen werden, dass es für sie keine weiteren Fragen aufwirft, denn für sie ist es eine "Ehre" Täter zu sein. Wie ist sonst die Aktion vom 2. auf den 3. Februar 2009 zu deuten?
In der Nacht vom 2. auf den 3. brachten "Täter" aus der rechtsextremen Szene - "Freier Widerstand Eichsfeld" - ein Transparent mit der Aufschrift "wegen Lügen geschlossen" am Tor des Ausstellungsortes "Villa Lampe", in Heiligenstadt, an. So hatten die "Täter" mit einer Eisenkette und dem dazugehörigen eigenen Schloss das Tor zu der Einrichtung verschlossen und beschriebenes Transparent angebracht.
Mit dieser gezielt organisierten Aktion werden die Opfer der Ausstellung und darüber hinaus alle Opfer rassistisch und rechtsextrem motivierter Gewalt verunglimpft und verhöhnt.
Das die Aktion ein Beleg dafür ist, dass es im Eichsfeld organisierte rechte Strukturen gibt, kann nicht bezweifelt werden. Die (Er-)Kenntnis ist für AntifaschistInnen aus der Region nicht neu. Entgegen den Behauptungen der Polizei, welche den Freien Widerstand Eichsfeld als bisher nicht in Erscheinung getretene Gruppierung bezeichnet, weisen AntifaschistInnen seit 2000 auf deren Existenz hin. Damals wurde sie unter dem Namen "Kameradschaft Eichsfeld" von Thorsten Heise gegründet. Der "Freie Widerstand" tritt heute auch unter dem Namen Kameradschaft Eichsfeld oder Eichsfeldwehr auf und setzt sich aus der Kameradschaft Leinefelde und dem Freien Widerstand Heiligenstadt zusammen.
Mitglieder dieser rechtsextremen Gruppierung(-en) haben in den letzten Jahren öffentlich zu Gewalttaten gegen linke Jugendliche aufgerufen und besitzen sogar Schusswaffen. Beim "WB"-Versand, des Kameradschaftsmitgliedes und gleichzeitigen Mitglied des NPD-Bundesvorstands, Thorsten Heise, aus Fretterode, lassen sich neben Rechtsrock-CDs auch kugelsichere Westen, Schlagstöcke aus Metall und Baseball-Schläger kaufen. Aber damit hören die Verstrickungen zwischen NPD und dem Freien Widerstand nicht auf. Seit dem Amtsantritt Udo Voigts als Bundesvorsitzender der NPD, wirbt die Partei gerade um diese ungebundenen Neonazis und bindet sie unter anderem als Helfer bei Infoständen und Kundgebungen ein.
Im Eichsfeld, wie auch bundesweit zu beobachten, ist der personelle Übergang zwischen NPD und gewalttätigen Neonazis fließend. Für das Eichfeld ist natürlich an erster Stelle der bereits genannte Thorsten Heise zu nennen, welcher immer wieder sein Grundstück und Wohnhaus für Kameradschafts- und Liederabende zu Verfügung stellt. Aber auch andere Mitglieder lassen sich beiden Gruppen zuordnen. So sei an dieser Stelle beispielsweise Heiko R., Kassenprüfer der NPD Eichsfeld genannt. Heiko R. ist unter anderem bei dem Thüringer Heimatschutz aktiv, welcher eine Art "Überverband" rechtsextremer Thüringer Kameradschaften ist. Im "Thüringer Heimatschutz" ist auch der "Freie Widerstand Eichsfeld" organisiert.
AntifaschistInnen weisen seit Jahren auf die rechtsextreme Szene im Eichsfeld und deren Verquickungen hin - Bieten an, ihr Wissen (mit-)zu teilen, sich zu vernetzen, sich mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen zu tun, um gemeinsam und entschlossen sich der rechtsextremen Szene, der menschenverachtenden Ideologie und den rechtspopulistischen Tendenzen entgegen zu stellen.
Nach der Aktion und den (Er-)Kenntnissen bleibt die Frage: "Wie werden Bevölkerung, Politiker, Presse und Staatsorgane mit dieser Situation umgehen?"
Thorsten Platow, Nordhausen
Der "Tagespiegel" schrieb einst: "Grobkörnige Porträts und blinde Flächen da, wo keine Fotos existieren, dazwischen Spiegel mit der Aufschrift: Zuschauer? Opfer? Täter? Und in Gedanken: Was bin ich?" Eine einfache Antwort fällt schwer, sollte schwer fallen! Eine pauschale "Ja, Nein!"-Antwort scheint möglich. Doch, fängt damit eigentlich nicht erst das darüber nachdenken an? - Welches weitere Fragen aufwirft, aufwerfen sollte?
Für einige Personen aus Heiligenstadt bzw. dem Eichsfeld dürfte auf die Frage "Täter?" klar die Antwort "JA!" zutreffen. Und es darf, ja muss, davon ausgegangen werden, dass es für sie keine weiteren Fragen aufwirft, denn für sie ist es eine "Ehre" Täter zu sein. Wie ist sonst die Aktion vom 2. auf den 3. Februar 2009 zu deuten?
In der Nacht vom 2. auf den 3. brachten "Täter" aus der rechtsextremen Szene - "Freier Widerstand Eichsfeld" - ein Transparent mit der Aufschrift "wegen Lügen geschlossen" am Tor des Ausstellungsortes "Villa Lampe", in Heiligenstadt, an. So hatten die "Täter" mit einer Eisenkette und dem dazugehörigen eigenen Schloss das Tor zu der Einrichtung verschlossen und beschriebenes Transparent angebracht.
Mit dieser gezielt organisierten Aktion werden die Opfer der Ausstellung und darüber hinaus alle Opfer rassistisch und rechtsextrem motivierter Gewalt verunglimpft und verhöhnt.
Das die Aktion ein Beleg dafür ist, dass es im Eichsfeld organisierte rechte Strukturen gibt, kann nicht bezweifelt werden. Die (Er-)Kenntnis ist für AntifaschistInnen aus der Region nicht neu. Entgegen den Behauptungen der Polizei, welche den Freien Widerstand Eichsfeld als bisher nicht in Erscheinung getretene Gruppierung bezeichnet, weisen AntifaschistInnen seit 2000 auf deren Existenz hin. Damals wurde sie unter dem Namen "Kameradschaft Eichsfeld" von Thorsten Heise gegründet. Der "Freie Widerstand" tritt heute auch unter dem Namen Kameradschaft Eichsfeld oder Eichsfeldwehr auf und setzt sich aus der Kameradschaft Leinefelde und dem Freien Widerstand Heiligenstadt zusammen.
Mitglieder dieser rechtsextremen Gruppierung(-en) haben in den letzten Jahren öffentlich zu Gewalttaten gegen linke Jugendliche aufgerufen und besitzen sogar Schusswaffen. Beim "WB"-Versand, des Kameradschaftsmitgliedes und gleichzeitigen Mitglied des NPD-Bundesvorstands, Thorsten Heise, aus Fretterode, lassen sich neben Rechtsrock-CDs auch kugelsichere Westen, Schlagstöcke aus Metall und Baseball-Schläger kaufen. Aber damit hören die Verstrickungen zwischen NPD und dem Freien Widerstand nicht auf. Seit dem Amtsantritt Udo Voigts als Bundesvorsitzender der NPD, wirbt die Partei gerade um diese ungebundenen Neonazis und bindet sie unter anderem als Helfer bei Infoständen und Kundgebungen ein.
Im Eichsfeld, wie auch bundesweit zu beobachten, ist der personelle Übergang zwischen NPD und gewalttätigen Neonazis fließend. Für das Eichfeld ist natürlich an erster Stelle der bereits genannte Thorsten Heise zu nennen, welcher immer wieder sein Grundstück und Wohnhaus für Kameradschafts- und Liederabende zu Verfügung stellt. Aber auch andere Mitglieder lassen sich beiden Gruppen zuordnen. So sei an dieser Stelle beispielsweise Heiko R., Kassenprüfer der NPD Eichsfeld genannt. Heiko R. ist unter anderem bei dem Thüringer Heimatschutz aktiv, welcher eine Art "Überverband" rechtsextremer Thüringer Kameradschaften ist. Im "Thüringer Heimatschutz" ist auch der "Freie Widerstand Eichsfeld" organisiert.
AntifaschistInnen weisen seit Jahren auf die rechtsextreme Szene im Eichsfeld und deren Verquickungen hin - Bieten an, ihr Wissen (mit-)zu teilen, sich zu vernetzen, sich mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern zusammen zu tun, um gemeinsam und entschlossen sich der rechtsextremen Szene, der menschenverachtenden Ideologie und den rechtspopulistischen Tendenzen entgegen zu stellen.
Nach der Aktion und den (Er-)Kenntnissen bleibt die Frage: "Wie werden Bevölkerung, Politiker, Presse und Staatsorgane mit dieser Situation umgehen?"
Thorsten Platow, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz/knDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
