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Forschungsarbeit nötig

Mittwoch, 11. Februar 2009, 07:05 Uhr
Der gestrige Vortrag zum Thema „Im Zeichen des Kreuzes – Frühmittelalterlicher Landesausbau der Region um Sondershausen“ fand viel Beachtung, zeigte aber auch auf, dass noch viel Forschungsarbeit notwendig ist...

Fast 100 Besucher hatten dich gestern Abend im Saal der Kyffhäusersparkasse eingefunden, um dem sehr interessanten Vortrag von Dr. Diethard Walter, Gebietsreferent für Nordthüringen im Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar zu hören. Dr. Walter erläuterte nochmals anschaulich die Funde, die bisher an der Ortsumfahrung Sondershausen und auf dem Frauenberg gemacht wurden.

Vortrag Ausgrabungen Frauenberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Vortrag Ausgrabungen Frauenberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Dabei reichte sein Spannungsbogen von der Völkerwanderung in Mitteldeutschland bis zu den Funden die um die Zeit des 12. Jahrhunderts datier sein könnten. Trotz vieler wichtiger Erkenntnisse über den Beginn der Christianisierung in der Region sind noch viele Fragen offen.

Vortrag Ausgrabungen Frauenberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Vortrag Ausgrabungen Frauenberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) So betonte Dr. Walter, dass man den Fundort Frauenberg gerade mal angekratzt hätte. Bisher seien erst gut 100 qm intensiv „beackert“ worden. Das ganze Terrain betrage jedoch acht Hektar. Trotz vieler kostbarer Funde erwartet Dr. Walter noch einiges mehr. Die bisherigen Grabungen sollen zu einem Forschungsprojekt zusammen gefasst werden. Aber für so ein größeres Projekt fehlen einfach noch etliche Mittel, trotz des großen Engagement, den auch die Stadt Sondershausen in finanzieller Hinsicht zeigt.

Aber Dr. Walter ist optimistisch, denn er erhofft sich Gelder von der deutschen Forschungsgesellschaft, aber auch andere Fördertöpfe sollen angezapft werden. Es gibt ja auch noch einiges zu klären, um nur einige Beispiele zu nennen:
  • Wie hängen die Funde Frauenberg und Bebra zusammen.
  • Genaue Untersuchungen zur Datierung der Funde. Dazu soll es Untersuchungen der Holzkohlefunde geben, und auch Untersuchungen nach der Strontium-Methode.
  • Warum gab es so viele „Sonderbestattungen“ auf dem Frauenberg.
  • Gab es wirklich eine fränkische Festung auf dem Frauenberg.
  • Warum waren an der Gräberstelle in Bebra keine Steingräber gefunden worden.


Selbst die Frage die Frage eines Zuhörers nach der Herkunft des Adligen im reichbestückten Grab konnte Dr. Walter nach dem bisherigen Forschungsstand noch nicht klären, ist es nun ein Franke oder ein Thüringer. Ein Schmunzeln gab es im vollbesetzten Saal, als Dr. Walter ausschloss, dass es sich um einen Sachsen handele.

Zum Abschluss des sehr interessanten Vortrags rief der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Sondershausen e.V., Klaus Stollberg auf, Möglichkeiten von Spenden zu suchen, damit die Grabungen unterstützt werden können. Allerdings dürfte das recht schwer sein, denn wer hat schon einige 10.000 Euro in der Portokasse, die er mal so mir nichts dir nichts braucht. Nicht jeder hat soviel Glück wie die Stadt Görlitz, die im Februar 2008 schon zum 14. Mal von einem anonymen Spender einen Scheck im Wert konstant von 1 Million DM erhielt, zuletzt im Februar 2008 (511.000 Euro). Bedingungen für die Spende sind nur, das Geld darf nur für die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude der Stadt verwendet werden und es wird nicht nach dem Spender gesucht.

Wenn Sie so einen Typen kennen, geben Sie bescheid, kn leitet den Namen an die Stadt weiter. Und wenn es „nur“ 100.000 Euro für die Ausgrabungen sind, wird das auch der Sache keinen Abbruch tun.
Autor: khh

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