Landrat enttäuscht
Mittwoch, 04. März 2009, 07:01 Uhr
Auf der im Rahmen der Kreisbereisung stattgefundenen Einwohnerversammlung äußerte sich der Landrat des Kyffhäuserkreises, Peter Hengstermann (CDU), auch zum Konjunkturpaket II der Bundesregierung...
Landrat Hengstermann zeigte sich zu Beginn der Einwohnerversammlung vor zahlreichen Besuchern (zumindest auf die Größe des Ortes bezogen) enttäuscht über das Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Die Bundesregierung hätte die Mittel etwas pauschaler einsetzen sollen, und nicht so restriktiv, wie sich das jetzt schon zeigt. Insbesondere vermißte er die Mittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, was gerade für den Kyffhäuserkreis mit seiner hohen Arbeitslosigkeit von aktuell 17% notwendig gewesen wäre.
Er begrüßte zwar die Bereitstellung von Nettomitteln in Höhe von rund 3 Millionen Euro für die Bildung, zeigte aber auch gleich auf, daß es einen Investitionsstau von ca. 20 bis 30 Millionen Euro gäbe, um alle Schulen im Kyffhäuserkreis in einem einwandfreien Zustand zu versetzen. Damit relativierte er recht kraß, daß die Mittel bei weitem nicht ausreichten. Die Geldspritze bei den Schulen wird zwar bei den Baufirmen zu einer merkbaren Verbesserung führen, aber nicht für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen insgesamt. In diesem Zusammenhang verwies Hengstermann auf den Fakt, daß es gerade junge Frauen sind, die dem Kyffhäuserkreis wegen fehlender Arbeit den Rücken kehren, und damit natürlich den Geburtenrückgang erst recht nicht stoppen können.
Diese Probleme hatte in seiner Einleitung auch schon Uwe Vogt (SPD) aufgeführt, als er interessante Zahlen zur Einwohnerentwicklung brachte. So ging der Rückgang der Einwohnerzahlen recht sprunghaft zu. Die Zahlen entwickelten sich von 1995 (188), über 2000 (183), 2005 (160) und 2008 (156), auf aktuell 154 Einwohner. Für den Zeitraum 1995 bis 2008 gab es nur 10 Geburten, aber 31 Todesfälle. Zwar gab es 58 Zuzüge (Erstaunen bei den Vertretern des Landratsamtes), aber eben auch 65 Wegzüge. Bei den Zuzügen verwies Vogt stolz darauf, daß es sogar eine Engländerin nach Gundersleben geschafft hat.
Schon während des obligatorischen Rundgangs durch den Ort hatte Bürgermeister Uwe Vogt Unverständnis geäußert, daß die Abwrackprämie nur auf Privatleute begrenzt wurde. Gerade Kommunen würden oft sehr alte Fahrzeuge fahren, die schon aus Umweltschutzgründen aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Beim Rundgang wurden die wesentlichen Schwerpunkte des Ortes besichtigt, so u.a. der Sportplatz, das jetzt als Heimatstube genutzte ehemalige Feuerwehrhaus und die sanierungsbedürftige Kirche (extra KN-Bericht) besichtigt. Hengstermann forderte in der Einwohnerversammlung die Bewohner auf, nochmals in den Kellern in auf Böden zu schauen, ob es nicht für die Heimatstube noch weitere Exponate gebe, vor allem solche, die älter als 50 Jahre sind. Bilder vom Ortsrundgang in der Bildergalerie.
Auf der Einwohnerversammlung gab es zum Thema Fußgängerüberweg keine großen Diskussionen mehr, da Vogt und Hengstermann schon über die Gespräche zu diesem Thema informiert hatten. Recht geteilt war die Meinung zu einer Beschwerde über die illegale Nutzung einer asphaltierten Straße, die eigentlich für den offiziellen Fahrzeugverkehr gesperrt ist (wird oft als Abkürzung auch von vielen Auswärtigen genutzt). Als Hengstermann die Polizei mit stärkeren Kontrollen ins Spiel brachte, ertönte eine Stimme aus dem Hintergrund, daß man die Frage lieber zurückziehen sollte, worauf er viel Zustimmung erhielt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Der Dorfteich war ein strittiges Thema in der Einwohnerversammlung.
Hinsichtlich des Schildes Angeln verboten am Dorfteich blieb Ortsbürgermeisterin Renate Tänzler hart. Es muß bleiben, laut Fischereigesetz kann sie nicht einfach den Bewohnern das Angeln erlauben, ohne daß jemand einen Angelschein hätte, auch Kindern nicht. Das fand allerdings nicht bei allen Besuchern Verständnis.
Hinsichtlich einer Beschwerde wegen der Vorfluter warnten Vertreter der Stadt davor, den TAZ einzubeziehen. Das müsse man im Ort regeln, so Bauamtsleiter Peter Stauder, oder wollt ihr riskieren, daß ihr bei einem grundhaften Ausbau durch den TAZ enorme Ausbaubeiträge berappen müßt, und sicherte Unterstützung durch den Bauhof zu.
Das der kleine Ort Gundersleben kulturell einiges zu bieten hat, erfahren Sie in einem weiteren Teil unseres Berichts zu dieser Kreisbereisung.
Autor: khhLandrat Hengstermann zeigte sich zu Beginn der Einwohnerversammlung vor zahlreichen Besuchern (zumindest auf die Größe des Ortes bezogen) enttäuscht über das Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Die Bundesregierung hätte die Mittel etwas pauschaler einsetzen sollen, und nicht so restriktiv, wie sich das jetzt schon zeigt. Insbesondere vermißte er die Mittel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, was gerade für den Kyffhäuserkreis mit seiner hohen Arbeitslosigkeit von aktuell 17% notwendig gewesen wäre.
Er begrüßte zwar die Bereitstellung von Nettomitteln in Höhe von rund 3 Millionen Euro für die Bildung, zeigte aber auch gleich auf, daß es einen Investitionsstau von ca. 20 bis 30 Millionen Euro gäbe, um alle Schulen im Kyffhäuserkreis in einem einwandfreien Zustand zu versetzen. Damit relativierte er recht kraß, daß die Mittel bei weitem nicht ausreichten. Die Geldspritze bei den Schulen wird zwar bei den Baufirmen zu einer merkbaren Verbesserung führen, aber nicht für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen insgesamt. In diesem Zusammenhang verwies Hengstermann auf den Fakt, daß es gerade junge Frauen sind, die dem Kyffhäuserkreis wegen fehlender Arbeit den Rücken kehren, und damit natürlich den Geburtenrückgang erst recht nicht stoppen können.
Diese Probleme hatte in seiner Einleitung auch schon Uwe Vogt (SPD) aufgeführt, als er interessante Zahlen zur Einwohnerentwicklung brachte. So ging der Rückgang der Einwohnerzahlen recht sprunghaft zu. Die Zahlen entwickelten sich von 1995 (188), über 2000 (183), 2005 (160) und 2008 (156), auf aktuell 154 Einwohner. Für den Zeitraum 1995 bis 2008 gab es nur 10 Geburten, aber 31 Todesfälle. Zwar gab es 58 Zuzüge (Erstaunen bei den Vertretern des Landratsamtes), aber eben auch 65 Wegzüge. Bei den Zuzügen verwies Vogt stolz darauf, daß es sogar eine Engländerin nach Gundersleben geschafft hat.
Schon während des obligatorischen Rundgangs durch den Ort hatte Bürgermeister Uwe Vogt Unverständnis geäußert, daß die Abwrackprämie nur auf Privatleute begrenzt wurde. Gerade Kommunen würden oft sehr alte Fahrzeuge fahren, die schon aus Umweltschutzgründen aus dem Verkehr gezogen werden sollten. Beim Rundgang wurden die wesentlichen Schwerpunkte des Ortes besichtigt, so u.a. der Sportplatz, das jetzt als Heimatstube genutzte ehemalige Feuerwehrhaus und die sanierungsbedürftige Kirche (extra KN-Bericht) besichtigt. Hengstermann forderte in der Einwohnerversammlung die Bewohner auf, nochmals in den Kellern in auf Böden zu schauen, ob es nicht für die Heimatstube noch weitere Exponate gebe, vor allem solche, die älter als 50 Jahre sind. Bilder vom Ortsrundgang in der Bildergalerie.
Auf der Einwohnerversammlung gab es zum Thema Fußgängerüberweg keine großen Diskussionen mehr, da Vogt und Hengstermann schon über die Gespräche zu diesem Thema informiert hatten. Recht geteilt war die Meinung zu einer Beschwerde über die illegale Nutzung einer asphaltierten Straße, die eigentlich für den offiziellen Fahrzeugverkehr gesperrt ist (wird oft als Abkürzung auch von vielen Auswärtigen genutzt). Als Hengstermann die Polizei mit stärkeren Kontrollen ins Spiel brachte, ertönte eine Stimme aus dem Hintergrund, daß man die Frage lieber zurückziehen sollte, worauf er viel Zustimmung erhielt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Der Dorfteich war ein strittiges Thema in der Einwohnerversammlung.
Hinsichtlich des Schildes Angeln verboten am Dorfteich blieb Ortsbürgermeisterin Renate Tänzler hart. Es muß bleiben, laut Fischereigesetz kann sie nicht einfach den Bewohnern das Angeln erlauben, ohne daß jemand einen Angelschein hätte, auch Kindern nicht. Das fand allerdings nicht bei allen Besuchern Verständnis.
Hinsichtlich einer Beschwerde wegen der Vorfluter warnten Vertreter der Stadt davor, den TAZ einzubeziehen. Das müsse man im Ort regeln, so Bauamtsleiter Peter Stauder, oder wollt ihr riskieren, daß ihr bei einem grundhaften Ausbau durch den TAZ enorme Ausbaubeiträge berappen müßt, und sicherte Unterstützung durch den Bauhof zu.
Das der kleine Ort Gundersleben kulturell einiges zu bieten hat, erfahren Sie in einem weiteren Teil unseres Berichts zu dieser Kreisbereisung.










