Auch Handwerker trifft es!
Freitag, 06. März 2009, 07:02 Uhr
Viel Aufregung herrscht unter Feuerwehrleuten zum Thema Gebühreneinzugszentrale (GEZ) und auch der GEMA, wie Günter Herting (Geschäftsführer Feuerwehrverein Altkreis Sondershausen) in einem Gespräch mit kn betonte. Es ist aber nur die Spitze eines Eisberges...
In vielen Freiwilligen Feuerwehren stehen Fernsehapparate, die für das normale Fernsehen doch so gut wie nicht genutzt werden. Welcher Feuerwehrmann geht extra von zu Hause weg, um auf der Feuerwache Fernsehen zu schauen. Trotzdem werden die Fernsehgeräte in Verbindung mit Videogeräten gebraucht. Mit Videoaufnahmen werden ganz entscheidend die Ausbildungen der Kameraden der Feuerwehr unterstützt, ja sogar vorgeschrieben, weil einige Videos von zentraler Seite kommen. Ein gute Ausbildung ist die Grundvoraussetzung um anderen Leuten helfen zu können und sich selbst zu schützen, denn es gab in dieser Republik auch schon Tote unter den Kameraden, wie Günter Herting im Gespräch betonte.
Es ist schon teuer, Fernsehgeräte und Videoanlagen zu kaufen. Deshalb lassen sich viele Freiwilligen Feuerwehren wo es noch geht, die Geräte von Sponsoren bezahlen, nur um die Kosten klein zu halten. Allerdings werden solche Fernsehgeräte nun mal mit einem Empfangsteil ausgerüstet. Und da kommt sofort die GEZ ins Spiel. Sobald auch nur die Spur eines Fernsehsenders über den Bildschirm flimmern könnte (technisch möglich), sofort ist die GEZ berechtigt, nach ihren Bedingungen die GEZ Gebühren eintreiben zu dürfen. Und wer dabei erwischt wird, darf auch noch sehr lange nachzahlen. Da in den Bedingungen der GEZ Freiwillige Feuerwehren nicht ausgeschlossen werden, gibt es juristisch keine Möglichkeit sich zu wehren. Und wenn der Feuerwehrverein belastet wird, kann er nur hoffen, dass die Kommunen seine Kosten übernehmen.
Aber diese seltsame Methode des Eintreibens von Geld seitens der GEZ hat noch ganz andere Auswüchse, auf die zwar schon oft hingewiesen wurde, aber nie etwas geändert wurde. Viele Handwerke und Außendienstmitarbeiter im Lande können da mehr als nur ein Lied davon singen. Jeder Handwerker, der in seinem Büro einen PC stehen hat, und der gar auch internetfähig ist, muss die volle monatliche GEZ Gebühr abdrücken, unabhängig davon ob er ins Internet geht, oder nicht. Genauso ergeht es gar vielen Außendienstmitarbeitern, die mit einem Laptop unterwegs sein müssen. Da fast alle neueren Geräte mit einem festeingebauten Modem ausgerüstet sind, darf die GEZ munter kassieren.
Die Bedingung für das Eintreiben der GEZ Gebühren sind allerdings nicht Gotteswerk, sondern, da es eine öffentlich-rechtliche Einrichtung ist, durch unsere lieben Politiker geschaffen worden. Da werden in den Konjunkturpaketen Milliarden von Euros an notleidenden Banken und Großfirmen verteilt, die (wie im Falle einiger Banken) auch noch horrende Abfindung und Entschädigungen verlangen, und gleichzeitig werden Kleinunternehmer, Gewerbetreibende und Selbständige mit GEZ Gebühren abgezockt. Es ist
schon ein Anachronismus, wenn der Handwerker über seine vielleicht sogar kostenlose E-Mail-Adresse einige in der heutigen Zeit nun mal notwendige geschäftliche Briefe erhält und dafür auch noch GEZ Gebühren entrichten muss.
Glaubt wirklich ein Politiker, Handwerker oder Selbstständige gehen mit ihrem PC während der Arbeitszeit ins Internet, um Fernsehen zu schauen, wenn er vielleicht zu Hause gar schon einen Großbilderschirm hat? Wie weltfremd sind denn die Politiker geworden? Aber es stehen ja bald Wahlen an. Vielleicht gibt es eine von den großen Parteien, die das Thema in ihr Wahlprogramm aufnimmt, um die Abzocke durch GEZ Gebühren von Unternehmern zu beenden, und auch solche Dienste wie Feuerwehr, DRK und andere Rettungswesen von dieser Gebühr befreien.
Es ist aber nicht nur die GEZ, die den Feuerwehrverein mit Gebühren plagen, so Günter Herting vom Feuerwehrverein. Auch die GEMA (Wahrung der Aufführungsrechte) hält die Hand recht weit offen, so Herting. Wer gemeinsame in Übungen und Einsätzen zusammen regelrecht gekämpft hatte, will auch mal zusammen feiern, was ja für die Gemeinschaft sehr sinnvoll ist. Das bei den öffentlichen Feuerwehrfesten GEMA Gebühren bezahlt werden müssen will ja keiner bezweifeln. Aber auch wenn mal zwei oder mehr Kameraden im kleinen Kreis völlig abgeschottet von der Öffentlichkeit auf ihren eigenen Musikinstrumenten etwas zum Besten geben, sind GEMA Gebühren fällig. Günter Herting kann denn ganze Lieder davon singen, wie es den einzelnen Feuerwehrvereinen geht. Er selbst hatte schon den Fall, dass ein Strafbefehl auf seinem Tisch lag, und den gerade noch abwenden konnte. Aber die GEMA Gebühr von 19,70 Euro musste er trotzdem für den Verein berappen.
Auch im Falle der GEMA sollten die Politiker mal auf eine gütliche Einigung mit der Musikindustrie hinwirken, damit solche für die Sicherheit der Bürger wichtige Vereine vor solchen unnötigen Gebühren bewahrt werden. Wenn die Kameraden der Feuerwehr solche Brocken vor die Füße geworfen bekommen, muss sich kein Politiker wundern, wenn bei der letzten kn Umfrage nur 23,9 % für eine Mitarbeit bei der freiwilligen Feuerwehr stimmten.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khhIn vielen Freiwilligen Feuerwehren stehen Fernsehapparate, die für das normale Fernsehen doch so gut wie nicht genutzt werden. Welcher Feuerwehrmann geht extra von zu Hause weg, um auf der Feuerwache Fernsehen zu schauen. Trotzdem werden die Fernsehgeräte in Verbindung mit Videogeräten gebraucht. Mit Videoaufnahmen werden ganz entscheidend die Ausbildungen der Kameraden der Feuerwehr unterstützt, ja sogar vorgeschrieben, weil einige Videos von zentraler Seite kommen. Ein gute Ausbildung ist die Grundvoraussetzung um anderen Leuten helfen zu können und sich selbst zu schützen, denn es gab in dieser Republik auch schon Tote unter den Kameraden, wie Günter Herting im Gespräch betonte.
Es ist schon teuer, Fernsehgeräte und Videoanlagen zu kaufen. Deshalb lassen sich viele Freiwilligen Feuerwehren wo es noch geht, die Geräte von Sponsoren bezahlen, nur um die Kosten klein zu halten. Allerdings werden solche Fernsehgeräte nun mal mit einem Empfangsteil ausgerüstet. Und da kommt sofort die GEZ ins Spiel. Sobald auch nur die Spur eines Fernsehsenders über den Bildschirm flimmern könnte (technisch möglich), sofort ist die GEZ berechtigt, nach ihren Bedingungen die GEZ Gebühren eintreiben zu dürfen. Und wer dabei erwischt wird, darf auch noch sehr lange nachzahlen. Da in den Bedingungen der GEZ Freiwillige Feuerwehren nicht ausgeschlossen werden, gibt es juristisch keine Möglichkeit sich zu wehren. Und wenn der Feuerwehrverein belastet wird, kann er nur hoffen, dass die Kommunen seine Kosten übernehmen.
Aber diese seltsame Methode des Eintreibens von Geld seitens der GEZ hat noch ganz andere Auswüchse, auf die zwar schon oft hingewiesen wurde, aber nie etwas geändert wurde. Viele Handwerke und Außendienstmitarbeiter im Lande können da mehr als nur ein Lied davon singen. Jeder Handwerker, der in seinem Büro einen PC stehen hat, und der gar auch internetfähig ist, muss die volle monatliche GEZ Gebühr abdrücken, unabhängig davon ob er ins Internet geht, oder nicht. Genauso ergeht es gar vielen Außendienstmitarbeitern, die mit einem Laptop unterwegs sein müssen. Da fast alle neueren Geräte mit einem festeingebauten Modem ausgerüstet sind, darf die GEZ munter kassieren.
Die Bedingung für das Eintreiben der GEZ Gebühren sind allerdings nicht Gotteswerk, sondern, da es eine öffentlich-rechtliche Einrichtung ist, durch unsere lieben Politiker geschaffen worden. Da werden in den Konjunkturpaketen Milliarden von Euros an notleidenden Banken und Großfirmen verteilt, die (wie im Falle einiger Banken) auch noch horrende Abfindung und Entschädigungen verlangen, und gleichzeitig werden Kleinunternehmer, Gewerbetreibende und Selbständige mit GEZ Gebühren abgezockt. Es ist
schon ein Anachronismus, wenn der Handwerker über seine vielleicht sogar kostenlose E-Mail-Adresse einige in der heutigen Zeit nun mal notwendige geschäftliche Briefe erhält und dafür auch noch GEZ Gebühren entrichten muss.
Glaubt wirklich ein Politiker, Handwerker oder Selbstständige gehen mit ihrem PC während der Arbeitszeit ins Internet, um Fernsehen zu schauen, wenn er vielleicht zu Hause gar schon einen Großbilderschirm hat? Wie weltfremd sind denn die Politiker geworden? Aber es stehen ja bald Wahlen an. Vielleicht gibt es eine von den großen Parteien, die das Thema in ihr Wahlprogramm aufnimmt, um die Abzocke durch GEZ Gebühren von Unternehmern zu beenden, und auch solche Dienste wie Feuerwehr, DRK und andere Rettungswesen von dieser Gebühr befreien.
Es ist aber nicht nur die GEZ, die den Feuerwehrverein mit Gebühren plagen, so Günter Herting vom Feuerwehrverein. Auch die GEMA (Wahrung der Aufführungsrechte) hält die Hand recht weit offen, so Herting. Wer gemeinsame in Übungen und Einsätzen zusammen regelrecht gekämpft hatte, will auch mal zusammen feiern, was ja für die Gemeinschaft sehr sinnvoll ist. Das bei den öffentlichen Feuerwehrfesten GEMA Gebühren bezahlt werden müssen will ja keiner bezweifeln. Aber auch wenn mal zwei oder mehr Kameraden im kleinen Kreis völlig abgeschottet von der Öffentlichkeit auf ihren eigenen Musikinstrumenten etwas zum Besten geben, sind GEMA Gebühren fällig. Günter Herting kann denn ganze Lieder davon singen, wie es den einzelnen Feuerwehrvereinen geht. Er selbst hatte schon den Fall, dass ein Strafbefehl auf seinem Tisch lag, und den gerade noch abwenden konnte. Aber die GEMA Gebühr von 19,70 Euro musste er trotzdem für den Verein berappen.
Auch im Falle der GEMA sollten die Politiker mal auf eine gütliche Einigung mit der Musikindustrie hinwirken, damit solche für die Sicherheit der Bürger wichtige Vereine vor solchen unnötigen Gebühren bewahrt werden. Wenn die Kameraden der Feuerwehr solche Brocken vor die Füße geworfen bekommen, muss sich kein Politiker wundern, wenn bei der letzten kn Umfrage nur 23,9 % für eine Mitarbeit bei der freiwilligen Feuerwehr stimmten.
Karl-Heinz Herrmann
