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Positiv, doch keine Entwarnung

Freitag, 06. März 2009, 11:04 Uhr
Alle 55 Minuten hat sich im Bereich der Nordhäuser Polizeidirektion ein Unfall ereignet, alle fünf Stunden ist in den vier Landkreisen ein Mensch bei einem Unfall getötet oder verletzt worden. Das sind einige der Fakten, die heute durch die Polizei vorgestellt wurden.

Unfallstatistik vorgestellt (Foto: nnz) Unfallstatistik vorgestellt (Foto: nnz)

Mehr als 2.100 Kilometer Straßen aller Kategorien gibt es in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld sowie im Kyffhäuserkreis und im Unstrut-Hainich-Kreis. Von Anliegerstraßen bis zur Autobahn sind alle Kategorien dabei. Und was sich da in den vergangenen Monaten des Jahres 2008 „abspielte“, das kann in seiner Tendenz durchaus als positiv bezeichnet werden.

Sowohl bei den Unfällen insgesamt, den Verletzten und den Getöteten gingen die Zahlen zurück. Wurden in Nordthüringen im Jahr 2007 noch 34 Personen bei Unfällen getötet, so waren es im vergangenen Jahr „nur“ noch 21. Insgesamt krachte es im vorigen Jahr 9.581 mal. Das waren 309 Unfälle weniger als 2007.

Doch nun zu dem Landkreisen. Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Straßen im Landkreis Nordhausen ist gegenüber dem Jahr 2007 um 5,7 Prozent zurückgegangen. Dennoch krachte es im vergangenen Jahr 2.339 mal. Dabei wurden vier Menschen getötet und 412 verletzt. Im Jahr zuvor hatten fünf Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren, 288 wurde verletzt.

Wie in den Jahren zuvor, so galt auch im Jahr 2008 zu schnelles Fahren als die Unfallursache Nummer 1. Und hier, das geht aus der heute vorgelegten Statistik eindeutig hervor, ist die Gruppe der so genannten „Jungen Fahrer“, also der 18 bis 25jährigen am stärksten vertreten. Fast ein Drittel aller verunglückten Personen sind dieser Gruppe zuzuordnen.

Wie überproportional das zu werten ist, beweist letztlich die Tatsache, das der Anteil der 18 bis 25 Jahre alten Frauen und Männer an der Gesamtzahl der Führerscheinbesitzer mal gerade 10 Prozent ausmacht.

Im Kyffhäuserkreis wurden 2.019 Unfälle registriert (-4,3%). Drei Menschen wurden dabei getötet, 286 erlitten Verletzungen. Wie für den Landkreis Nordhausen, so gilt auch für den Kyffhäuserkreis das Geschriebene im Hinblick auf die Gruppe der „Jungen Fahrer“. Beängstigend ist die Tendenz der Unfälle,
die sich unter Einwirkung von Drogen ereignen. Im vergangenen Jahr waren das 75 Prozent, die auf die Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren zutreffen. Hintergründe sind unter anderen die fehlende Erfahrung, eine erhöhte Risikobereitschaft, das Bedürfnis nach so genannten Spannungsreizen sowie ein Gruppendruck unter der Einwirkung von Alkohol und Drogen.

Bei den Hauptunfallursachen habe sich nichts geändert, so Polizeidirektor Uwe Köppen. Zu schnelles Fahren, nicht Beachten der Vorfahrt, Fahren unter Alkoholeinwirkung und ein falsches Verhalten zu Fußgängern. Freitags ereignen sich immer noch die meisten Unfälle, am Wochenende die meisten unter Alkohol.

Eines der schwärzesten Kapitel bei der alljährlichen Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik ist die Auflistung der Unfallfluchten. Bei nahezu jedem fünften Verkehrsunfall hat sich der Beteiligte unerlaubt vom Unfallort entfernt. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 39 Prozent bei den Unfallfluchten insgesamt und bei knapp 60 Prozent der Unfallfluchten mit Personenschaden. Die Unfallflucht, bei dem ein Mensch im Unstrut-Hainich ums Leben kam, konnte aufgeklärt werden.

Nordthüringenweit wurden im vergangenen Jahr 1.370 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, die 380 Bußgeldverfahren zur Folge hatten. 672 Fahrer wurden bei Kontrollen unter der Einwirkung von Alkohol oder Drogen „erwischt“. Insgesamt wurden 1.556 Anzeigen bearbeitet.

Im Bereich der Präventionsarbeit wird es im Kyffhäuserkreis sowie im Landkreis Nordhausen mehrere Aktionen geben. Im April und im September in Rossleben und im Kyffhäuser-Gymnasium Bad Frankenhausen, sowie im Juni, August und September in Nordhausen. Am 21. Juni ist zudem ein Motorrad-Aktionstag an der B 4, im Bereich des Netzkater vorgesehen.
Autor: nnz/kn

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