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Minister Reinholz: Krise angekommen

Mittwoch, 18. März 2009, 12:14 Uhr
Zu den eben von der nnz veröffentlichten statistischen Zahlen zur Entwicklung der Thüringer Wirtschaft gibt es schon ein erstes Statement aus dem Wirtschaftsministerium.

"Die Konjunkturkrise ist in der Thüringer Industrie endgültig angekommen." Das sagte Thü­ringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz mit Blick auf die heute vorgelegten Zahlen zum Industrieumsatz.

Demnach lag der Umsatzrückgang – arbeitstäglich bereinigt – bei 19,7 Prozent und damit im gesamtdeutschen Schnitt von 20 Prozent. Reinholz sieht darin einen „drastischen Einbruch“, der sich in den letzten Mona­ten des vergangenen Jahres allerdings bereits abgezeichnet habe. Er warnte aber zugleich davor, jetzt in die üblichen „Katastrophenreflexe“ zu verfallen. „Die Zahlen zeigen, dass die Industrie in Thüringen und Deutschland vor zwei Monaten eine Vollbremsung hingelegt hat“, sagte der Minister. „Die Frage ist aber, wie schnell die Unternehmen jetzt wieder Fahrt aufnehmen können.“

Das hängt nach Auffassung des Ministers vor allem von der Entwicklung der globalen Wirt­schaft ab. Darüber hinaus werden auch die Hilfsangebote von Bund und Land kurzfristig ihre Wirksamkeit entfalten, zeigte sich Reinholz überzeugt. Bei seinen gestrigen Gesprä­chen in Brüssel hat sich der Wirtschaftsminister zudem für eine weitere Lockerung der För­derkonditionen für die Thüringer Wirtschaft eingesetzt. Die Kommission hat zugesagt, Thüringen in diesen Bemühungen zu unterstützen.

Reinholz warnte allerdings davor, nach immer neuen Konjunkturspritzen des Staates zu rufen: „Alle Konjunkturpakete der Welt können die Wirtschaftskrise nicht verhindern, son­dern höchstens abmildern.“ In immer neuen Schulden sieht der Minister keine nachhaltige Lösung der Krise.

Zur Unterstützung der Thüringer Unternehmen hat das Wirtschaftsministerium vor weni­gen Wochen ein Hilfspaket mit verbesserten Förder- und Finanzierungskonditionen aufge­legt. Neben zusätzlichen Mitteln für die Investitionsförderung werden u.a. die Fördersätze erhöht, neue Förderinstrumente wie das Regionalbudget eingeführt, der Gesamtumfang von Kleinbeihilfen deutlich erweitert und ein neuer revolvierender Darlehensfonds geschaf­fen. Zudem fördert das Thüringer Wirtschaftsministerium – neben der Arbeitsagentur – die Weiterbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern, auch in Phasen der Kurzarbeit.

Als positiv wertete der Minister, dass die Thüringer Industrie im Januar 2009 gut 3.000 Mitarbeiter mehr beschäftigt habe als noch im Vorjahresmonat. Ermutigend sei auch das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Studie, die Thüringen in einem Vergleich zur wirt­schaftlichen Attraktivität von mehr als 1.000 Standorten zu den Top-Standorten in West­europa zählt. Thüringen rangiert als erster deutscher Standort nach den Ballungsräumen Paris, London, Madrid und Katalonien auf Platz 5.
Autor: nnz

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