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Tegut bleibt

Dienstag, 31. März 2009, 07:03 Uhr
Gestern musste man schon suchen, damit man bei der Einwohnerversammlung am Franzberg noch einen Sitzplatz bekam. Ging es doch um die bange Frage, bleibt, er oder nicht, der Tegut-Markt am Franzberg von Sondershausen....

Die Einwohner der Wohngebiete Franzberg, Jechaburg und Bebra (und nicht nur von dort) waren zahlreich zu dieser Einwohnerversammlung in die Aula der Franzbergschule gekommen. Hauptthema natürlich wie geht es mit dem Markt weiter. Für viel Sondershäuser die erste Anlaufadresse (teils einzige), wenn es um Bio-Produkte geht, wie ein Einwohner die Situation beschrieb. Zuerst gab Sören Hauskeller, Leiter des Bauverwaltungsamtes Kyffhäuserkreis, noch einmal einen Überblick, wie es zur Sperrung des Tegut-Marktes gekommen war.

Dabei sei eines vorweg zu stellen, weder der derzeitige Eigentümer der Immobilie, und erst der Mieter (Tegut) sind an diesen Baumängeln schuld, stellte Hauskeller unmissverständlich klar. Offensichtlich wurde die Deckenkonstruktion mit nur einem Träger (wegen großer Stellfläche) doch zu „großzügig“ ausgelegt, so dass es jetzt zu Rissen gekommen ist und sogar Einsturzgefahr besteht.

Einwohnerversammlung am Franzberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Einwohnerversammlung am Franzberg (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Mitarbeiter des Tegut-Marktes saßen gespannt in der ersten Reihe, unter ihnen Marktleiterin Frau Grundig (2. v. li.)

Als Gast gab Knut John von der Tegut-Geschäftsführung in Fulda schnell Entwarnung. Mit dem Besitzer der Immobilie gab es Einigung, dass der Markt wieder saniert wird. Das Planungsbüro Kühn aus Sondershausen wurde beauftragt, die entsprechenden Pläne (Stahlkonstruktion mit Stützen zur Entlastung des einzigen Trägers) zu erarbeiten. Bevor aber alles geplant, durchgerechnet, ausgeschrieben und auch gebaut wird, könnten noch sechs Monate vergehen, was zu einem regelrechten aufstöhnen im Publikum sorgte.

Aber Knut John hatte aber auch noch einen Trumpf im Ärmel. Mit zwei Durchbrüchen zum ehemaligen Schleckermarkt, kann die bestehende nicht gefährdete Ladenfläche so erweitert werden, dass in ca. sechs Wochen wieder der Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann. Allerdings sind da noch einige ganze Reihe Fragen, mit Eigentümer und Planungsbüro zu klären, aber John ist sich sicher, dass es funktionieren wird. Wichtig dabei, es wird, so die Vorhersage, noch nicht mal zu Einschränkungen im Sortiment kommen. Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) zeigte sich sehr befriedigt über diese Entwicklung, hatte er doch schon mit der Tegut-Geschäftsführung über andere Hilfsmöglichkeiten (Verkaufszelt usw.) verhandelt.

Wenn in ca. sechs Monaten, die Bauarbeiten fertig sein werden, die voraussichtlich über 100.000 Euro kosten werden, dann wird der Tegut-Markt, so John, die Artikelzahl von 8.000 auf rund 9.000 erhöhen. Mit Sicherheit eine gute Nachricht für die bisherigen Kunden und natürlich auch Erleichterung bei den bisher Beschäftigten des Marktes. Und eine weitere gute Nachricht brachte Knut John mit. Die bisherigen Untermieter des Marktes, wie Bäckerei, Fleischerei und Blumengeschäft haben signalisiert, dass man weiter machen will.

Abschließend bedankte sich Knut John, bei den Beschäftigten des Tegut-Marktes für ihr Verständnis und hob auch die Unterstützung durch die Stadt Sondershausen hervor. Froh war John über die unkomplizierte Art der Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro und dem Eigentümer der Immobilie. Gerade letzteres war nicht unbedingt gleich zu erwarten, hat der Eigentümer doch seinen Sitz in Luxemburg (Steuerersparnis lässt grüßen) und stammt aber eigentlich aus England. Man merkt John an, dass es sich zum Glück für die Sache nicht nur um eine sogenannte Briefkastenfirma handelte.
Autor: khh

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