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Na, heute schon genossen?

Mittwoch, 15. April 2009, 11:29 Uhr
Pünktlich zu den Osterferien ist der Frühling in Thüringen eingekehrt. Die milderen Temperaturen lassen Blumen und Bäume sprießen und laden zu Spaziergängen und Radtouren ein. Doch nicht alle Thüringerinnen und Thüringer können sich über das Erwachen der Natur uneingeschränkt freuen...


Denn für Pollenallergiker beginnt nun wieder die Zeit der tränenden Augen und laufenden Nase. Wer den Frühling ohne Beschwerden überstehen möchte, sollte rechtzeitig vorsorgen, raten Thüringens Apothekerinnen und Apotheker.

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeit des Immunsystems. "Ausgelöst durch Pollen kommt es zu den klassischen Heuschnupfensymptomen wie Entzündungen, Juckreiz und Niesen", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Verantwortlich für die Überreaktion ist der Botenstoff Histamin, der durch den Kontakt mit dem Blütenstaub ausgeschüttet wird.

Doch zum Glück sind Allergiker den blühenden Blumen und Bäumen nicht hilflos ausgeliefert. "Medikamente aus der Apotheke können die Wirkung von Histamin abschwächen und dadurch die unangenehmen Symptome verhindern", erklärt Garke. Zusätzlich gibt es Präparate, die direkt am Anfang der Kettenreaktion ansetzen: Sie verhindern die Ausschüttung des Botenstoffs. "Die Arzneimittel müssen bevorzugt vorbeugend eingenommen werden. Nach dem ersten Kontakt mit Pollen ist es in der Regel zu spät", sagt Garke.

In Deutschland leiden 25 Millionen Menschen an einer Pollenallergie, Tendenz steigend. Bereits 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind allergisch auf Blütenstaub. Die Leidenszeit für die Betroffenen wird immer länger, denn im Zuge des Klimawandels blühen viele Pflanzen früher und länger. Hasel und Erle blühen in milden Wintern mitunter schon im Dezember, als eigentlicher Start der Allergiesaison gilt das Fliegen der Birkenpollen im April.

Heuschnupfen ist eine Volkskrankheit, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. "Unbehandelt kann sich eine Allergie zu Asthma entwickeln", warnt Garke. Durch die permanenten Entzündungen der oberen Atemwege kann es zu einem so genannten "Etagenwechsel" kommen, der die Bronchien schädigt. "Eine Allergie sollte deshalb in jedem Fall therapiert werden", rät Garke.

Neben der Behandlung der Akutsymptome kann eine Hyposensibilisierung die Beschwerden dauerhaft lindern. Dabei wird der Körper langsam an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt, die Reaktion des Immunsystems auf die Pollen nimmt dadurch langfristig ab.

"Generell sollten Allergiker darauf achten, die Pollenbelastung so gering wie möglich zu halten", sagt Garke. Der Aufenthalt im Freien lässt sich zwar nicht vermeiden, den Blütenstaub in der Wohnung können aber Pollenschutzgitter vor den Fenstern reduzieren. In der Allergiehauptsaison empfiehlt es sich außerdem, die Haare, an denen sich die Pollen oft festsetzen, vor dem zu Bett gehen zu waschen. Sie verteilen sich ansonsten auf dem Kissen und können das Immunsystem die ganze Nacht reizen.
Autor: nnz/kn

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