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Projekt START-Musicalakademie (1)

Samstag, 18. April 2009, 07:05 Uhr
Mit der START-Musicalakademie sollen Kinder von Zuwanderern gefördert werden, die sich auszeichnen durch gute bis sehr gute schulische Leistungen, starkes und bemerkenswertes Persönlichkeitspotenzial und gesellschaftliches Engagement. In der Landesmusikakademie hat sich kn einmal bei dem Projekt umgesehen und informiert, wie man sich bewerben kann...

18 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus 9 Nationen, die jetzt in verschiedenen Bundesländern leben, erarbeiten seit Dienstag in der Landesmusikakademie Sondershausen gemeinsam unter Anleitung von Profis eigene musikalisch-künstlerische Gruppen- und Einzelbeiträge. Aufhänger und Inspiration ist das Musical Grease. Die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren werden durch das START-Stipendienprogramm für begabte Zuwanderer gefördert, das neben einer finanziellen Förderung vor allem auch eine ideelle Förderung durch Bildungsseminare in verschiedenen Bereichen vorsieht.

Erreicht werden soll, dass die Entwicklungschancen befähigter und zielstrebiger Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verbessert werden und sich Wege in berufliche Leitungsfunktionen eröffnen. Auf der einen Seite soll das interkulturelle Potenzial der Zuwandererkinder für unsere Gesellschaft genutzt werden, auf der anderen Seite soll es die erfolgreiche und beispielhafte Integration in die Gesellschaft verbessern. Näheres dazu, und wie man sich bewerben kann, erfahren Sie in teil 2 des Berichtes.

Und wie gefällt es den Jugendlichen hier in Sondershausen? Kn hatte gestern die Gelegenheit bei der Probenarbeit zu zusehen. In drei Workshops mit den Inhalten Gesang, Tanzen und Schauspiel werden die Jugendlich mit der Kunst vertraut gemacht. Dabei kommt durch die Rotation jeder in den Genuß eines Workshops. Für die Themen Live-Arrangement, Bandarbeit, Tanz/Bewegung, Musik erfinden und Vocal-Percussion, um nur einiges zu nennen, wurde Dozenten aus allen teile Deutschlands zusammengeführt, so aus Köln und Frankfurt. Das Ganze muss natürlich dann auch in der Praxis ausprobiert werden. Höhepunkt dieser Woche wird da sein, dass am Samstagabend ein Abschlussperformance dargeboten wird.

Start Musical (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Start Musical (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Mit zwei Teilnehmern war kn gestern ins Gespräch gekommen, mit Abira, die zwar aus Sri Lanka stammt, jetzt aber in Nordrhein-Westfalen lebt, und mit Sergej aus Kasachstan, der hier in Sondershausen wohnt. Auch wenn man sich hier musisch weiterbildet, heißt das noch nicht, dass man unbedingt eine "Profilaufbahn" einschlagen will. Abira ist in der 10. Klasse und will nach dem Abitur in den medizinischen Bereich oder gar in die Psychologie. Sie singt gern und hat mit ihrem Schultheater schon manchen Auftritt hinter sich.

Sergej will auf Lehramt studieren und Mathematik und Sozialkunde wären seine bevorzugten Fächer, aber auch die Wirtschaft hätte es ihm angetan. Sergej fühlt sich künstlerisch zum Tanz hingezogen. Beide vertreten die Ansicht, erst etwas richtiges lernen, und wenn man dann doch noch entdeckt wird, kann man immer noch in die Kultur abwandern.

Abira fühlt sich wohl in Sondershausen. Trotz des vollen Zeitplans konnte man Sondershausen und die Umgebung erkunden. Neben der Innenstadt hat Abira besonders die Natur rund um Sondershausen gefallen. Aber auch trotz der kurzen Anwesenheit ist es ihr nicht entgangen, dass trotz der in ihren Augen schönen Gegend, in Gesprächen rübergekommen ist, dass man hier schwer Arbeit bekommt und man eben doch gezwungen wird, die Stadt zu verlassen.
Autor: khh

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