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Immer mehr Mini-Jobs

Mittwoch, 29. April 2009, 12:04 Uhr
Eine steigende Zahl von Mini-Jobs ohne ausreichende Altersabsicherung hat die Industriegewerkschaft IG Bau für den Kyffhäuserkreis zu beklagen. Die kn mit den aktuellen Zahlen...


Eine steigende Zahl von Mini-Jobs ohne ausreichende Altersabsicherung hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt beklagt. So habe in den vergangenen Jahren die Zahl der Geringverdiener im Kyffhäuserkreis um 35 Prozent zugenommen. „Im Jahr 2001 hatten hier 1.917 Beschäftige ausschließlich einen Job von bis zu 400 Euro im Monat. Im vergangenen Jahr waren es bereits 2.588“, sagt Wilfried Grams, Vorsitzender des IG BAU-Bezirksverbands Nordthüringen, und verweist dabei auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Immer öfter verdrängten Mini-Jobs reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Insbesondere im Gebäudereinigerhandwerk seien geringfügige Beschäftigungsverhältnisse an der Tagesordnung.

„Dies ist eine fatale Entwicklung. Mini-Jobs bedeutet auch Mini-Renten. Wer schon heute nicht genug verdient, um über die Runden zu kommen, der geht im Alter erst recht am Bettelstab“, so der Gewerkschafter. Auch Langzeitarbeitslose und Menschen mit Erwerbsminderung seien die „Armutsopfer“ von morgen. Die Rente mit 67 mache das Problem noch schlimmer, weil sie den Rentenanspruch der Menschen nach hinten schiebe.

Wilfried Grams betont: „Drohende Altersarmut, zu wenig sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, zu viele Billigjobs und Niedriglöhne – damit dürfen sich die Menschen nicht einfach abfinden.“ Deshalb ruft der IG BAU-Bezirksverbandsvorsitzende zur aktiven Teilnahme an den Veranstaltungen des DGB und seiner Einzelgewerkschaften zum 1. Mai auf. Die Beschäftigten müssten im Superwahljahr ein deutliches Signal setzen. Grams: „Wenn nicht jetzt, wann dann...?“
Autor: kn

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