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kn: Wahlkampfecke: Arm trotz Arbeit

Dienstag, 02. Juni 2009, 07:01 Uhr
Unter dieser Überschrift beschäftigt sich ein Bericht der SPD zu den Themen Arbeitsbedingungen im Kyffhäuserkreis, Kinderarmut und Mindestlöhne...

"Auch wenn der landschaftliche Reiz und die kulturelle Vielfalt des Kyffhäuserkreises verlockend sind, die Arbeitsbedingungen sind es nicht. Jeder Zehnte ist im Land Thüringen arbeitslos, übermäßig viele arbeiten zu Niedriglöhnen. Vor allem die gut ausgebildeten jungen Menschen verlassen das Land, um sich anderswo eine viel bessere Zukunft aufzubauen. Es ist ein Teufelskreis, der inzwischen auch die Jüngsten trifft: Die Kinderarmut ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen," so Steffen Lemme.

Thüringen braucht den Mindestlohn
In Thüringen sind im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 14,91 Euro pro Stunde die niedrigsten Bruttoeinkommen Deutschlands gezahlt worden. Zum Vergleich: im Bundesdurchschnitt werden 20,02 Euro pro Stunde gezahlt, in den alten Bundesländern sogar 20,98 Euro pro Stunde. Durch die hohe Arbeitslosigkeit ist der Druck auf die Beschäftigten sehr hoch, so dass sie fast jede Stelle bis hin zur Sittenwidrigkeit annehmen müssen. Bisher hat Thüringen bei seinen Löhnen lediglich 71 Prozent des Westniveaus erreicht - und diese Zahl ist sogar rückläufig, wie das letzte Jahr beweist. "Der Lohnabstand reduziert Nachfrage und Kaufkraft und ist eine maßgebliche Ursache für die hohe Arbeitslosigkeit, die Abwanderung und den Niedergang weiterer Branchen", erläuterte Steffen Lemme, Bundestagskandidat der SPD im Bundestagswahlkreis 191.

Mehr als die Hälfte der arbeitenden Thüringer, nämlich 58 Prozent, erhielten nach eigenen Angaben keinen Existenz sichernden Lohn. Ein Viertel aller Beschäftigten verdienen in Thüringen weniger als den bundesweiten Durchschnittslohn. 46.000 Beschäftigte in Thüringen beziehen Hartz IV und gut die Hälfte von ihnen ist in einer Vollzeittätigkeit angestellt. "Wir brauchen in Deutschland einen branchenübergreifenden gesetzlichen Mindestlohn. Nur so kann Schmutzkonkurrenz über Lohndumping in allen Branchen wirksam bekämpft werden", kommentiert Steffen Lemme, die aktuelle Entwicklung.

Jede zweite Frau prekär beschäftigt
Frauen in Thüringen sind besonders von der dramatischen Niedriglohnsituation betroffen. Nahezu die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen in Thüringen ist prekär beschäftigt. Fast jede fünfte Frau verdient weniger als 469 Euro pro Monat.
Thüringer arbeiten am längsten für die niedrigsten Löhne
Doch damit nicht genug: Die Thüringer müssen bundesweit mit 1.442 Arbeitsstunden pro Jahr am längsten für ihre Niedriglöhne arbeiten. Das sind 22 Stunden mehr als im ostdeutschen Durchschnitt und sogar 100 Arbeitsstunden mehr als in den alten Bundesländern.

Die Einführung von Mindestlöhnen würde sich maßgeblich auf die Entwicklung des ganzen Bundeslandes auswirken. Durch höhere Löhne könnte die Binnennachfrage gestärkt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Mindestlöhne könnten außerdem für junge Menschen Anreize schaffen, in ihrer schönen Heimat zu bleiben und dort ihre Zukunft zu gestalten.
Autor: khh

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