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Rentennotstand droht

Mittwoch, 10. Juni 2009, 16:49 Uhr
Mini-Renten für jahrelangen Knochenjob: Zum „Tag der Gebäudereinigung“ am kommenden Montag (15. Juni) hat die IG BAU auf die teilweise „dramatische Altersversorgung“ der rund 1.100 Reinigungskräfte im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis hingewiesen. In kaum einer anderen Branche sei das Risiko von Altersarmut so groß...


Rentennotstand (Foto: IG Bau) Rentennotstand (Foto: IG Bau) „Niedriglöhne sind in der Gebäudereinigung an der Tagesordnung. Trotz eines Vollzeit-Jobs steht am Ende eine Rente, die kaum zum Leben reicht oder sogar noch unter der Altersgrundsicherung liegt“, so der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Nordthüringen, Wilfried Grams.

Der Mindestlohn für eine Reinigungskraft liegt nach Angaben der Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU bei 6,58 Euro pro Stunde. „Netto bleibt selbst bei einer Vollzeitkraft kaum genug Geld übrig, um Miete und Lebenshaltungskosten zu decken. Davon noch eine private Altersvorsorge aufzubauen, ist vollkommen unmöglich“, so der Gewerkschafter. Noch dramatischer sei die Situation bei den geringfügig Beschäftigten. Viele Gebäudereiniger im Kyffhäuserkreis arbeiteten ausschließlich in einem 400-Euro-Job. Wilfried Grams: „Da sieht es mit der Rente ganz bitter aus – die Armutsfalle im Alter ist vorprogrammiert.“

Um den Gebäudereinigern eine bessere Zukunftsperspektive im Alter zu geben, muss es, so der Gewerkschafter, dringend Verbesserungen in der Altersversorgung geben. „Die IG BAU hat in den laufenden Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk hierzu den Vorschlag einer tariflichen Zusatz-Rente gemacht. In einer Branche mit Niedriglöhnen und immer härter werdenden Arbeitsbedingungen ist eine zusätzliche, durch die Arbeitgeber finanzierte Altersvorsorge überfällig“. Davon würden auch geringfügig Beschäftigte profitieren. Für eine 400-Euro-Kraft sollen Betriebe jährlich mindestens 100 Euro in eine Zusatz-Rentenkasse einzahlen. Das sieht ein Vorschlag der Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU vor.

Wilfried Grams: „In der laufenden Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk haben sich die Arbeitgeber bislang äußerst stur gegenüber den Forderungen der IG BAU gezeigt. Am 19. Juni geht es erneut um die Altersvorsorge und um unsere Forderung nach 8,7 Prozent mehr Lohn. Das ist die letzte Möglichkeit zum Einlenken für die Arbeitgeber“.
Autor: nnz/kn

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