Licht am Horizont?
Dienstag, 16. Juni 2009, 14:23 Uhr
Die Geschäftserwartungen Thüringer Unternehmen zeigen sich wie-der etwas aufgehellt. Das ist das Ergebnis der heute veröffentlichten DIHK-Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2009. Darin eingeflos-sen sind auch die Antworten von rund 1.000 befragten Unternehmen im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt...
Der freie Fall der Wirtschaft scheint vorerst gestoppt, die Talsohle aber noch nicht durchschritten, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorliegenden Daten. Die Auftragslage und Kapazitätsauslastung in den Unternehmen habe sich abermals deutlich verschlechtert. Selbst die umfangreichen staatlichen Investitionsprogramme des Konjunkturpakets II kämen bisher in der Regionalwirtschaft kaum an. Die Kommunen zögerten mit der Auftragsvergabe.
Während in den benachbarten Bundesländern Bayern und Hessen die Bagger schon seit langem rollten, wären in Thüringen noch nicht einmal 10 Prozent der zur Verfügung stehenden 425 Millionen Euro in bewilligten Projekten umgesetzt, kritisiert Grusser. Landes- und Kommunalpolitiker sollten ihren wortreichen Ankündigungen nun endlich auch Taten folgen lassen und sich nicht unverrichteter Dinge in die Sommerpause verabschieden.
Lediglich 14 Prozent der Manager beurteilen ihre aktuelle Lage mit gut. Dagegen laufen bei 41 Prozent die Geschäfte äußerst schleppend, berichtet der IHK-Chef. Entsprechend negativ hätten sich auch die Erträge entwickelt. Knapp jeder Dritte stecke bereits in den roten Zahlen, noch im Januar dieses Jahres waren es nur 14 Prozent.
Als Folge bleibe die Investitionstätigkeit äußerst zurückhaltend. Mehr als die Hälfte der Unternehmerplane Abstriche oder wolle gar nicht investieren. Dies wirke sich natürlich auch auf die Beschäftigungspläne aus. Die wirtschaftlich schwierige Situation beeinflusst zunehmend den Arbeitsmarkt. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre werden sich wohl nicht fortsetzen, befürchtet Grusser.
Da der Arbeitsmarkt der Konjunktur zeitversetzt folge, sei in den nächsten Monaten ein weiterer Beschäftigungsabbau zu erwarten. Das Kurzarbeitergeld gewährt nur einen Aufschub, es bringt keine neuen Aufträge, gibt der IHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Erfüllten sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Trendwende nicht, könnten die Arbeitslosenzahlen sprunghaft ansteigen. Umso wichtiger wäre jetzt ein entschlossenes Handeln der politischen Entscheidungsträger bei der Umsetzung der Konjunkturpakete.
Autor: nnz/knDer freie Fall der Wirtschaft scheint vorerst gestoppt, die Talsohle aber noch nicht durchschritten, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorliegenden Daten. Die Auftragslage und Kapazitätsauslastung in den Unternehmen habe sich abermals deutlich verschlechtert. Selbst die umfangreichen staatlichen Investitionsprogramme des Konjunkturpakets II kämen bisher in der Regionalwirtschaft kaum an. Die Kommunen zögerten mit der Auftragsvergabe.
Während in den benachbarten Bundesländern Bayern und Hessen die Bagger schon seit langem rollten, wären in Thüringen noch nicht einmal 10 Prozent der zur Verfügung stehenden 425 Millionen Euro in bewilligten Projekten umgesetzt, kritisiert Grusser. Landes- und Kommunalpolitiker sollten ihren wortreichen Ankündigungen nun endlich auch Taten folgen lassen und sich nicht unverrichteter Dinge in die Sommerpause verabschieden.
Lediglich 14 Prozent der Manager beurteilen ihre aktuelle Lage mit gut. Dagegen laufen bei 41 Prozent die Geschäfte äußerst schleppend, berichtet der IHK-Chef. Entsprechend negativ hätten sich auch die Erträge entwickelt. Knapp jeder Dritte stecke bereits in den roten Zahlen, noch im Januar dieses Jahres waren es nur 14 Prozent.
Als Folge bleibe die Investitionstätigkeit äußerst zurückhaltend. Mehr als die Hälfte der Unternehmerplane Abstriche oder wolle gar nicht investieren. Dies wirke sich natürlich auch auf die Beschäftigungspläne aus. Die wirtschaftlich schwierige Situation beeinflusst zunehmend den Arbeitsmarkt. Die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre werden sich wohl nicht fortsetzen, befürchtet Grusser.
Da der Arbeitsmarkt der Konjunktur zeitversetzt folge, sei in den nächsten Monaten ein weiterer Beschäftigungsabbau zu erwarten. Das Kurzarbeitergeld gewährt nur einen Aufschub, es bringt keine neuen Aufträge, gibt der IHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Erfüllten sich die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Trendwende nicht, könnten die Arbeitslosenzahlen sprunghaft ansteigen. Umso wichtiger wäre jetzt ein entschlossenes Handeln der politischen Entscheidungsträger bei der Umsetzung der Konjunkturpakete.
