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nnz/kn-Interview: Neuer Name

Montag, 29. Juni 2009, 09:57 Uhr
Die Premiere für die diesjährige Ausgabe der Sondershäuser Schlossfestspiele rückt immer näher. Wir haben heute mit Theater-Intendant Lars Tietje gesprochen...


Tietje (Foto: I. Kühn) Tietje (Foto: I. Kühn) nnz/kn: Wie kam es zu den Schlossfestspielen?

Tietje: 2004 war die Landesausstellung in Sondershausen, zu der sehr viele Touristen gekommen sind, um sich diese sehr interessante Ausstellung anzusehen. Daraufhin haben die Stadt und die Kyffhäusersparkasse gemeinsam gesagt, wir wollen etwas machen, was anschließt, was den Schwung nutzt. Es sollte etwas mit Musik sein, weil Sondershausen eine lange Musiktradition hat und Residenztradition. Es gab mehrere Bewerber, u. a. auch uns mit dem Konzept, dass wir ein jährliches Musiktheaterfestival bieten wollen, so auch das Schloss einbinden, das Loh-Orchester einsetzen und außerdem die Musikausbildungstradition von Sondershausen weiterführen, indem wir eine Sommerakademie für junge Sängerinnen und Sänger machen.

Mit ihnen wollten wir in sieben Wochen Probenarbeit eine Produktion erarbeiten, die eine Qualität hat, die auch touristisch vermarktet werden kann. Es hat sich gezeigt, dass dieses Konzept richtig war. Gleich die ersten Schlossfestspiele waren ein sehr großer Publikumserfolg. Es waren nicht nur sehr viele Besucher da, es hat ihnen auch sehr gut gefallen.

nnz/kn: In diesem Jahr wird eingeladen zu den nunmehr 4. Schlossfestspielen. Ist das Konzept aufgegangen?

Tietje: Das Konzept ist noch besser aufgegangen, als ich es zu hoffen gewagt hatte. Was jetzt auch sehr gut funktioniert, ist die Integration in die Stadt, dass wir in Sondershausen für neun Wochen präsent sind. Wir kommen nicht mit einer fertigen Produktion, sondern wir sind neun Wochen direkt vor Ort - sieben Wochen proben wir, zwei Wochen wird gespielt. Die Menschen, die beteiligt sind, sind in Sondershausen präsent. Das strahlt wieder aus. Die Menschen in Sondershausen sind stolz auf die Schlossfestspiele, die hier stattfinden, das zeigen sie auch nach außen. Auch der überregionale Zuspruch nimmt zu. Wir haben immer mehr Anfragen von überregionalen Busunternehmen und Reiseveranstaltern, aber auch von individuell Reisenden.

nnz/kn: Woher kommen die Zuschauer, gibt es ein Stammpublikum?

Tietje: Die meisten Besucher kommen aus einem Umkreis von bis zu eineinhalb Stunden Fahrtzeit. Wir haben aber auch Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland. Derzeit richten sich die Schlossfestspiele allerdings vor allem. an die erweiterte Region Nordthüringen, den Süden des Freistaats sowie Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Wir sind mittlerweile auf allen wichtigen deutschen Reisemessen vertreten. Wenn es dem Reiseveranstalter passt, er Kultur im Programm hat oder Sondershausen auf der Route liegt, dann sind unsere Festspiele auch ein willkommener Baustein auf der Reise.

Wir werden unterstützt von Thüringen Tourismus. Sie nehmen unser Angebot mit auf Messen, um die Schlossfestspiele Sondershausen in anderen Regionen bekannt zu machen.

nnz/kn: Bislang heißt es immer noch Schlossfestspiele Sondershausen, wird sich der Name künftig ändern?

Tietje: Wir sind die einzigen Musiktheater-Schlossfestspiele des Freistaates. Die Stiftung Schlösser und Gärten möchte in ihren Schlössern kein weiteres Festival dieser Art, sondern möchte gern, das es ein Alleinstellungsmerkmal für Sondershausen bleibt. Ab nächstem Sommer können wir uns daher „Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen“ nennen. Das Publikum kann sich dann auf Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ freuen.

nnz/kn: Kann man schon verraten, was die „Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen“ im Jahr 2011 bieten werden?

Tietje: 2011 begehen wir das Thüringer Liszt-Jahr. Thüringen feiert das Jubiläum seines Weltbürgers Franz Liszt. Franz Liszt war nachweislich mindestens sechs Mal in Sondershausen, hat dort seine Werke vom Loh-Orchester aufführen lassen, hat dort gelehrt und sich in Sondershausen aber auch mit bedeutenden Künstlern und Komponisten seiner Zeit getroffen. Dementsprechend gehört Sondershausen zu den Lisztstädten und wir werden uns mit Liszt auch an den Schlossfestspielen beteiligen.

Ministerpräsident Dieter Althaus hat ja in der vergangenen Woche vorgestellt, was Thüringen im Lisztjahr alles vorhat. Die Thüringer Schlossfestspiele Sondershausen werden sich vom musikalischen Angebot sicher etwas abheben, denn wir bringen die einzige Oper, die Liszt geschrieben hat, zur Aufführung: „Don Sanche – oder Das Schloss der Liebe“ – eine echte Rarität. Die Aufführungsrechte haben wir in Ungarn erworben

nnz/kn: Welche Höhepunkte wird es denn zu den diesjährigen Schlossfestspielen beim „Weißen Rössl“ geben?

Tietje: Der Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer, wird in der Operette „Im weißen Rössl“ den Bürgermeister spielen. Darüber freue ich mich persönlich sehr, weil er seine Identifikation mit der Stadt und den Schlossfestspielen auch dadurch zeigt. Wir werden ja auch sehr von der Stadt Sondershausen unterstützt. Joachim Kreyer war schon bei einigen Proben, hat schon direkten Kontakt mit den Darstellern und dem Regieteam knüpfen können. Erwartet wird zu den diesjährigen Schlossfestspielen auch wieder Prominenz aus Wirtschaft, Kultur und Politik, u. a. auch Thüringens Bau-, Verkehrs- und Medienminister Gerold Wucherpfennig.

Das Konzert „Rock meets Classic“ ist neben dem „Weißen Rössl“ ein ergänzendes Angebot zu den diesjährigen Schlossfestspielen und wird ein echter Höhepunkt am 8. Juli um 20 Uhr. Es ist ein besonderes Konzert, das man nicht alle Tage hört, mit einer sehr hohen Qualität, ein sehr attraktives Konzert für Jung und Alt.

Die Gastronomie wird zu den Schlossfestspielen gegenüber den Vorjahren erweitert. Bereits 90 Minuten vor der Vorstellung öffnen sich die Tore des Schlosshofes. Es wird dann schon zum Essen und Trinken eingeladen. Auch nach der Vorstellung haben die Gäste Gelegenheit, den Abend im Schlosshof oder im Vestibül ausklingen zu lassen. Wir bieten außerdem noch drei besondere Feste zur Premiere, zur letzten Vorstellung, und am 11. Juli machen wir ein Künstlerfest mit Publikum. Der Eintritt für die Feste ist für die Schlossfestspielbesucher frei.

nnz/kn: Wie sieht es mit Parkmöglichkeiten aus?

Tietje: Es gibt genügend Möglichkeiten, das Auto abzustellen. Ich empfehle das Parkhaus der Galerie am Schlossberg. Von dort haben die Besucher den kürzesten Weg, um auf den Schlosshof zu kommen. Es hat an allen Festspielabenden geöffnet.

nnz/kn: Wir danken für das Gespräch.
Autor: nnz/kn

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