Nationaler Kongress Demografischer Wandel"
Mittwoch, 01. Juli 2009, 17:18 Uhr
Gestern hatte der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD), auf dem nationalen Demografiekongress die Bilanz des Modellvorhabens "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" gezogen...
Theoretisch klingt einiges, was Minister Tiefensee sagte recht plausibel:
"Der demografische Wandel trifft die neuen Länder besonders stark. In den ländlichen Regionen wird die demografische Entwicklung durch die Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Menschen noch beschleunigt. Dadurch verschärft sich das Problem des Fachkräftemangels für die Unternehmen weiter. Auch ländliche Regionen in den alten Bundesländern sind zunehmend betroffen. Deswegen muss die Gestaltung des demografischen Wandels jetzt von einer Modellaufgabe zur Regelaufgabe werden. Das Thema gehört ganz oben auf die Tagesordnung, damit Menschen in ländlichen Regionen eine Perspektive in ihrer Heimat bekommen und bleiben. Sie haben unabhängig von ihrem Wohnort ein Anrecht auf eine gleichwertige Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen und Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung. Hierfür haben wir mit dem Modellprojekt "Region schafft Zukunft" einen erfolgreichen strategischen Ansatz geschaffen, der Grundlage für eine künftige Demografiepolitik sein muss."
"Die demografische Entwicklung verläuft unterschiedlich. Ländliche Regionen benötigen deswegen ausreichend Gestaltungsspielraum, um eigene praktikable Antworten zu finden. Bund und Länder müssen sich stärker in der Demografiepolitik abstimmen. Wirtschafts-, Bildungs-, Raum- und Stadtentwicklungspolitik sowie Gesundheits- und Familienpolitik müssen einbezogen werden, wenn wir den Spielraum für Eigeninitiative der Regionen in Zukunft erweitern wollen", forderte Tiefensee.
Die Folgen des demografischen Wandels seien heute in fast allen Lebensbereichen spürbar. Um der Verunsicherung der Menschen durch neue Zukunftsperspektiven entgegenzuwirken, hat das Ministerium 2007 das Modellvorhaben "Region schafft Zukunft" in den Regionen Südharz-Kyffhäuser und Stettiner Haff gestartet. 2009 kamen die westdeutschen Modellregionen Nordfriesland und Werra-Meißner-Kreis hinzu. Das Modellvorhaben setzt auf die regionalen Stärken, eine Doppelstrategie aus Gegensteuern und Anpassen und die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um in den Regionen Perspektiven und Lebensqualität für die Menschen zu sichern.
Die Ergebnisse des zweijährigen Modellvorhabens dokumentiert das Magazin "Region schafft Zukunft: Demografischen Wandel aktiv gestalten", das zum Kongress erschienen ist. Nähere Informationen finden Sie unter www.region-schafft-zukunft.de.
Schaut man aber in einige der Projekte rein ist leider noch nicht viel zu finden. Als Beispiel könnte dienen das "Mobilitätskonzept für den öffentlichen Nahverkehr". Außer der 48 - Stundentour am 15./16. August und des "leben lassen des Wanderbusses" ist bisher nicht viel zu Stande gekommen. Von einer Wiederbelebung der Kyffhäuser- oder Unstrutbahn ganz zu schweigen.
Oder nimmt man mal die "Großräumige verkehrswirtschaftliche Untersuchung zur Neuausrichtung des Bundes- und Landesstraßennetzes in den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Kyffhäuserkreis nach Fertigstellung von A 38 und A 71". Es ist ja nicht mal absehbar, wann denn die A 71 durchgängig befahrbar ist. Da muss vieles in der Theorie bleiben, weil die tatsächlichen Verkehrsströme noch nicht bekannt sein können.
Am zählbarsten sind wohl die Mittel beim Einsatz in der Cruciskirche Sondershausen zu sehen, und dem PR im Gefolge, der weitere Fördertöpfe öffnete. Hier kann man fast täglich sehen, was der Förderverein auf die Beine stellt.
Das Modellvorhaben endet in den ostdeutschen Regionen im September 2009. Die westdeutschen Regionen profitieren von den Erkenntnissen, die seit Sommer 2007 im Stettiner Haff und in Südharz-Kyffhäuser gesammelt wurden, hier läuft das Projekt bis Ende 2010. Die Umsetzung der demografischen Handlungskonzepte in den vier Modellregionen fördert der Bund mit insgesamt 5,7 Millionen Euro.
Fragt man allerdings Experten, wie viele Arbeitsplätze in der Region entstanden sind, erhält man bisher meist nur ein Achselzucken. Ist ja auch kein Wunder. Das meiste Geld ist in Beraterfirmen geflossen, die außerhalb des Gebietes ihren Sitz haben. Dort hat das Geld des Demografischer Wandel offenbar mehr gebracht, als in der Förderregion selbst. Wenn im September im Kyffhäuserkreis Schluss mit dem Projekt ist, wird es hoffentlich eine saubere Abrechnung geben, was die Gelder im Kyffhäuserkreis wirklich bewegt haben. Auf die Abrechnung darf man wirklich mal gespannt sein.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khhTheoretisch klingt einiges, was Minister Tiefensee sagte recht plausibel:
"Der demografische Wandel trifft die neuen Länder besonders stark. In den ländlichen Regionen wird die demografische Entwicklung durch die Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Menschen noch beschleunigt. Dadurch verschärft sich das Problem des Fachkräftemangels für die Unternehmen weiter. Auch ländliche Regionen in den alten Bundesländern sind zunehmend betroffen. Deswegen muss die Gestaltung des demografischen Wandels jetzt von einer Modellaufgabe zur Regelaufgabe werden. Das Thema gehört ganz oben auf die Tagesordnung, damit Menschen in ländlichen Regionen eine Perspektive in ihrer Heimat bekommen und bleiben. Sie haben unabhängig von ihrem Wohnort ein Anrecht auf eine gleichwertige Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen und Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung. Hierfür haben wir mit dem Modellprojekt "Region schafft Zukunft" einen erfolgreichen strategischen Ansatz geschaffen, der Grundlage für eine künftige Demografiepolitik sein muss."
"Die demografische Entwicklung verläuft unterschiedlich. Ländliche Regionen benötigen deswegen ausreichend Gestaltungsspielraum, um eigene praktikable Antworten zu finden. Bund und Länder müssen sich stärker in der Demografiepolitik abstimmen. Wirtschafts-, Bildungs-, Raum- und Stadtentwicklungspolitik sowie Gesundheits- und Familienpolitik müssen einbezogen werden, wenn wir den Spielraum für Eigeninitiative der Regionen in Zukunft erweitern wollen", forderte Tiefensee.
Die Folgen des demografischen Wandels seien heute in fast allen Lebensbereichen spürbar. Um der Verunsicherung der Menschen durch neue Zukunftsperspektiven entgegenzuwirken, hat das Ministerium 2007 das Modellvorhaben "Region schafft Zukunft" in den Regionen Südharz-Kyffhäuser und Stettiner Haff gestartet. 2009 kamen die westdeutschen Modellregionen Nordfriesland und Werra-Meißner-Kreis hinzu. Das Modellvorhaben setzt auf die regionalen Stärken, eine Doppelstrategie aus Gegensteuern und Anpassen und die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um in den Regionen Perspektiven und Lebensqualität für die Menschen zu sichern.
Die Ergebnisse des zweijährigen Modellvorhabens dokumentiert das Magazin "Region schafft Zukunft: Demografischen Wandel aktiv gestalten", das zum Kongress erschienen ist. Nähere Informationen finden Sie unter www.region-schafft-zukunft.de.
Schaut man aber in einige der Projekte rein ist leider noch nicht viel zu finden. Als Beispiel könnte dienen das "Mobilitätskonzept für den öffentlichen Nahverkehr". Außer der 48 - Stundentour am 15./16. August und des "leben lassen des Wanderbusses" ist bisher nicht viel zu Stande gekommen. Von einer Wiederbelebung der Kyffhäuser- oder Unstrutbahn ganz zu schweigen.
Oder nimmt man mal die "Großräumige verkehrswirtschaftliche Untersuchung zur Neuausrichtung des Bundes- und Landesstraßennetzes in den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Kyffhäuserkreis nach Fertigstellung von A 38 und A 71". Es ist ja nicht mal absehbar, wann denn die A 71 durchgängig befahrbar ist. Da muss vieles in der Theorie bleiben, weil die tatsächlichen Verkehrsströme noch nicht bekannt sein können.
Am zählbarsten sind wohl die Mittel beim Einsatz in der Cruciskirche Sondershausen zu sehen, und dem PR im Gefolge, der weitere Fördertöpfe öffnete. Hier kann man fast täglich sehen, was der Förderverein auf die Beine stellt.
Das Modellvorhaben endet in den ostdeutschen Regionen im September 2009. Die westdeutschen Regionen profitieren von den Erkenntnissen, die seit Sommer 2007 im Stettiner Haff und in Südharz-Kyffhäuser gesammelt wurden, hier läuft das Projekt bis Ende 2010. Die Umsetzung der demografischen Handlungskonzepte in den vier Modellregionen fördert der Bund mit insgesamt 5,7 Millionen Euro.
Fragt man allerdings Experten, wie viele Arbeitsplätze in der Region entstanden sind, erhält man bisher meist nur ein Achselzucken. Ist ja auch kein Wunder. Das meiste Geld ist in Beraterfirmen geflossen, die außerhalb des Gebietes ihren Sitz haben. Dort hat das Geld des Demografischer Wandel offenbar mehr gebracht, als in der Förderregion selbst. Wenn im September im Kyffhäuserkreis Schluss mit dem Projekt ist, wird es hoffentlich eine saubere Abrechnung geben, was die Gelder im Kyffhäuserkreis wirklich bewegt haben. Auf die Abrechnung darf man wirklich mal gespannt sein.
Karl-Heinz Herrmann
