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Stoppuhr für Stadtrat?

Dienstag, 07. Juli 2009, 07:01 Uhr
Warum sich eventuell eine Stoppuhr für den Stadtrat von Sondershausen lohnen könnte, und weitere nicht unbedingt ernst gemeinte Tipps gibt es hier...

Bei so einer Vernissage kommt man in Gespräche, und spricht über Dinge, die nicht unbedingt mehr mit der besichtigten Kunst zu tun hatte. So passierte es auch bei der Ausstellungseröffnung zu Heinz Scharr in Sondershausen. Thema war plötzlich der Stadtrat von Sondershausen, der zum Schreiben dieser nicht unbedingt toternst gemeinten Zeilen anregte. Hintergrund ist, dass im Stadtrat von Sondershausen 10 verschiedene Parteien und Organisationen vertreten sind.

Es gab ja früher schon öfter längere Diskussionen im Stadtrat, wenn die Meinungen mal so richtig aufeinanderprallen. Bei der jetzt neuen Zusammensetzung könnte das zum Problem werden. Man muss nur mal durchrechnen, wenn jeder Vertreter einer Partei oder Organisation nur drei Minuten Redezeit hat, ist schon locker mal eine halbe Stunde rum. Böse Zungen würden sagen, nach der halben Stunde ist noch nicht mal was rausgekommen. Aber das sind nur böse Zungen. Wenn dann gar noch bei größeren Fraktionen eine zweite Stimme kommt, kann ein Tagesordnungspunkt schon dauern, ehe es zur Abstimmung kommt. Und zwanzig Tagungsordnungspunkte in einer Stadtratsitzung waren in der Vergangenheit schon öfter mal drin, und das nur im öffentlichen Teil!

Da ist es schon überlegenswert, in der Geschäftsordnung mal die Redezeit zu begrenzen. Frei nach dem alten Slogan: Fasse Dich kurz. Na ja, was festgelegt werden würde, müsste natürlich auch kontrolliert werden. Deshalb dann auch die Stoppuhr, um alles aktenkundig festzuhalten. Denn Ordnung muss sein. Vielleicht muss man auch festlegen, dass man sich nicht mehr unbegrenzt äußern darf? Nein, das hat eventuell demokratische Fallstricke. Aber vielleicht sind die Stadträte viel disziplinierter, als es sich so eine Gesprächsrunde bei einer Vernissage ausmalen kann. Aber über solche Themen nachdenken sollte man schon mal, oder?

Auch über eine andere Sache könnte man sich Gedanken machen. Bisher kam man im Stadtrat ohne Catering aus. Ob das so noch Bestand haben wird? Im Kreistag ist eine Essenspause schon immer Usus, warum nicht auch im Stadtrat. Schließlich haben einige ja auch schon eine halbe Weltreise hinter sich, wenn bis aus Kleinberndten (Ortsbürgermeister) nach Sondershausen kommen. Nicht das bald ein Stadtrat wegen eines Hungerastes am Ende einer Mammutsitzung seine Hand nicht mehr bei der Abstimmung heben kann und es zu einer Vertagung kommt!

Ja, ja, Politik kann schon ein hartes Geschäft sein. Es gibt viel zu tun, warten wir ab, was so passiert. Meist kommt es ja doch schlimmer, als man es sich je erträumt hat. Aber es war nun mal der Wählerwille und da müssen alle in den jetzt noch unreifen Apfel beißen, der bei der Trockenheit schon vorzeitig vom Baum gefallen ist.
Autor: khh

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