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Vorgestellt: Deutschland

Freitag, 24. Juli 2009, 08:13 Uhr
Über das Volleyball-Highlight dieses Jahres hatte die nnz bereits berichtet. Am 31. Juli stehen sich in der Nordhäuser Wiedigsburghalle die Nationalmannschaften von Deutschland und Spanien gegenüber. Wir stellen Ihnen die deutsche Nationalmannschaft vor...


36 Jahre lang liefen deutsche Männer-Nationalmannschaften vergeblich einem Traum hinterher – der Teilnahme an den Olympischen Spielen. 2008 wurde dieser Bann endlich gebrochen. Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt, begeisternden Auftritten und dem notwendigen Quäntchen Glück gelang bei der Olympia-Qualifikation in Düsseldorf das „Historische“: Mit den Siegen über Taiwan (3:0), Kuba und Spanien (jeweils 3:2) stand fest: Die DVV-Männer nehmen an den Olympischen Spielen 2008 in Peking teil.

Das erste Ziel war erreicht, in Peking sollte das zweite, das Überstehen der Vorrunde und der Einzug in das Viertelfinale, realisiert werden. Allerdings standen der deutschen Mannschaft mit den Teams aus Polen, Russland, Serbien und Brasilien neben Ägypten vier Weltklasse-Nationen gegenüber, von denen mindestens eine geschlagen werden musste. Die Mannschaft um Kapitän Björn Andrae erwischte beim 0:3 gegen Vize-Weltmeister Polen einen schlechten Start in das Turnier, um zwei Tage später eines der besten Spiele einer deutschen Männer-Nationalmannschaft überhaupt abzuliefern. Gegen Russlang agierte die DVV-Auswahl aggressiv und voller Emotionen, leider konnte ein Matchball nicht genutzt werden und die Partie ging 2:3 verloren.

Die Chance auf das Viertelfinale wurde mit dem „Pflichtsieg“ gegen Ägypten (3:0) gewahrt, ehe das entscheidende Spiel gegen den EM-Dritten Serbien auf dem Programm stand. Zuletzt hatten die Serben zwei Niederlagen gegen Deutschland kassiert, in Peking erwiesen sie sich jedoch als besser. Nach dem 1:3 aus deutscher Sicht hätte schon ein Wunder in Form eines Erfolges über Olympiasieger Brasilien geschehen müssen. Nachdem dieses ausblieb (0:3), stand fest: Deutschland hatte nach seiner Rückkehr auf die olympische Bühne teilweise stark gespielt, die Konstanz fehlte jedoch, um einen der „Großen“ hinter sich zu lassen.

Das Turnier in Peking war zugleich der letzte Wettkampf von Stelian Moculescu als Bundestrainer. Moculescu hatte seinen Rücktritt bereits vor der Olympia-Qualifikation angekündigt. Unter Moculescu sind die DVV-Männer Stück für Stück in die Weltspitze vorgedrungen, die Etappen WM 2006 (9. Platz), EM 2007 (5. Platz) und Olympische Spiele 2008 (9. Platz) unterstreichen dies ebenso eindrucksvoll wie Weltranglistenplatz 14. Der streitbare Ex-Nationalspieler hatte stets gesagt, dass der Aufbau einer Mannschaft mindestens eine, wenn nicht zwei Olympiaden Zeit brauche. Damit hatte er Recht und konnte nach getaner Arbeit zurück treten.

Sein Nachfolger ist ein weltweit anerkannter Vertreter seines Fachs: Raul Lozano war bei den Olympischen Spielen in Peking als Trainer der Polen noch Gegner der DVV-Männer, nun übernimmt er das Kommando in Deutschland. Die Polen führte Lozano zur Vize-Weltmeisterschaft (2006) und zu Platz fünf in Peking, er ist im Volleyball verrückten Polen ein Mega-Star. Kann er Ähnliches in Deutschland bewirken?

Das wird schon das Jahr 2009 zeigen, wenn Lozano mit seiner neuen Mannschaft in der WM-Qualifikation, in der European League und bei der EM-Endrunde aktiv ist. In der WM-Qualifikation ging es ordentlich los, die Qualifikation für die finale Runde wurde in der Poprad/Slowakei gegen Kroatien, Weißrussland und die Gastgeber locker geschafft. In der finalen Runde warten nun vom 7.-9. August in Tampere/Finnland mit Russland, Finnland und Belgien allerdings gewaltige „Brocken“, Platz zwei würde das Ziel von der WM-Teilnahme 2010 in Italien bedeuten.

Um dies zu realisieren, wird u.a darauf ankommen, welche etablierten Kräfte dem argentinischen Trainer zur Verfügung stehen. Spieler wie Jochen Schöps (Odintsovo/RUS), Simon Tischer (Piräus/GRE) oder

Björn Andrae (Athen/GRE) sind internationale Größen und (noch) nicht zu ersetzen, die Olympia-Teilnehmer Stefan Hübner (Treviso/ITA), Ralph Bergmann (zuletzt Ankara/TUR) und Mark Siebeck (Modena/ITA) erklärten ihren Rücktritt. Somit muss das nacholympische Jahr und die European League auch dazu genutzt werden, junge Spieler zu sichten, aus- und fortzubilden. Damit das Warten auf die nächste Olympia-Teilnahme nicht erneut 36 Jahre dauert.
Autor: nnz

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