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Trend stabilisiert sich

Freitag, 24. Juli 2009, 12:34 Uhr
Das Münchener IFO-Institut hat mit seinen heutigen Zahlen und dem Index wieder Hoffnung in der Wirtschaft geweckt. Trifft das aber auch für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis zu? Die Antwort gibt es wie immer mit einem Klick...


„Die aktuellen Zahlen lassen vorsichtig aufatmen. Es spricht einiges dafür, dass der konjunkturelle Sturzflug vorüber ist. Die Wirtschaft scheint sich so langsam aus dem Würgegriff der Krise zu befreien“, kommentiert Erfurts IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die aktuellen Zahlen.

Auch in Thüringen würden sich die Anzeichen für eine Konjunkturwende verdichten. Von April bis Mai seien die Auslandsumsätze in der Industrie um 15 Prozent gestiegen und die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe hätten ebenfalls kräftig zugelegt. Allerdings bewege sich die Konjunkturerholung noch auf hauchdünnem Eis. „Das Niveau ist ziemlich niedrig. Immerhin mussten die Industriefirmen im Jahresvergleich der ersten fünf Monate einen Umsatzeinbruch von 23 Prozent verkraften“, so der IHK-Chef.

Die Turbulenzen seien noch nicht ausgestanden, warnt Grusser vor übertriebenem Optimismus. Die Liste der lauernden Gefahren wäre lang. Sie reiche von der zögerlichen Kreditvergabe der Banken bis zum Konsumverhalten verunsicherter Verbraucher. Spätestens im Herbst werde die Krise den Arbeitsmarkt voll erreichen und dann auch auf Binnenbranchen durchschlagen, wie den Einzelhandel, das Gastgewerbe oder die Freizeitwirtschaft. Dieses Risiko überschatte momentan sämtliche Erholungsszenarien.

Laut aktueller IHK-Konjunkturumfrage plane bereits jetzt jede dritte Firma, in den nächsten Monaten einen Teil der Mitarbeiter zu entlassen. „Trotz erster erfreulicher Aufschwungsignale liegt also noch ein schwieriger Marathon vor der Wirtschaft. Von Normalität sind wir leider noch mei-lenweit entfernt“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Es werde noch geraume Zeit vergehen, bis die Unternehmer wieder in neue Maschinen und Werkhallen investieren. Der Wettlauf um die schlechteste Prognose scheine aber zumindest beendet und die konjunkturelle Schockstarre gelöst.
Autor: nnz/kn

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