kyffhaeuser-nachrichten.de

Kn auf Reisen (2)

Mittwoch, 29. Juli 2009, 12:01 Uhr
Neben Marienkäfer Plage, und unnötiger Staus auf der Autobahn lauerten noch andere Gefahren an der Ostseeküste. Welche, erfahren Sie hier...

Frei nach dem Motto, in der Krise werden viele nicht ins langsam teure Ausland fahren, sondern in der Heimat bleiben, werden wir sie mal gebührend an der Ostseeküste empfangen. Einige Kommunen haben sich da tolles ausgedacht. Man will ja schließlich von den Urlaubern leben, da muss man auch mal kräftig absahnen. War der Reporter dieser Zeitung vor wenigen Jahren am Timmendorfer Strand selbst in Strandnähe noch auf kostenlose Langzeitparkplätze gestoßen, war bzw. ist man an der östlichen Ostseeküste um Warnemünde herum nicht mehr zimperlich.

In küstennahen Orten einen kostenlosen Langzeitparkplatz zu bekommen ist fast aussichtslos. Kurzzeitparkplätze ( auch mal zur Rast) sind die absolute Seltenheit und fast nur noch vor Supermärkten zu finden. Selbst bei abgelegenen Strandabschnitten von Warnemünde (Diedrichshagen) mit seinen Strandabschnitten 24 und höher ist man mit mindestens 5 Euro für den Tagesplatz dabei (Vorjahr waren es wohl noch 4 Euro). In anderen Warnemünder Gegenden musste man auch strandfern 9 Euro für die Tageskarte berappen.

Das war aber alles noch verkraftbar. Ein Bergbaurentner aus dem Burgenlandkreis berichtete allerdings von einem Ausflug nach Prerow, bei dem aber die Abzocke wohl enorm war. An einem dortigen Parkautomaten am Strand konnte man nur drei verschiedene Parkdauerzeiten wählen: eine Stunde, zwei Stunden und Tageskarte. Von dem Preis der Tageskarte geschockt (30 Euro, in Worten Dreißig) floh der Rentner schnell, da interessierten die kurzen Zeiten nicht mehr.

Steine am Strand (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Steine am Strand (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Und auch sein Handtuch kann man nicht mehr an allen Strandabschnitten so einfach auf den Sand legen. Da haben sich Kommunen (z.B. teilweise in Warnemünde) an den schönen (steinelosen) Strandabschnitten mit den Strandkorbverleihern geeinigt, dass man nur noch in den bezahlten Strandkörben (Tageskarte 9 Euro) liegen darf. Wer da mit Handtuch oder gar Strandmuschel (welch ein Frevel) sich ein freies Plätzchen sucht, wird gnadenlos vertrieben. Die müssen dann auf die weiter westlichen liegenden Strandabschnitte ausweichen und fühlen sich bald, als ob sie auf einem Nagelbrett liegen. Weite Strandabschnitte sind jetzt stark mit Steinen durchsetzt (Bild im Bereich der Strandabschnitte 20 bis 30). Aber auch im flachen Strandwasser sind jetzt Badeschuhe von Vorteil.

Steine am Strand (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Steine am Strand (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Anderen Kommunen kommen noch auf ganz andere Ideen. So hatte sich eine andere Gemeinde einem RTL-Bericht zu Folge sogar eine Strandgebühr einfallen lassen, bei der man für seine eigene kleine aufklappbare Strandmuschel eine Gebühr zahlen muss. Selbstverständlich zusätzlich der allerorts üblichen Kurtaxe.

Wer sich also an die Ostseeküste aufmacht, sollte sich jetzt schon vorher im Internet schlau machen, wo denn dort die Abzockfallen liegen. Die Zeiten der billigen Ostseeküste sind auch im Osten der Bundesrepublik endgültig Geschichte.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de