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Kn auf Reisen (3)

Samstag, 01. August 2009, 07:00 Uhr
Über Marienkäfer Plage und Nepp durch einige Kommunen an der Ostseeküste hatte der urlaubmachende kn-Reporter schon berichtet. Es lauern aber noch ganz andere Gefahren von scheinbar auch so putzigen Tierchen...

Siehe diese Möwe nicht aus, als könnte sie kein Wässerchen trüben? Jeder Besucher an der Küste hat diese eleganten Flugkünstler bestimmt schon mal bewundert.

Räuberische Möwen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Räuberische Möwen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Oder schaut die Möwe nicht doch etwas listig drein, frei nach dem Motto, was und wen könnte ich jetzt berauben? Sie haben recht, man sollte Tiere nicht nach ihrem Gesichtsausdruck bewerten, denn es klappt ja schon beim Menschen nicht. Aber ein Körnchen Wahrheit ist aber doch dabei. Als der kn-Reporter im Vorfeld seines Urlaubes von räuberischen Möwen an der Ostseeküste gehört hatte, glaubte er noch an einen Scherz, an eine gestellte Sache. Aber es ist tatsächlich räuberischer Ernst.

Räuberische Möwen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Räuberische Möwen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Am Alten Strom von Warnemünde liegen so schön aufgereiht die Kutter. Viele fahren nicht mehr raus, sondern haben sich lieber auf den Verkauf von Fisch spezialisiert. Schöne Fischbrötchen (Matjes-Brötchen um die 1,80 bis 2,00 Euro) kann man da kaufen und gleich auf der Hand verspeisen. Schmeckt wirklich sehr lecker. Allerdings hatte der kn-Reporter Glück, dass er sein Fischbrötchen auch wirklich zu Ende essen konnte.

Eine nur zwei Meter daneben stehende junge Frau hatte da weniger Glück. Zwar sah der kn-Reporter noch die im Sturzflug kommende Möwe, hatte aber nicht mehr Zeit, die Kamera hochzureißen, um diesen Vorgang zu fotografieren, geschweige denn der jungen Frau zu helfen. Denn es war nicht nur ein einfacher Sturzflug, sondern die Möwe hatte der jungen Frau tatsächlich zielsicher dass erst halbgegessene Fischbrötchen aus der Hand gepickt und war auf und davon.

Kein Einzelfall. Am gleichen Tag konnte es nochmals beobachtet werden. Aber das geht so blitzschnell, da kommt keine Kamera mit, oder nur mit einem „Glücksschuss“. Diese Raubzüge, auf der gegen 19:00 Uhr bei schönem Wetter stark besuchten Flaniermeile am Alten Strom, sind keine Seltenheit. In Warnemünde gilt seit Donnerstag, dem 30. Juli, ein Fütterungsverbot der Möwen. Man hofft so, dass dadurch auch bald die schon ausufernden Räubereien der Möwen gestoppt werden.

Durch das Füttern der Möwen wurden so viele Tiere angelockt, dass eben das Füttern nicht mehr reichte. Die Möwen deuten offensichtlich die in der Hand befindlichen Fischbrötchen als ihr für sie eh vorgesehenes Futter, und holten es sich eben schon mal vorzeitig. Der Schreck bei so einer Aktion sitzt einem dabei ganz schön in den Gliedern, denn wenn so eine Möwe ihr Schwingen ausbreitet, sieht es schon ganz imposant aus. Bei solchen Aktion lässt Alfred Hitchcock (Die Vögel) grüßen, auch wenn es dort Krähen (oder doch Raben) waren.

Falls Sie also auch mal nach Warnemünde kommen, müssen Sie drei Dinge am Alten Strom beachten.
  • Wenn jemand ein Fischbrötchen isst, die Kamera immer startklar haben, denn ein Foto wird noch gebraucht, um diesen Bericht zu vervollständigen.
  • Das Fütterungsverbot der Kommune beachten.
  • Und ganz wichtig: Wenn Sie ein Fischbrötchen essen im darauf achten, dass Sie kein Möwe sehen kann.

Trotzdem, ein Besuch von Warnemünde ist immer empfehlenswert, ob mit oder ohne Möwen.
Autor: khh

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