Kn Wahlkampfecke: Bildungspolitik
Sonntag, 16. August 2009, 15:19 Uhr
Die LINKE fordert bildungspolitischen Richtungswechsel in Thüringen, dass geht aus einer Presserklärung der Kandidatin für den Thüringer Landtag, Beatrce Ritzke (Die Linke), hervor...
Es ist schon eine Zumutung, mit welcher Arroganz die CDU und Ministerpräsident Dieter Althaus die Thüringer Bildungspolitik einschließlich Bildungssystem über den grünen Klee loben und ein "Weiter so!" für alternativlos erklären. Doch markige Sprüche, von denen sich maximal noch Teile der älteren Generation beeindrucken lassen, können nicht über Realitäten hinwegtäuschen, die belegen, dass in Thüringen eben nicht wirklich alles so Top ist, wie man es dem Wahlvolk weis machen will.
So haben im Schuljahr 2007/2008 etwa 1600 Lehrer aus Altersgründen den Schuldienst in Thüringen beendet - Tendenz im vergangenen und in den kommenden Jahren steigend. Dagegen stehen jedoch gerade einmal 111 Neueinstellungen von jungen Lehrern, von denen fast alle nur befristete Verträge bis zum 31.07.20011 erhalten haben. Angesichts des sich abzeichnenden drohenden Lehrermangels duldet das Kultusministerium, das in Thüringen ausgebildete und dringend benötigte junge Lehrer in andere Bundesländer abwandern müssen.
An den Ganztagsschulen und besonders den weiterführenden ab Klasse 5 gibt es viel zu wenige außerunterrichtliche Angebote. Trotz enormen Bedarfs fehlen diese an 52 Prozent der Regelschulen und 76 Prozent der Gymnasien überhaupt. An nur jeder zehnten weiterführenden Schule gibt es sozialpädagogische Angebote und die Mittel für Schuljugendarbeit sind seit 2004 mehr als halbiert worden. Allerdings sind nur 0,6 Prozent der staatlichen Grundschulen, 2 Prozent der Staatlichen Regelschulen und 6 Prozent der staatlichen Gymnasien vollgebundene Ganztagsschulen, also Schulen mit rhythmisierten Schulalltag und der Pflicht zur Teilnahme für alle Schüler.
Darüber hinaus haben in den letzten fünf Jahren 10.500 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. PISA 2006 bestätigte erneut, dass die Bildungschancen in Thüringen unverändert stark von der sozialen Situation in den Elternhäusern abhängen, als Folge eines Schulsystems, das Kinder bereits im frühen Schulalter trennt. Dabei wünschen 70 Prozent der Thüringer Bevölkerung ein längeres gemeinsames Lernen, was aber von der CDU-Landesregierung beharrlich ignoriert wird. Anstatt sich auf falschen Lorbeeren auszuruhen, sollte die Landesregierung dafür sorgen, auch ab Klasse 5 Schulen konsequent zu Lern- und Lebensräumen auszugestalten, damit sich sie sich wirklich zu Ganztagsschulen entwickeln können. Dazu braucht es mehr Personal, insbesondere auch Schulsozialarbeiter und weitere pädagogische Fachkräfte.
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass in den letzten 20 Jahren CDU-Politik die Hälfte aller Schulen in Thüringen geschlossen worden, darunter auch Schulen im Kyffhäuserkreis, selbst solche, die zuvor aufwändig renoviert bzw. saniert worden waren.
DIE LINKE fordert mindestens 8 Schuljahre gemeinsames Lernen, welches gerade im ländlichen Raum ein breites Bildungsangebot ermöglichen würde. Bei rückläufigen Schülerzahlen kann die integrative Schule garantieren, dass wohnortnahes Lernen für alle Schülerinnen und Schüler endlich zur Realität wird. Diesen Zusammenhang haben führende Bildungsländer in Europa längst erkannt und ihre Schulsysteme umgestaltet, deren Schulmodellen auch ein Gymnasium ab Klasse 9 entspricht.
Dass die Gymnasien ab Klasse 9 weiterhin besucht werden können und nicht, wie von der CDU behauptet, abgeschafft werden, auch dafür steht DIE LINKE. Ein Blick in den Schulgesetzentwurf der LINKEN genügt, um zu erkennen, dass es auch durch längeres gemeinsames Lernen keine Schulschließungen geben wird, so Ritzke zum Abschluss ihrer Presseerklärung.
Beatrice Ritzke
Autor: khhEs ist schon eine Zumutung, mit welcher Arroganz die CDU und Ministerpräsident Dieter Althaus die Thüringer Bildungspolitik einschließlich Bildungssystem über den grünen Klee loben und ein "Weiter so!" für alternativlos erklären. Doch markige Sprüche, von denen sich maximal noch Teile der älteren Generation beeindrucken lassen, können nicht über Realitäten hinwegtäuschen, die belegen, dass in Thüringen eben nicht wirklich alles so Top ist, wie man es dem Wahlvolk weis machen will.
So haben im Schuljahr 2007/2008 etwa 1600 Lehrer aus Altersgründen den Schuldienst in Thüringen beendet - Tendenz im vergangenen und in den kommenden Jahren steigend. Dagegen stehen jedoch gerade einmal 111 Neueinstellungen von jungen Lehrern, von denen fast alle nur befristete Verträge bis zum 31.07.20011 erhalten haben. Angesichts des sich abzeichnenden drohenden Lehrermangels duldet das Kultusministerium, das in Thüringen ausgebildete und dringend benötigte junge Lehrer in andere Bundesländer abwandern müssen.
An den Ganztagsschulen und besonders den weiterführenden ab Klasse 5 gibt es viel zu wenige außerunterrichtliche Angebote. Trotz enormen Bedarfs fehlen diese an 52 Prozent der Regelschulen und 76 Prozent der Gymnasien überhaupt. An nur jeder zehnten weiterführenden Schule gibt es sozialpädagogische Angebote und die Mittel für Schuljugendarbeit sind seit 2004 mehr als halbiert worden. Allerdings sind nur 0,6 Prozent der staatlichen Grundschulen, 2 Prozent der Staatlichen Regelschulen und 6 Prozent der staatlichen Gymnasien vollgebundene Ganztagsschulen, also Schulen mit rhythmisierten Schulalltag und der Pflicht zur Teilnahme für alle Schüler.
Darüber hinaus haben in den letzten fünf Jahren 10.500 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen. PISA 2006 bestätigte erneut, dass die Bildungschancen in Thüringen unverändert stark von der sozialen Situation in den Elternhäusern abhängen, als Folge eines Schulsystems, das Kinder bereits im frühen Schulalter trennt. Dabei wünschen 70 Prozent der Thüringer Bevölkerung ein längeres gemeinsames Lernen, was aber von der CDU-Landesregierung beharrlich ignoriert wird. Anstatt sich auf falschen Lorbeeren auszuruhen, sollte die Landesregierung dafür sorgen, auch ab Klasse 5 Schulen konsequent zu Lern- und Lebensräumen auszugestalten, damit sich sie sich wirklich zu Ganztagsschulen entwickeln können. Dazu braucht es mehr Personal, insbesondere auch Schulsozialarbeiter und weitere pädagogische Fachkräfte.
Nicht unerwähnt bleiben darf, dass in den letzten 20 Jahren CDU-Politik die Hälfte aller Schulen in Thüringen geschlossen worden, darunter auch Schulen im Kyffhäuserkreis, selbst solche, die zuvor aufwändig renoviert bzw. saniert worden waren.
DIE LINKE fordert mindestens 8 Schuljahre gemeinsames Lernen, welches gerade im ländlichen Raum ein breites Bildungsangebot ermöglichen würde. Bei rückläufigen Schülerzahlen kann die integrative Schule garantieren, dass wohnortnahes Lernen für alle Schülerinnen und Schüler endlich zur Realität wird. Diesen Zusammenhang haben führende Bildungsländer in Europa längst erkannt und ihre Schulsysteme umgestaltet, deren Schulmodellen auch ein Gymnasium ab Klasse 9 entspricht.
Dass die Gymnasien ab Klasse 9 weiterhin besucht werden können und nicht, wie von der CDU behauptet, abgeschafft werden, auch dafür steht DIE LINKE. Ein Blick in den Schulgesetzentwurf der LINKEN genügt, um zu erkennen, dass es auch durch längeres gemeinsames Lernen keine Schulschließungen geben wird, so Ritzke zum Abschluss ihrer Presseerklärung.
Beatrice Ritzke
