Es soll weitergehen (1)
Dienstag, 22. September 2009, 00:05 Uhr
Mit einem Abendessen mit regionalen Spezialitäten im wiedereröffneten Schlossrestaurant ging heute Abend die Abschlussveranstaltung und der 4. Regionaler Demografieworkshop des Modellvorhaben "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" in Sondershausen zu Ende. Vorher gab es auch kritisches zu hören...
Zuerst aber begrüßte Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (Bild) zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik. So waren u.a. Hans-Joachim Warnecke, Vorstandsmitglied Kyffhäusersparkasse, Ralph Haase, Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH, Wolfgang Kirchner, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH, sowie die beiden Landräte Peter Hengstermann und Dirk Schatz (beide CDU), sowie zahlreiche Bürgermeister der Modellregion vertreten.
Mit einem positiven Ausblick endete heute eine gut zweijährige Arbeit an besagten Modellvorhaben in der Modellregion Südharz-Kyffhäuser. Die bisher begonnene Arbeit soll in kleinerem Rahmen auf der Ebene der Landräte und unter Einbeziehung von Städten und Kommunen weitergeführt werden. Dabei sollen vorerst 11 Städte und Gemeinden einbezogen werden, so der Leiter der Stabsstelle Demografische Entwicklung, Raumbeobachtung, Prognosen im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Wilfried Köhler, der auch im Namen des Landes Thüringen sprach. Dabei soll auch die Stadt Nordhausen mit einbezogen werden.
Es waren aber auch erste kritische Töne öffentlich zu hören. So gaben so wohl Wilfried Köhler, als auch Dr. Bernd Rittmeier, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zu, dass die zwei Millionen Euro nur ausreichen, um ein paar Impulse zu setzen. Ein Förderung in einem größerem Stil sei nicht möglich gewesen, was in der Anfangsphase bei einigen Beteiligten Frust hervorriefen. So stellte Dr. Rittmeier im abschließenden Bericht fest, dass nicht alle Projekte geeignet waren und der ganz große Durchbruch nicht erreicht wurde. Sowohl Köhler, als auch Dr. Rittmeier stellten fest, dass aber das Positive überwiege. Genannt wurde hier insbesondere das Projekt der 48-Stundentour durch den Kyffhäuser, bei der rund 500 Gäste einbezogen wurden.
Beide Redner bestätigten, der Bund hätte die Region nicht abgeschrieben. Dr. Rittmeier verwies aber auch daraufhin, dass sich der Bund überlegen muss, wie bei der Frage der Demografie insgesamt weitergehen solle, und forderte auch mehr Flexibilität bei den Förderprogrammen.
Recht harte Kritik kam von Dr. Hans-Peter Gatzweiler, Leiter der Abteilung Raumordnung und Städtebau im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Er warf den beiden Landkreisverwaltungen vor, dass dort der demografische Wandel noch nicht richtig angekommen sei. Dem wiedersprach Peter Hengstermann in seinen späteren Ausführungen. Hengstermann wies auch darauf hin, dass es in der Kreisverwaltung keine zusätzlichen Arbeitskräfte gebe, die sich speziell mit dem demografischen Wandel beschäftigen könne.
Landrat Peter Hengstermann, der eine gemeinsame Stellungnahme für beide Landräte abgab, stellte sich die Frage, ob im Rahmen des Modellvorhabens "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" der Stein des Weisen" gefunden wurde und stellte nüchtern fest, ganz sicher nicht. Auch ein Geheimrezept, wie sich die vom demografischen Wandel so stark betroffene Region Südharz - Kyffhäuser zur "Boom Region" entwickeln kann und wir etwa Zuwanderungsregion werden, gibt es nicht.
Noch zur Wende lebten in der Modellregion rund 300.000 Personen, heute sind es nur noch 245.000 und im Jahr 2020
werden es voraussichtlich weniger als 200.000 sein, stellte er nüchtern die negative Entwicklung dar und stellte fest, der demografische Wandel steht uns also nicht bevor, sondern wir befinden uns mittendrin.
Um das Modellvorhaben umsetzen zu können wurden 17 Projekten in den Handlungsfeldern Arbeitsmarkt, einschließlich Ausbildung, Verkehrsinfrastruktur, Wohnen, Gesundheits- und Sozialbereiche sowie Tourismus versucht, eine Strategie zu entwickeln.
Besonders gut konnten z.B. die Projekte
Aus den verschiedensten Gründen erfüllen die Ergebnisse folgender Projekte nicht unsere Erwartungen:
Letzter Punkt ist umso besorgniserregender, will man doch eigentlich im Kyffhäuserkreis verstärkt die Tourismuskarte ziehen. Man erinnere sich nur, im Rahmen des Modellprojekts wurde mit großem Tamtam ein Logo kreiert, dass bisher überhaupt noch keine Rolle spielte. Es gibt also noch viel zu tun.
Zum Abschluss wurde Regina Kirchner (im Bild vorn), Leiterin Wirtschaftsförderung Kyffhäuserkreis, und Uta Ullrich Leiterin Wirtschaftsförderung in Sangerhausen und Regionalkoordinatorin für die Modellregion Südharz-Kyffhäuser, mit einem Blumenstrauß geehrt, überreicht von Dr Bernd Rittmeier. Zusätzlich gab es noch einen gemeinsamen Präsentkorb.
Über Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Workshop berichten wir in der morgigen Ausgabe.
Autor: khhZuerst aber begrüßte Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (Bild) zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik. So waren u.a. Hans-Joachim Warnecke, Vorstandsmitglied Kyffhäusersparkasse, Ralph Haase, Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH, Wolfgang Kirchner, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH, sowie die beiden Landräte Peter Hengstermann und Dirk Schatz (beide CDU), sowie zahlreiche Bürgermeister der Modellregion vertreten.
Mit einem positiven Ausblick endete heute eine gut zweijährige Arbeit an besagten Modellvorhaben in der Modellregion Südharz-Kyffhäuser. Die bisher begonnene Arbeit soll in kleinerem Rahmen auf der Ebene der Landräte und unter Einbeziehung von Städten und Kommunen weitergeführt werden. Dabei sollen vorerst 11 Städte und Gemeinden einbezogen werden, so der Leiter der Stabsstelle Demografische Entwicklung, Raumbeobachtung, Prognosen im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Wilfried Köhler, der auch im Namen des Landes Thüringen sprach. Dabei soll auch die Stadt Nordhausen mit einbezogen werden.
Es waren aber auch erste kritische Töne öffentlich zu hören. So gaben so wohl Wilfried Köhler, als auch Dr. Bernd Rittmeier, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zu, dass die zwei Millionen Euro nur ausreichen, um ein paar Impulse zu setzen. Ein Förderung in einem größerem Stil sei nicht möglich gewesen, was in der Anfangsphase bei einigen Beteiligten Frust hervorriefen. So stellte Dr. Rittmeier im abschließenden Bericht fest, dass nicht alle Projekte geeignet waren und der ganz große Durchbruch nicht erreicht wurde. Sowohl Köhler, als auch Dr. Rittmeier stellten fest, dass aber das Positive überwiege. Genannt wurde hier insbesondere das Projekt der 48-Stundentour durch den Kyffhäuser, bei der rund 500 Gäste einbezogen wurden.
Beide Redner bestätigten, der Bund hätte die Region nicht abgeschrieben. Dr. Rittmeier verwies aber auch daraufhin, dass sich der Bund überlegen muss, wie bei der Frage der Demografie insgesamt weitergehen solle, und forderte auch mehr Flexibilität bei den Förderprogrammen.
Recht harte Kritik kam von Dr. Hans-Peter Gatzweiler, Leiter der Abteilung Raumordnung und Städtebau im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Er warf den beiden Landkreisverwaltungen vor, dass dort der demografische Wandel noch nicht richtig angekommen sei. Dem wiedersprach Peter Hengstermann in seinen späteren Ausführungen. Hengstermann wies auch darauf hin, dass es in der Kreisverwaltung keine zusätzlichen Arbeitskräfte gebe, die sich speziell mit dem demografischen Wandel beschäftigen könne.
Landrat Peter Hengstermann, der eine gemeinsame Stellungnahme für beide Landräte abgab, stellte sich die Frage, ob im Rahmen des Modellvorhabens "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" der Stein des Weisen" gefunden wurde und stellte nüchtern fest, ganz sicher nicht. Auch ein Geheimrezept, wie sich die vom demografischen Wandel so stark betroffene Region Südharz - Kyffhäuser zur "Boom Region" entwickeln kann und wir etwa Zuwanderungsregion werden, gibt es nicht.
Noch zur Wende lebten in der Modellregion rund 300.000 Personen, heute sind es nur noch 245.000 und im Jahr 2020
werden es voraussichtlich weniger als 200.000 sein, stellte er nüchtern die negative Entwicklung dar und stellte fest, der demografische Wandel steht uns also nicht bevor, sondern wir befinden uns mittendrin.
Um das Modellvorhaben umsetzen zu können wurden 17 Projekten in den Handlungsfeldern Arbeitsmarkt, einschließlich Ausbildung, Verkehrsinfrastruktur, Wohnen, Gesundheits- und Sozialbereiche sowie Tourismus versucht, eine Strategie zu entwickeln.
Besonders gut konnten z.B. die Projekte
- Servicestützpunkt für alle Generationen in Sangerhausen,
- Bürgerzentrum Cruciskirche Sondershausen,
- die Regionalmarketingstrategie,
- die Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes einschließlich der 48 h Tour zwischen Luther und Barbarossa,
- die großräumige verkehrswirtschaftliche Untersuchung,
- die Stärkung der kulturellen Identität sowie
- der Masterplan Daseinsvorsorge
Aus den verschiedensten Gründen erfüllen die Ergebnisse folgender Projekte nicht unsere Erwartungen:
- Junge Alte in der Mitte der Gesellschaft,
- niedrigschwellige, professionelle und ehrenamtliche Angebote im Vorfeld der Leistungen der Pflegekassen,
- der Ausbau der Vertriebswege für regionale Biolebensmittel und
- die Strategien zur Förderung des Tourismus.
Letzter Punkt ist umso besorgniserregender, will man doch eigentlich im Kyffhäuserkreis verstärkt die Tourismuskarte ziehen. Man erinnere sich nur, im Rahmen des Modellprojekts wurde mit großem Tamtam ein Logo kreiert, dass bisher überhaupt noch keine Rolle spielte. Es gibt also noch viel zu tun.
Zum Abschluss wurde Regina Kirchner (im Bild vorn), Leiterin Wirtschaftsförderung Kyffhäuserkreis, und Uta Ullrich Leiterin Wirtschaftsförderung in Sangerhausen und Regionalkoordinatorin für die Modellregion Südharz-Kyffhäuser, mit einem Blumenstrauß geehrt, überreicht von Dr Bernd Rittmeier. Zusätzlich gab es noch einen gemeinsamen Präsentkorb.
Über Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Workshop berichten wir in der morgigen Ausgabe.









