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Es soll weitergehen (2)

Dienstag, 22. September 2009, 09:45 Uhr
Der große Durchbruch war es nicht, das Modellvorhaben "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft". Aber vielleicht gab es einzelne nennenswerte Projekte? Kn hat mal reingeschaut...

Die Landkreis hatten sich zu Anfang des Projekts mehr aus den Fördertöpfen versprochen. Landrat Peter Hengstermann (CDU) hat da kein großes Hehl daraus gemacht und zeigte sich auch gestern noch enttäuscht, dass vor allem im Bereich der Schaffung von Arbeitsplätzen kein Fortschritt erreicht wurde. Er musste sich aber auch von einigen Redners anhören, dass es im internationalen Wettbewerb darauf ankommt, dass die strukturellen Rahmenbedingungen insgesamt stimmen müssen, dabei gehe es nicht nur um Straßen, sondern auch um Kultur, Bildung usw., wenn Firmen Arbeitsplätze schaffen sollen.

Von den gut zwei Millionen Euro waren nur rund 550.000 Euro in den investiven Bereich geflossen. Für den Bundes- und Landesbereich ist das nicht viel, und auch im Landkreis nicht die Wucht, denkt man allein an den zweistelligen Investitionsstau bei den Sanierungen der Schulen.

Bei Stichwort Schulen, soll gleich auf einige Einzelergebnisse eingegangen werden. So wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass Schüler längere Zeit gemeinsam lernen sollen, wie im Masterplan Daseinsvorsorge gefordert wurde. Vorschlagen kann man viel, aber so etwas kann nur auf Landesebene entschieden werden und schon gar nicht nur für so eine kleine Modellregion. In diesem Zusammenhang gab es auch eine kleine Kontroverse hinsichtlich der Wortwahl, als Projektleiter Dr. Gutsche von einer Schließungsorgie von Schulen im Kyffhäuserkreis sprach. Hengstermann machte klar, dass das politisch sehr schwer gefallen sei.

Aber auch andere Vorschläge im Bereich der Infrastrukturen müssen erst mal auf Landesebene durchgesetzt werden. So wurde vorgeschlagen, die B 85 im Bereich Kelbra bis Heldrungen nicht mehr als Bundesstraße auszuweisen, und dafür die Strecke Artern – Sondershausen (L1034/L1172) zu einer Bundesstraße auszubauen. Allerdings stand da nichts dabei, wo das Geld herkommen soll.

Hinsichtlich der Verkehrswirtschaft zeichnete Projektleiter Dr. Konrad Stöcker ein recht optimistisches Bild. Wenn die A38 und die A71 fertig sind, soll es als gesichert gelten, dass 93% aller Ort im Planungsgebiet des Kyffhäuserkreises innerhalb von 30 Minuten eine Autobahnanschlussstelle erreichen und bei den Bahnverbindungen sogar innerhalb von 20 Minuten einen Bahnhof. Die Zeiten sind hinsichtlich der Bahn recht optimistisch begriffen, aber kaum realistisch, wenn man kein Auto hat und auf den normalen öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist. Im Prinzip sogar Augenwischerei.

Viele Vorschläge waren auch nicht gerade neu, wie Empfehlungen stärker das Rufbussystem auszubauen. Und ob der Ausbau von drei Musterbürgerläden im Modellgebiet (u.a. in Steinthaleben) die Strukturschwächen in der Region ernsthaft bekämpfen wird, ist fraglich.

Abgesehen von der recht erfolgreichen 48-Stunden Tour wurde regelrecht „Geld verbrannt“ im Bereich Tourismus verbrannt. Obwohl es auch ein Schwerpunktthema sein sollte, gab es wenig oder keine Ergebnisse aus den Untersuchungen eines Tourismusinstitutes einer westdeutschen Universität. Landrat Hengstermann sah auch das Gebiet Tourismus nicht ausreichend behandelt.

Über einen Teil des Ausblickes hatte kn bereits berichtet. Wie Uta Ullrich, Regionalkoordinatorin (Wirtschaftsförderung in Sangerhausen) in ihrem Bericht brachte, soll es am 26. Januar jetzt nur noch auf Ebene der Landkreise mit der Zusammenarbeit weitergehen. Das erste Treffen wird dann in Sondershausen stattfinden. Auch konnte berichtet werden, dass die Kyffhäusersparkasse ihre Unterstützung für die Vorhaben weiterführen wird, so auch bei der 48-Stunden-Tour.

Auch wurde zwischen den Landkreisen schon eine Arbeitsteilung vereinbart. So soll der Kyffhäuserkreis die Federführung für das Marketing der Modellregion übernehmen, und Sangerhausen wird ein Homepage über die Modellregion betreuen. Hinsichtlich der 48-Stundentour soll es eine Straffung der Routenführung geben. Wegen des Erfolges soll die Aktion nächstes Jahr wiederholt werden, dabei hofft man, dass die bisherigen Sponsoren wieder mitmachen werden.
Autor: khh

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