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Mittelalterliches Machtzentrum (2)

Dienstag, 06. Oktober 2009, 07:07 Uhr
Die Grabungen am Frauenberg waren sehr erfolgreich. Aber wann kann man als Besucher bald handfestes sehen, außer Bildern?...

Bisher waren richtigerweise die Grabungsstätten eingezäunt und als Besucher konnte man von den Grabungen doch „nur“ in den Medien hören oder auf einen der wenigen Vorträge. Aber dass soll sich ändern.

Grundriss der Kirche (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Grundriss der Kirche (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bei der gestrigen Vorstellung der bisher erreichten Grabungsergebnisse war auch schon zu erkennen, wie es demnächst weitergehen soll. Zwar wird nicht eine der mittelalterlichen Kirchen neu entstehen, aber man soll doch mal die Dimensionen erahnen können. Nach den Grabungsergebnissen wurde jetzt eine Art Fundament geschaffen, damit der Besucher die Ausmaße erahnen kann.

Grundriss der Kirche (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Grundriss der Kirche (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auf die Fundamentumrisse werden dann noch sogenannte Gabionen aufgesetzt (ca. 50 cm hoch). Gabionen sind solche Drahtkäfige, in den Steine drin sind. Solche Konstruktionen sieht man häufig zur Sicherung von Wänden und Hängen gegenüber Wegen. Voraussichtlich werden die Gabionen noch dieses Jahr aufgesetzt. Dann wird auch der Wall mit dem bisherigen Drahtzaun verschwinden.

Wenn die Finanzierung steht, sollen dann auch noch Informationstafeln aufgestellt werden, so Bauamtsleiter Manfred Kucksch im Gespräch mit kn. Aber auch zum Schutz der Besucher soll etwas getan werden. Weil es Naturschutzgebiet ist, darf nicht so einfach eine Schutzhütte gebaut werden. Aber es gibt eine Möglichkeit, so Kucksch, etwas zu verbessern. Auf dem Frauenberg existiert noch eine ältere Betonplatte, die als Unterschlupf für Besucher überdacht werden soll. Wer öfter schon mal auf dem Frauenberg war, der weiß, dass dort oft mal heftiger Wind wehte, und auch mal der regen peitscht, ohne dass wir es im Tal gleich merken.

Dieses unwirtliche Wetter kennt Grabungsleiterin Sybille Jahn zur Genüge. Auf die Frage antwortend, ob es neben der Kirche auch eine Siedlung gefunden werden kann, sagte sie: Auf der einen Seite hofft sie es, aber die persönlichen Erfahrungen mit dem Wetter sprechen eher dagegen, dass es hier eine dauerhafte Siedlung gab. Und auch das Fehlen einer ständigen Wasserquelle spricht nicht dafür, dass hier dauerhaft gesiedelt wurde. Aber wie heißt es so schön, Versuch macht klug. Und wenn die Archäologen keine Siedlung finden, dann hoffentlich etwas anderes. Man darf gespannt sein.
Autor: khh

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