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Tagung Bodenschutz und Walderschließung

Dienstag, 13. Oktober 2009, 13:54 Uhr
Die Thüringer Landesforstverwaltung richtet vom 20. bis 23. Oktober 2009 eine umfangreiche Veranstaltung zum Thema "Bodenschutz und Walderschließung" auf dem Possen bei Sondershausen aus. Ein wichtiger Schwerpunkt u.a. die Waldwege...

Aus der Sicht des Erholungssuchenden wird der Wert eines Waldes oft am Zustand seiner Wege gemessen. Die Bedeutung einer Erschließung für die Nutzung durch den Menschen reicht aber weiter. Für die Holzernte, aber auch für die Vorsorge hinsichtlich einer Sturm- oder Waldbrandgefahr, stellen Wege in den Wäldern eine unbedingte Voraussetzung dar.

Das Thüringer Forstamt Oldisleben unterhält in den Staatswäldern auf Hainleite, Kyffhäusergebirge und Hohe Schrecke ein umfangreiches Netz an Wirtschaftswegen, die oft gleichzeitig dem Waldbesucher als Wander-, Rad- oder Reitweg zur Verfügung gestellt wird. Die touristische Infrastruktur ist durch ein ausgeklügeltes System der Wegemarkierung im Kyffhäuserkreis beachtlich. "Das Forstamt gibt jedes Jahr erhebliche Mittel aus, um die Wege nach der Holzeinschlagssaison im Winter wieder instand zu setzen und sie für den Waldbesucher, Brennholzwerber oder Jäger nutzbar zu machen" sagt dazu Forstamtsleiter Uli Klüßendorf.

Holzabfuhr aus dem Wald (Foto: Forstamt Oldisleben) Holzabfuhr aus dem Wald (Foto: Forstamt Oldisleben)

Die Thüringer Landesforstverwaltung richtet vom 20. bis 23. Oktober 2009 eine umfangreiche Veranstaltung zum Thema "Bodenschutz und Walderschließung" auf dem Possen bei Sondershausen aus. Wie sind die bestehenden Waldwege kostengünstiger zu pflegen, wie können beschädigte Wege schneller instand gesetzt werden, wie werden Naturschutzziele beim Bau von Wegen integriert? Dies werden die Kernfragen der Vorträge und der Exkursion in den umliegenden Waldbeständen sein.

Mit Vertretern anderer Bundesländer, aber vor allem mit den Revierförstern, Forstunternehmern und unteren Naturschutzbehörden aus Thüringen, wird über den Zusammenhang des Einsatzes moderner, bodenschonender Technik bei der Holzernte und einem intakten Wegesystem diskutiert. In den Veranstaltungsrahmen ist eine 1,5 km lange Exkursionsroute eingebettet, die Waldwegebau und Waldwegeunterhaltung auf dem neuesten Stand der Technik präsentiert. Darüber hinaus stellen Hersteller von Forstspezialmaschinen Innovationen bei der Ernte von Holz auf sensiblen Böden vor. Die Nutzung des wertvollen und klimaneutralen Rohstoffes Holz darf nur unter größtmöglicher Schonung der Ressource Boden geschehen. Diesem Gedanken der nachhaltigen Bewirtschaftung trägt der ständige Weiterentwicklungsprozess Rechnung, den die Thüringer Forstverwaltung mit Ihrer Veranstaltung illustrieren möchte.

Es werden verschieden Maschinen präsentiert werden. Ein Bodenlaufwagen der österreichischen Firma Konrad, der ferngesteuert entlang eines gespannten Drahtseils, Holz aus dem Waldbestand bergen kann stellt modernste Technik dar. Weiterhin wird eine Kombinationsmaschine der Firma HSM aus Seilschlepper und Forwarder mit der man, starkes Buchenholz bodenschonend an den Waldweg liefern kann, zu sehen sein. Hersteller von Wegebaumaschinen demonstrieren gemeinsam mit Maschinen der Forstverwaltung den ökonomisch und ökologisch ausgewogenen Bau von Waldwegen.

An vier Tagen werden alle Revierleiter der Thüringer Landesforstverwaltung, Unternehmer, Naturschützer und Studenten gemeinsam ins Gespräch kommen und viele neue Erkenntnisse anschließend in ihre Arbeit einfließen lassen.
Autor: khh

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