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Rückläufiger Trend bei Borkenkäferbefall

Freitag, 16. Oktober 2009, 17:05 Uhr
Bei Borkenkäferbefall gibt es Thüringenweit einen Rückgang. Und wie sieht es am Kyffhäuser und am Possen aus? Wir haben im Forstamt Oldisleben nachgefragt...

"Nach den schweren Waldschäden in Folge des Orkans Kyrill, der am 18.01.2007 im Freistaat wütete, ist der Befall der Fichtenwälder durch den Borkenkäfer erfreulicherweise nicht so stark eingetreten wie befürchtet, und ist bereits wieder rückläufig", sagte Thüringens Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar (CDU) mit Blick auf die aktuelle Forstschutzsituation.

Der Borkenkäfer-Befall der stehenden Fichten ist über alle Waldeigentumsarten wieder stark zurückgegangen - nachdem in den beiden Vorjahren mit 155.000 und 386.000 Festmetern (2007/08 und 2008/09, jeweils Mai bis Juni) landesweit extrem viel Fichtenholz vom Borkenkäfer befallen war und eingeschlagen werden musste.

Seit Juni 2009 (bis einschließlich September) sind rund 124.000 Festmeter Schadholz angefallen. Das sind 58,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch die Anzahl der betroffenen Waldflächen ging in gleichen Zeitraum um 46,7 Prozent zurück.

Die Aufarbeitung der befallenen Bäume - Einschlagen, Entrinden bzw. Abtransport - konnte im September 2009 (89 Prozent) gegenüber August (77 Prozent) deutlich gesteigert werden.

Ursache für die erfreuliche Trendentwicklung ist zum einen die Witterung der letzten Monate, die sich positiv auf die Vitalität der Fichtenbestände und zugleich negativ auf die Entwicklung der Käfer ausgewirkt hat. Zum anderen wurden vom Borkenkäfer befallene Fichten rasch aufgearbeitet, um zu verhindern, dass sich die Larven unter der Borke der befallenen Fichten zu Käfern entwickeln und weitere Bäume befallen. Ein weiterer Grund ist das zusätzliche Personal, welches die Landesforstverwaltung über Zeitverträge zur Bewältigung der Folgen von Orkan Kyrill einsetzen konnte.

"Von einer Entwarnung kann aber noch nicht gesprochen werden. Dazu ist die Käferpopulation in den Beständen noch zu hoch", so Minister Dr. Sklenar abschließend.

Und wie sieht es speziell in den Wäldern von Kyffhäuser und Possen aus? Kn hat Forstamtsleiter Uli Klüßendorf vom Forstamt Oldisleben befragt. Dabei stellt Klüßendorf fest:

Buchdruckerbefall (Foto: Forstamt Oldisleben) Buchdruckerbefall (Foto: Forstamt Oldisleben) "Das Borkenkäferjahr, es wird immer bis 30. Juni eines Jahres der Verlauf des Käferbefalls beobachtet, ist auch im Bereich des Thüringer Forstamtes glimpflich abgelaufen. "In den Fichtenbeständen des Forstamtes sind in diesem Sommer nur etwa 1.000 Festmeter käferbefallenes Holz angefallen" sagt dazu Forstamtsleiter Uli Klüßendorf. Diese unplanmäßige Holzmenge wurde zügig eingeschlagen und konnte auch schnell verkauft werden. Bereits rechtzeitig wurden Verträge mit Holzkäufern abgeschlossen und so der Absatz des Holzes gesichert. Wenn es gelingt, die befallenen Fichten in dem Zeitraum einzuschlagen, in dem sich die Altkäfer unter der Rinde eingebohrt hat und die Eiablage beginnt, hat man mit dem Verkauf des Holzes auch gleichzeitig noch den Käfer aus dem Revier geschafft.

Buchdrucker (Foto: Forstamt Oldisleben) Buchdrucker (Foto: Forstamt Oldisleben)

Das Forstamt hatte bei der letzten Inventur im Jahr 2005 noch einen Fichtenanteil von 11 Prozent der Waldfläche. Dieser Anteil hat sich aber durch den Sturm "Kyrill" im Jahr 2007 und die darauffolgende Massenvermehrung der Borkenkäfer aber schon stark reduziert. Es ist für den Käfer aus diesem Grund nur noch wenig "Futter" da. Das Forstamt nutzt diesen schnellen Fortschritt des Rückgangs der Nadelholzfläche für den Umbau der Flächen in Eichen- und Buchenbestände."
Autor: khh

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