Die heiterste Seite der Wende
Dienstag, 03. November 2009, 13:19 Uhr
Es war noch keine zehn Jahre her, dass die Mauer gefallen war, da feierte der Magdeburger Schauspieler Knut Müller-Ehrecke mit einem Ein-Personen-Stück Triumphe, um die ihn so mancher andere Schauspieler beneiden musste. Jetzt kommt das Teil auf die Nordhäuser Bühne...
Die Bühnenfassung von Thomas Brussigs Roman Helden wie wir war das richtige Stück zur richtigen Zeit! Sechs Jahre war der Schauspieler Garant für einen heiteren Abend mit Tiefgang, für Unterhaltung, bei der das sprichwörtliche Schenkelklatschen genauso dazu gehörte wie die verstohlene Träne der gerührten Erinnerung. Wie oft der Schauspieler in Helden wie wir zu sehen war?
Er weiß es nicht mehr. Im dritten Aufführungsjahr, anlässlich der 40. Vorstellung im Dezember 1999, antwortete er in der Presse auf die Frage, wie lange er auf der Bühne noch jener Held Klaus Uhltzscht sein würde: Solange solche Helden wie wir in der Bundesrepublik noch etwas Besonderes sind, und solange ich noch am Stück Spaß habe.
Es bedurfte eines Anstoßes aus dem Theater Nordhausen, dass der Künstler in diesem Herbst die Inszenierung erneut zeigt. Für ein Gastspiel innerhalb der ReiheHÖRBÜHNE hat er sich noch einmal mit der Inszenierung beschäftigt. Das Kostüm passt noch, die Requisiten sind noch da, und der Text war nicht allzu weit weg. Am 9. November verwandelt Knut Müller-Ehrecke das Nordhäuser Theater unterm Dach in einen merkwürdigen Raum zwischen Schulzimmer und Erinnerungskeller, in dem Klaus Uhltzscht seine Wendeerlebnisse zum Mittelpunkt neuerer deutscher Geschichte macht.
Die Verklemmungen, die er als Sohn einer Hygienefetischistin und eines Stasimannes, der sich als Außenhändler vorstellte, beigebogen bekam, hatten große Auswirkungen… Und noch immer wissen nicht alle, wie es tatsächlich zum Mauerfall kam, und welche Rolle Klaus Uhltzscht dabei gespielt hat! Er, der weder seinen Eltern noch sich selbst je Scherereien bereiten wollte, fühlte sich bis zum Mauerfall sicher. Schließlich wohnte er doch im Schatten jenes Hauses, das sogar für die Sicherheit des ganzen Staates zuständig sein wollte!
Doch dann hat der Unglücksrabe in Stasi-Diensten Weltgeschichte gemacht und die Mauer umgeschmissen – und das mit jenem Körperteil, dessen Erwähnung ihm schon die Röte ins Gesicht treibt! Er weiß zwar auch, dass es offiziell heißt, Schabowskis Mitteilung auf der Pressekonferenz hätte die Grenzen geöffnet, aber das DDR-Mustermuttersöhnchen weiß es besser.
Knut Müller-Ehrecke, der Schauspieler, der für dieses Stück unverkennbar ostdeutsche Landschaft in der Stimme führt, kommt zu seinem einmaligen Gastspiel in Nordhausen genau zwanzig Jahre nach dem Mauerfall: am 9. November um 20 Uhr! Eintrittskarten gibt es an der Theaterkasse, Tel.: (0 36 31) 98 34 52.
Übrigens wurden nach dem Anstoß aus Nordhausen nun auch andere Veranstalter auf Müller-Ehreckes Erfolgssolo aufmerksam: Nach der Wiederaufnahme im Theater Nordhausen im Theater unterm Dach am 9. November wird er auch in Magdeburg wieder mit Helden wie wir zu sehen sein!
Autor: nnz/knDie Bühnenfassung von Thomas Brussigs Roman Helden wie wir war das richtige Stück zur richtigen Zeit! Sechs Jahre war der Schauspieler Garant für einen heiteren Abend mit Tiefgang, für Unterhaltung, bei der das sprichwörtliche Schenkelklatschen genauso dazu gehörte wie die verstohlene Träne der gerührten Erinnerung. Wie oft der Schauspieler in Helden wie wir zu sehen war?
Er weiß es nicht mehr. Im dritten Aufführungsjahr, anlässlich der 40. Vorstellung im Dezember 1999, antwortete er in der Presse auf die Frage, wie lange er auf der Bühne noch jener Held Klaus Uhltzscht sein würde: Solange solche Helden wie wir in der Bundesrepublik noch etwas Besonderes sind, und solange ich noch am Stück Spaß habe.
Es bedurfte eines Anstoßes aus dem Theater Nordhausen, dass der Künstler in diesem Herbst die Inszenierung erneut zeigt. Für ein Gastspiel innerhalb der ReiheHÖRBÜHNE hat er sich noch einmal mit der Inszenierung beschäftigt. Das Kostüm passt noch, die Requisiten sind noch da, und der Text war nicht allzu weit weg. Am 9. November verwandelt Knut Müller-Ehrecke das Nordhäuser Theater unterm Dach in einen merkwürdigen Raum zwischen Schulzimmer und Erinnerungskeller, in dem Klaus Uhltzscht seine Wendeerlebnisse zum Mittelpunkt neuerer deutscher Geschichte macht.
Die Verklemmungen, die er als Sohn einer Hygienefetischistin und eines Stasimannes, der sich als Außenhändler vorstellte, beigebogen bekam, hatten große Auswirkungen… Und noch immer wissen nicht alle, wie es tatsächlich zum Mauerfall kam, und welche Rolle Klaus Uhltzscht dabei gespielt hat! Er, der weder seinen Eltern noch sich selbst je Scherereien bereiten wollte, fühlte sich bis zum Mauerfall sicher. Schließlich wohnte er doch im Schatten jenes Hauses, das sogar für die Sicherheit des ganzen Staates zuständig sein wollte!
Doch dann hat der Unglücksrabe in Stasi-Diensten Weltgeschichte gemacht und die Mauer umgeschmissen – und das mit jenem Körperteil, dessen Erwähnung ihm schon die Röte ins Gesicht treibt! Er weiß zwar auch, dass es offiziell heißt, Schabowskis Mitteilung auf der Pressekonferenz hätte die Grenzen geöffnet, aber das DDR-Mustermuttersöhnchen weiß es besser.
Knut Müller-Ehrecke, der Schauspieler, der für dieses Stück unverkennbar ostdeutsche Landschaft in der Stimme führt, kommt zu seinem einmaligen Gastspiel in Nordhausen genau zwanzig Jahre nach dem Mauerfall: am 9. November um 20 Uhr! Eintrittskarten gibt es an der Theaterkasse, Tel.: (0 36 31) 98 34 52.
Übrigens wurden nach dem Anstoß aus Nordhausen nun auch andere Veranstalter auf Müller-Ehreckes Erfolgssolo aufmerksam: Nach der Wiederaufnahme im Theater Nordhausen im Theater unterm Dach am 9. November wird er auch in Magdeburg wieder mit Helden wie wir zu sehen sein!
