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Gedenken an Pogromnacht

Montag, 09. November 2009, 16:37 Uhr
Am Vormittag gedachten viele Bürger und Vertreter von Vereinen und Verbänden der Opfer unter der jüdischen Bevölkerung im Zusammenhang mit der Reichskristallnacht von 1938...


Mit der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938, in der die jüdische Synagogen in ganz Deutschland brannten, leiteten die Nazis die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung ein. Am Jüdischen Friedhof in Sondershausen, oberhalb der Possenallee, gedachten Bürger der Stadt Sondershausen und brachten so ihre Anteilnahme und Verbundenheit mit den Opfern zum Ausdruck. Landtagsmitglied Dorothea Marx (SPD), viele Stadträte von Sondershausen und auch der Leiter der Polizeiinspektion Kyffhäuser, Klaus Schulz waren dazu an den Fuß des Possens zum jüdischen Friedhof gekommen.

Gedenken an Reichspogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Reichspogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bei seinen Worten zur Begrüßung der Gäste sagte Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), wir dürfen angesichts der Feiern zu 20 Jahre Mauerfall nicht vergessen, dass mit dem Datum 9. November 1938 auch der schwärzestes Tag der Geschichte Deutschlands verbunden ist. Die Vorsitzende des Stadtrates Sondershausen, Dr. Christine Kietzer (CDU), hielt die Gedenkrede. Sie erinnerte daran, dass die damaligen Warnungen vor so einer Pogromnacht in den Windgeschlagen worden waren, mit schweren Folgen für ganz Europa. Wie würde unser Leben aussehen ohne Gedächtnis? Es würde Leere herrschen. Deshalb ist es verpflichtende Aufgabe die Erinnerung wach zu halten, zu dem was damals geschah. Bürgermeister Joachim Kreyer und die 1. Beigeordnete des Bürgermeisters, Cornelia Kraffzick (SPD) legten anschließend ein Gebinde am Gedenkstein zu Ehren der Opfer nieder.

Gedenken an Reichspogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gedenken an Reichspogromnacht (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Anschluss informierte Bettina Bärnighausen über Neuerungen au einen der ältesten jüdischen Friedhöfe der Stadt Sondershausen. Einer von zwei neuen Grabsteinen wurde vorgestellt (der zweite wird nächste Woche aufgestellt), weil durch Vandalismus die bisher vorhandenen Grabstein zerstört worden waren. Es handelte sich um Grabsteine der Familie Simon ( Samuel und Max). Samuel war ein Kaufmann, der sein Geschäft in der Lohstraße hatte und Max sein Sohn war im 1. Weltkrieg schwer verletzt worden und später an den Folgen des Giftgasangriffs gestorben. Die Stadt hatte diese Steine zur Verfügung gestellt. Die einzige Überlebende der Familie Simon, Ruth Zimmermann, lebt nicht mehr in Sondershausen.
Autor: khh

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