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Jagd im Kyffhäusergebirge

Mittwoch, 18. November 2009, 18:20 Uhr
Das Jagd kein Selbstzweck ist zeigt dieser Bericht aus dem Forstamt Oldisleben, der kn heute erreichte. Es geht um Hege und Pflege des Waldes...

Im Herbst, wenn die letzten Blätter von den Laubbäumen gefallen sind, beginnt für die Jäger die Jagdsaison. Im Kyffhäuserwald gibt es zahlreich das sogenannte Schalenwild. Auf Muffelwild, Schwarzwild und Rehe wird jetzt Jagd gemacht. Eine sehr erfolgreiche und auch für die Jäger gesellige Methode ist es, dem Wild auf Ansitz-, Drückjagden nachzustellen.

Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben) Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben)

Begrüßung zur Jagd.

Eine größere Zahl Jäger trifft sich dazu bereits in den frühen Morgenstunden und ein großes Waldgebiet wird gemeinsam "abgesetzt". Die Jäger beziehen die Hochsitze und zu einem vorher vereinbarten Zeitpunkt beginnen speziell ausgebildete Hunde das Wild zu suchen. Stoßen die Hunde auf Wild, zeigen sie das dem Jäger durch ihr markantes Bellen an. Der geübte Jäger kann so genau die Fluchtrichtung der Tiere erkennen und sich auf einen gezielten Schuss vorbereiten. Vorteil dieser Jagdart ist, dass das Wild vor den kurzläufigen Hunden nicht zu schnell flüchtet, oft auch verhofft und so für den Jäger die Möglichkeit besteht, es anzusprechen und es zur Strecke zu bringen. Nach etwa drei Stunden ist die Jagd beendet und es zieht wieder Ruhe im Wald ein.

Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben) Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben)

Das Thüringer Forstamt Oldisleben organisiert in den Landeswäldern eine ganze Reihe dieser bei den Jägern beliebten Jagden. "Ein großer Teil der jährlich zu erfüllenden Abschusspläne wird auf diese Weise mit einer einmaligen Störung für das Wild erfüllt" sagt dazu Forstamtsleiter Uli Klüßendorf, der für den Landesjagdbezirk auch Jagdleiter ist.

Dabei geht es dem Forstamt in erster Linie nicht um den Abschuss von starken Hirschen oder anderen Trophäen. Die Forstleute sind bestrebt an diesen Tagen möglichst viele weibliche Rehe und Wildschweine zu erlegen. Nur so ist es möglich, die Zahl der Tiere zu reduzieren um Schäden durch das Wild im Wald und auf den Feldern zu vermindern. Nach den Auswirkungen des Sturmes "Kyrill" und der Borkenkäfermassenvermehrung hat das Forstamt große Flächen im Kyffhäuserwald mit Laubbäumen aufgeforstet. Um den Bau von teuren Zäunen zum Schutz der Kulturen zu vermeiden, ist der Abschuss des Wildes notwendig.

Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben) Jagd im Kyffhäusergebirge (Foto: Forstamt Oldisleben)

Zu einer zünftigen Jagd gehört selbstverständlich auch die Pflege des Brauchtums. So wird jede Jagd mit Hörnerklang eröffnet, die erfolgreichen Schützen erhalten zum Abschluss einen Bruch für den Hut und für jede erlegte Wildart erklingt ein spezielles Jagdsignal. Bei einem zünftigen Mahl, einem Glas Glühwein und dem Erzählen von Jagderlebnissen lassen die Jäger den Tag am Rathsfeld dann ausklingen.
Autor: khh

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