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Kinderschutztagung fortgesetzt

Mittwoch, 18. November 2009, 20:12 Uhr
Heute nachmittag in Sondershausen eröffnete Kinderschutztagung 2009 wurde mit interessanten Beiträgen fortgesetzt, die teils erschreckende Zahlen brachten...

Im Beisein von Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD), führte Moderatorin Jaqueline Engelke (Foto), eine Psychologin und Journalistin zielsicher durch die Veranstaltung.

Kinderschutztagung 2009 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kinderschutztagung 2009 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Kinderschutztagung 2009 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kinderschutztagung 2009 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Gleich der erste Vortrag von Ingrid Arenz-Greiving (DGSV Münster) zum Thema „Elternsüchte – Kindernöte“ hatte es in sich. Einige Zahlen daraus sind durchaus erschreckend, denn rund 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche (bis 18 J.) leben mit Alkoholikern zusammen, dass sind ca. 10 bis 15 % der gesamten Kinder und Jugendlichen. Bei ca. 40.000 Kindern und Jugendlichen sind die Eltern gar drogensüchtig. Und eines muss deutlich gesagt werden, Hilfen stecken noch in den Anfängen.


Einige der Informationen die im Vortrag rüberkamen hat man schon erahnt. So wird die Gefahr von Minderalkoholmengen in der Schwangerschaft deutlich unterschätzt. Wenn sie sagte, dass erwartungsgemäß Kinder die meisten Probleme haben wenn gar beide Elternteile suchtkrank sind, überrascht auch nicht wirklich. Aber solche Kinder haben ein sechsfach höheres Risiko ebenfalls suchtkrank zu werden. Eindrittel davon entwickeln auch wirklich eine Suchterkrankung. Nur ein Drittel übersteht es ohne seelische Schäden!

Auch wenn die Zahl aus 2003 stammt, so hat sie sich noch nicht wesentlich verbessert: Nur ca. 10 % der Suchberatungsstellen haben auch Angebote für süchtige Eltern. Hier zeigt sich wohl deutlich, wo er Hebel angesetzt werden müsste. Als wichtig von Arenz-Greiving eingeschätzt ist, dass Helfer die Kindeswohlgefährdung erkennen. Wichtig aber auch, Sucht als chronische Erkrankung zu erkennen. Vorwürfe helfen da kaum.

Ihrer Meinung nach sei wichtig, dass die Einrichtung einer Koordinierunkstelle zwischen Jugendhilfe und Gesundheitshilfe eingerichtet werden sollte. Als Pflichtlektüre für alle Eltern bezeichnete sich das Buch „Flaschenpost nach irgendwo“ , herausgekommen im Mabuse verlag (ISBN 978-3-940529-17-6).

Nicht minder interessant war der Vortrag von Chefarzt Dr. med. Ekkehart D. Englert (Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Helios Klinik Erfurt) zum Thema „Aufwachsen bei psychisch kranken Eltern – Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern“.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde zwei Projekte vorgestellt. Einmal war es das Projekt „Jonathan“ durch
Gesundheitsmanagerin Angela Prater (Sabit aus Erfurt) für Kinder aus suchtbelasteten Verhältnissen und die Vorstellung der Beratungsstelle „Auryn“ aus Leipzig durch Melanie Gorspott - für Kinder von psychisch kranken Eltern (http://www.wege-ev.de/html/auryn.html).
Autor: khh

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