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Kaliproduktion ab 2013/14?

Freitag, 27. November 2009, 07:03 Uhr
Während in einigen Betrieben des Kyffhäuserkreis der Umsatz bis zu 25 % in den letzten Monaten eingebrochen war, denkt man bei der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) darüber nach, ab 2013/14 wahrscheinlich wieder Kali produzieren zu können. Unabhängig davon wird zur Harmonisierung der Steinsalzliefungen ein neue Lagerhalle bis März 2010 gebaut...

In einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der GSES, Jaap v. Engers hatte Hans-Jürgen Schmidt gestern die Gelegenheit zu erfahren, wie es am Schacht Sondershausen zukünftig weiter gehen soll. Schmidt der schon mehrere Bücher zur Bergbaugeschichte veröffentlicht hat, ist unseren Lesern auch schon durch viele Berichte zum Bergbau bekannt geworden. Folgende Themenfelder wurden angesprochen:

Die Deponie von Altstoffen unter Tage
Die Deponie von Altstoffen unter Tage war insbesondere im November vorigen Jahres zurückgegangen. Es waren 10 % weniger an Abfallstoffen und ca. 3 % weniger an Asche von der Müllverbrennung angefallen. Auch hier hatte sich die Krise bemerkbar gemacht. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Stabilisierung machen sich gegenwärtig auch im Anfall von Altstoffen bemerkbar. Durch die Mittel aus dem Konjunkturpaket fallen bei Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur wieder vermehrt Abfallprodukte an, die unter Tage in alten Abbauen eingelagert werden können.

Die Steinsalzproduktion
Die Steinsalzproduktion läuft auf vollen Touren. Es werden im Jahr 200 000 bis 300 000 t verkauft. Es ist ein lukratives Geschäft. Damit können bei einem Erlös von 40 €/t andere negative Bilanzen ausgeglichen werden. Hier macht sich der kürzlich abgeschlossenen Vertrag mit der Gesellschaft Salinity Deutschland bemerkbar. Sie ist ein Tochterunternehmen der in Göteborg ansässigen Salinity Holding. Somit ist vor allem der skandinavische Raum mit erschlossen. Begeistert sprach Engers dabei von dem Gourmetsalz (sehr grobkörnig), das in den Restaurants in Skandinavien auf den Tisch kommt. In unserer Heimat wird vor allem der Thüringer Wald und das Erzgebirge mit Streusalz als Auftaumittel aus Sondershausen versorgt.

Bahntransport ist für die GSES derzeitig so gut wie kein Thema. Abgefahren wird das Salz hauptsächlich mit Lkw`s. 200 bis 300 km Fahrstrecke fallen dabei an. Dies ist auch sinnvoll wenn Salz , so zum Beispiel nach Tschechien geliefert wird, da zum Teil kleinere Ortschaften kein Bahnanschluss haben und Zwischenlager zu teuer würden. Anders in Sondershausen. Hier wird bis März 2010 eine Lagerhalle mit 60 000 t Fassungsvermögen gebaut. Das garantiert eine ständige Verfügbarkeit in den geforderten Qualitätsmerkmalen.

Die zukünftige Kaliproduktion in Sondershausen
Unabhängig von Entscheidungen der GVV laufen Vorbereitungen, um hoffentlich in den Jahren 20013/14 wieder eine Kaliproduktion in Sondershausen aufnehmen zu können. Die Unternehmen ERCOSPLAN in Erfurt und KUTEC in Sondershausen haben entsprechende Projekte erarbeitet. Die Unternehmen konnten dabei auf Vorratsberechnungen aus DDR-Zeiten zurückgreifen, die in Schubladen lagen und für Zukünftiges angedacht waren. Die Lagerstätte gibt einen Abbau von ca. 25 Jahre her. Der Abbau wird dann in östlicher bis südöstlicher Richtung von Sondershausen erfolgen. Bei den Projekten ist vorgesehen, dass der überwiegende Teil der Abfallprodukte unter Tage verbleiben. Es gibt also keine Aufhaltung mehr und es fallen keine Abwässer mehr an. Wenn auch gegenwärtig die Kalipreise nicht mehr die Höhe wie 2007 haben, so ist damit zu rechnen, dass der Bedarf an Kali und somit die Preise wieder ansteigen wird. Engers meinte alle 7 bis 8 Jahre gibt es ein Tal in der wirtschaftlichen Entwicklung. Danach geht es wieder aufwärts. Ob er dabei an Marx gedacht hat, der die zyklischen Krisen im kapitalistischen Wirtschaftssystem theoretisch begründete, sei dahin gestellt.

Jaap van Engers (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Jaap van Engers (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Jedenfalls kann kein Kaliwerk von "Null auf Hundert" hochgefahren werden, wenn nicht die notwendige Aus -und Vorrichtung unter Tage, die Aufbereitungsanlage gestaltet ist und die Vorgaben der Gesetzlichkeiten eingehalten werden. Für die Aufbereitung ist das ESTA Verfahren favorisiert. Es ist eine elektrostatische Trennung der Minerale. Professor Dr. Arno Singewald ist der "Vater" des Verfahrens (kn wird dazu morgen berichten).

Das Erlebnisbergwerk
Im Erlebnisbergwerk sieht Engers einen positiven Aspekt. Die sportlichen Veranstaltungen unter Tage und die Besucher aus ganz Deutschland machen Sondershausen bekannt und eingewisser Werbeaspekt lässt sich nicht leugnen. Immerhin besuchen 20 000 bis 30 000 Besucher jährlich die Grube. Vorgesehen ist jetzt noch ein Verkaufsraum, wo dann Souvenirs und Literatur angeboten werden sollen. Da soll im Jahr 2010 geschehen.

Fast man zusammen, so kann man feststellen, dass man optimistisch in die Zukunft blicken kann, was sich letztlich auch auf das "Finanzsäckel" der Stadt positiv auswirken wird.
Text und Foto: Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khh

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