Richter Kropp: Amoklauf in der Schule
Montag, 07. Dezember 2009, 11:42 Uhr
Für Lehrer, Eltern und Schüler ist es ein absolutes Horroszenario: ein Amoklauf in der Schule. Die Städtenamen Erfurt und Winnenden haben dadurch traurige Berühmtheit erlangt. Wie kommen junge Leute dazu, solche Taten zu begehen, fragen sich viele.Wie kommen junge Leute dazu, solche Taten auch nur anzukündigen...
So am 24. März dieses Jahres in der Regelschule in Ebeleben, wo von Lehrerinnen die Worte Amok und Ich knall euch ab auf Bänken im Musikraum und im Biologieraum gefunden wurden. Schnell waren die beiden 14 und 15jährigen Täter gefasst: Schüler dieser Schule, die aus Langeweile diese Worte aufgeschrieben hatten.
Gründlich wurden daraufhin die Elternhäuser der beiden Jugendlichen durchsucht. Hier wurde man schnell fündig: Der eine hatte als Sportschütze Bögen und Pfeile daheim, der andere ein Schwert, zwei Äxte und einen Morgenstern an der Wand hängen. Beide Täter sind nicht vorbestraft und kommen aus normalen Verhältnissen. Für die Strafjuristen sind solche Fälle schwierig zu entscheiden. Handelt es sich um bloße Jungenstreiche oder steckt doch mehr dahinter?
Viele erzieherische Gespräche in der Schule sind dieser Aktion gefolgt, die Jungen erhielten drastische Strafen in den Familien. So folgte ein mehrmonatiger Hausarrest, und beide durften länger nicht fernsehen. Schließlich folgte auch ein Termin beim zuständigen Jugendrichter des Amtsgerichts Sonderhausen.
Amtsrichter Christian Kropp sprach längere Zeit mit den jungen Leuten und ihren Müttern. Schließlich stellte er das Verfahren, das wegen Störung des öffentlichen Friedens durch die Begehung von Straftaten bei ihm geführt wurde, gegen die Ableistung von jeweils 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ein. Entscheidend waren hierbei die Entwicklung in den Familien und die Auseinandersetzung mit der Tat. Die sichergestellten Waffen haben sich zudem zum großen Teil als unbrauchbare Attrappen erwiesen und waren wohl eher Schmuck denn gefährlich.
Auch Straftaten solchen Ausmaßes und ihren möglichen Folgen werden bei jungen Leuten nicht reflektiert, so Jugendrichter Kropp. Junge Leute würden ihre Zeit zunehmend vergammeln und aus Langeweile Unfug anstellen. Damit nicht mehr geschieht ist die Tat mit allen aufgearbeitet worden. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.
Autor: nnz/knSo am 24. März dieses Jahres in der Regelschule in Ebeleben, wo von Lehrerinnen die Worte Amok und Ich knall euch ab auf Bänken im Musikraum und im Biologieraum gefunden wurden. Schnell waren die beiden 14 und 15jährigen Täter gefasst: Schüler dieser Schule, die aus Langeweile diese Worte aufgeschrieben hatten.
Gründlich wurden daraufhin die Elternhäuser der beiden Jugendlichen durchsucht. Hier wurde man schnell fündig: Der eine hatte als Sportschütze Bögen und Pfeile daheim, der andere ein Schwert, zwei Äxte und einen Morgenstern an der Wand hängen. Beide Täter sind nicht vorbestraft und kommen aus normalen Verhältnissen. Für die Strafjuristen sind solche Fälle schwierig zu entscheiden. Handelt es sich um bloße Jungenstreiche oder steckt doch mehr dahinter?
Viele erzieherische Gespräche in der Schule sind dieser Aktion gefolgt, die Jungen erhielten drastische Strafen in den Familien. So folgte ein mehrmonatiger Hausarrest, und beide durften länger nicht fernsehen. Schließlich folgte auch ein Termin beim zuständigen Jugendrichter des Amtsgerichts Sonderhausen.
Amtsrichter Christian Kropp sprach längere Zeit mit den jungen Leuten und ihren Müttern. Schließlich stellte er das Verfahren, das wegen Störung des öffentlichen Friedens durch die Begehung von Straftaten bei ihm geführt wurde, gegen die Ableistung von jeweils 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ein. Entscheidend waren hierbei die Entwicklung in den Familien und die Auseinandersetzung mit der Tat. Die sichergestellten Waffen haben sich zudem zum großen Teil als unbrauchbare Attrappen erwiesen und waren wohl eher Schmuck denn gefährlich.
Auch Straftaten solchen Ausmaßes und ihren möglichen Folgen werden bei jungen Leuten nicht reflektiert, so Jugendrichter Kropp. Junge Leute würden ihre Zeit zunehmend vergammeln und aus Langeweile Unfug anstellen. Damit nicht mehr geschieht ist die Tat mit allen aufgearbeitet worden. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.
