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Richter Kropp: Das Ende einer Bande

Mittwoch, 06. Januar 2010, 09:58 Uhr
Kommt es bei Jugendlichen zu Straftaten, dann sind diese eher unangenehm als hoch kriminell. Kommen mehrere Jugendliche zusammen, dann spricht man vielfach von einer Bande. Diese Straftaten stellen oftmals ein größeres Gefährdungspotential dar, die angerichteten Schäden sind vielfach höher. Eine solche Bande hat jetzt vor Amtsrichter Christian Kropp ihr Ende gefunden...


Sechs junge Männer, zwischen 1992 und 1994 geboren, hatten in Greußen ihr Unwesen getrieben. Aus Langeweile, wie sie vor Jugendrichter Christian Kropp beteuerten, wurden Gegenstände gestohlen oder zerstört. Die Justiz hatte zunächst mit Milde reagiert und einzelne Verfahren gegen Arbeitsstunden eingestellt.

Dies verstanden die jungen Männer offenbar als Aufforderung munter weiterzumachen. Anlass für das neue Verfahren war eine Tat am 24. März des vergangenen Jahres. Dort hatten die Jugendlichen aus dem Edeka-Markt in Greußen Tonkugeln entwendet und diese gewaltsam zerstört, Schaden: 69,20 Euro.

Jetzt war Schluss mit Lustig. Der Sondershäuser Jugendrichter Christian Kropp verurteilte die Jungen zu mehrwöchigen Jugendarresten und exorbitant hohen Arbeitsstunden. Bis zu 200 Stunden müssen einzelne Mitglieder der Bande innerhalb kürzester Zeit absolvieren. Zeit haben sie auch genug, in Greußen sind sie stadtbekannte Schulverweigerer, einer war seit 2007 nicht mehr in der Schule gesehen.

„Jedes Verständnis und jede Milde auch bei Jugendlichen hört irgendwann einmal auf“, so der streitbare Jugendrichter. Kropp betonte auch die Verpflichtung der Gerichte, die allgemeine Bevölkerung von einer Fülle von Straftaten zu schützen.

Damit es zu keinen weiteren Straftaten mehr kommt, verhängte das Gericht mehrjährige Kontaktverbote. Mitglieder der Bande dürfen sich außerhalb der Schule, so sie dorthin gehen, nicht treffen. Geschieht dies im Zusammenhang mit Straftaten doch, dann sind Jugendstrafen fällig. „Dann reden wir nur noch über das Wegschließen“, gab der Amtsrichter den Jungen mit auf dem Weg.

Diese und ihre Mütter hatten zuvor das Urteil akzeptiert. Offenbar waren sie froh, dem Richter und dem schlechtgelaunten Staatsanwalt entkommen zu sein. Fortsetzung folgt…
Autor: nnz/kn

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