Skepsis bleibt
Mittwoch, 13. Januar 2010, 09:20 Uhr
Es geht weiter um die Zukunft des Cafe Pille in Sondershausen. Gestern stellte das SENIOR PROJEKT SCHULZENHOF in der Cafeteria der Landesmusikakademie das Projekt erneut vor...
Vorgestellt wurde das Projekt von Herbert Knopf und Pia Wehner (Bild) aus der Nordwestuckermark, einem Gebiet, das durch die Probleme des demografischen Wandels vielleicht noch stärker betroffen ist als unsere Region.
Das Projekt beinhaltet die Etablierung von gemeinnützigen Genossenschaften und/oder Vereine zur Bewältigung der sozial-ökonomischen Folgen von Hochaltrigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit und den Veränderungen in der Generationsstruktur. Konkret heißt das, in Zusammenarbeit mit einem sozialen Träger soll sich eine Gemeinschaft von älteren Menschen finden, die ein gemeinsames Wohnobjekt bewirtschaften, in der sie selbständig Regie führen. Die Trägergesellschaft soll den rechtlichen Rahmen bilden, der auch die Beantragung von Krediten und Fördergelder beinhalten soll.
In diesen Grundrissen hatte man das Projekt schon Anfang November im Ratssaal vor Bürgern und Stadtratsmitgliedern, einschließlich Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) erläutert. Schon damals war das Projekt zwar auf Interesse gestoßen, hatte aber auch sehr geteilte Meinungen hervorgerufen.
Das war gestern, als ein etwas anderer Personenkreis geladen war, nicht anders. Es gab einige Teilnehmer, die zwar am Erhalt des Cafe Pille Interesse haben, aber an diesem Projekt nicht aktiv teilnehmen möchten. Neben der 1. Beigeordneten des Bürgermeisters, Cornelia Kraffzick (SPD) waren auch eine ganze Reihe Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Sondershausen anwesend.
Pferdefuß des ganzen Projektes ist in jedem Fall, das zeigte sich auch gestern wieder, dass man an einem Vorzeigeobjekt in Saalfeld über die Planungsphase seit über zwei Jahren noch nicht hinaus gekommen ist. Der Baustart soll erst dieses Jahr erfolgen. Trotz der sicher nicht schlechten Idee bleibt der Fakt, dass sich so ein Projekt in der Funktionalität erst beweisen muss und das über viele Jahre.
Wie soll das Projekt denn laufen? Gegründet wird ein gemeinnütziger Verein, in dem sich möglichst Mitglieder in der Altergruppe 50 bis 75 Jahre finden, welche gemeinsam unter Schirmherrschaft eines noch zu findenden Trägers die Immobilie betreiben werden. Diese Gemeinschaft arbeitet sich Regeln aus, unter der die Gemeinschaft geführt werden soll. Im Prinzip funktioniert es wie eine Genossenschaft, die noch als Stütze den Träger braucht. Vereinsmitglieder müssen nicht zwangsläufig auch gleich in die angebotenen Wohnung einziehen müssen, bzw. bleiben Vereinsmitglieder, auch wenn sie wegen zu großer Pflegebedürftigkeit die Wohnung doch aufgeben müssen. Ein Umstand, der in der ersten Beratung zu dem Thema so nicht genannt worden war.
Aber auch hinsichtlich des Betreibens des Cafe Pille durch einen gemeinnützigen Verein könnte es Konflikte geben. Schon die Tatsache der Einhaltung der hohen Hygieneanforderungen könnte zum Problem werden. Der Verein darf ja nur in begrenztem Maße Gewinn machen. Ein Hürde, die man nicht unterschätzen sollte. Eine Teilnehmerin an der Veranstaltung sagte gegenüber kn, Cafe Pille sollte nicht als Café, sonders als eine Art kleines Museum geführt werden.
Es bedarf sicher noch vieler Informationsveranstaltungen, ehe hier genügend Interessenten gefunden werden, zumal auch Eigenmittel zur Verfügung zu stellen sind, in Saalfeld immerhin 3.333 Euro pro Kopf, was gestern wohl nicht gesagt wurde. Auch ist noch nicht geklärt, wie sich die Altersstruktur im Laufe der Jahre entwickeln soll. Je kleiner die Gruppe, desto schwieriger wird es auf Dauer werden.
Das "Dumme" an der ganzen Geschichte bleibt, dass die Annahme von Herbert Knopf und Pia Wehner, nicht mehr als 10 % der Bewohner sollten unterstützungsbedürftig sein, sich in der Praxis wohl schwer einhalten lassen wird. Gleichzeitig Leute in der Gemeinschaft mitpflegen und ein Cafe, dass ja möglichst regelmäßig geöffnet sein soll und dann noch den Kuchen selber backen wollen, wie eine Teilnehmerin sagte, ist wohl eine Meßlatte, die sehr hoch liegt.
Man darf auf die Entwicklung des Projektes gespannt sein, zumal am Ende auch der Stadtrat mitentscheiden muss. Das Objekt muss ja wieder verkauft werden. Wer Interesse an dem Projekt hat, oder gar den Verein mitgründen will, sollte sich an die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Sondershausen wenden, die vermittelt zumindest den Kontakt (Tel 03632/ 622- 510 (oder 512).
Autor: khhVorgestellt wurde das Projekt von Herbert Knopf und Pia Wehner (Bild) aus der Nordwestuckermark, einem Gebiet, das durch die Probleme des demografischen Wandels vielleicht noch stärker betroffen ist als unsere Region.
Das Projekt beinhaltet die Etablierung von gemeinnützigen Genossenschaften und/oder Vereine zur Bewältigung der sozial-ökonomischen Folgen von Hochaltrigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit und den Veränderungen in der Generationsstruktur. Konkret heißt das, in Zusammenarbeit mit einem sozialen Träger soll sich eine Gemeinschaft von älteren Menschen finden, die ein gemeinsames Wohnobjekt bewirtschaften, in der sie selbständig Regie führen. Die Trägergesellschaft soll den rechtlichen Rahmen bilden, der auch die Beantragung von Krediten und Fördergelder beinhalten soll.
In diesen Grundrissen hatte man das Projekt schon Anfang November im Ratssaal vor Bürgern und Stadtratsmitgliedern, einschließlich Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) erläutert. Schon damals war das Projekt zwar auf Interesse gestoßen, hatte aber auch sehr geteilte Meinungen hervorgerufen.
Das war gestern, als ein etwas anderer Personenkreis geladen war, nicht anders. Es gab einige Teilnehmer, die zwar am Erhalt des Cafe Pille Interesse haben, aber an diesem Projekt nicht aktiv teilnehmen möchten. Neben der 1. Beigeordneten des Bürgermeisters, Cornelia Kraffzick (SPD) waren auch eine ganze Reihe Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt Sondershausen anwesend.
Pferdefuß des ganzen Projektes ist in jedem Fall, das zeigte sich auch gestern wieder, dass man an einem Vorzeigeobjekt in Saalfeld über die Planungsphase seit über zwei Jahren noch nicht hinaus gekommen ist. Der Baustart soll erst dieses Jahr erfolgen. Trotz der sicher nicht schlechten Idee bleibt der Fakt, dass sich so ein Projekt in der Funktionalität erst beweisen muss und das über viele Jahre.
Wie soll das Projekt denn laufen? Gegründet wird ein gemeinnütziger Verein, in dem sich möglichst Mitglieder in der Altergruppe 50 bis 75 Jahre finden, welche gemeinsam unter Schirmherrschaft eines noch zu findenden Trägers die Immobilie betreiben werden. Diese Gemeinschaft arbeitet sich Regeln aus, unter der die Gemeinschaft geführt werden soll. Im Prinzip funktioniert es wie eine Genossenschaft, die noch als Stütze den Träger braucht. Vereinsmitglieder müssen nicht zwangsläufig auch gleich in die angebotenen Wohnung einziehen müssen, bzw. bleiben Vereinsmitglieder, auch wenn sie wegen zu großer Pflegebedürftigkeit die Wohnung doch aufgeben müssen. Ein Umstand, der in der ersten Beratung zu dem Thema so nicht genannt worden war.
Aber auch hinsichtlich des Betreibens des Cafe Pille durch einen gemeinnützigen Verein könnte es Konflikte geben. Schon die Tatsache der Einhaltung der hohen Hygieneanforderungen könnte zum Problem werden. Der Verein darf ja nur in begrenztem Maße Gewinn machen. Ein Hürde, die man nicht unterschätzen sollte. Eine Teilnehmerin an der Veranstaltung sagte gegenüber kn, Cafe Pille sollte nicht als Café, sonders als eine Art kleines Museum geführt werden.
Es bedarf sicher noch vieler Informationsveranstaltungen, ehe hier genügend Interessenten gefunden werden, zumal auch Eigenmittel zur Verfügung zu stellen sind, in Saalfeld immerhin 3.333 Euro pro Kopf, was gestern wohl nicht gesagt wurde. Auch ist noch nicht geklärt, wie sich die Altersstruktur im Laufe der Jahre entwickeln soll. Je kleiner die Gruppe, desto schwieriger wird es auf Dauer werden.
Das "Dumme" an der ganzen Geschichte bleibt, dass die Annahme von Herbert Knopf und Pia Wehner, nicht mehr als 10 % der Bewohner sollten unterstützungsbedürftig sein, sich in der Praxis wohl schwer einhalten lassen wird. Gleichzeitig Leute in der Gemeinschaft mitpflegen und ein Cafe, dass ja möglichst regelmäßig geöffnet sein soll und dann noch den Kuchen selber backen wollen, wie eine Teilnehmerin sagte, ist wohl eine Meßlatte, die sehr hoch liegt.
Man darf auf die Entwicklung des Projektes gespannt sein, zumal am Ende auch der Stadtrat mitentscheiden muss. Das Objekt muss ja wieder verkauft werden. Wer Interesse an dem Projekt hat, oder gar den Verein mitgründen will, sollte sich an die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung Sondershausen wenden, die vermittelt zumindest den Kontakt (Tel 03632/ 622- 510 (oder 512).


