Alles unter Kontrolle
Sonntag, 31. Januar 2010, 07:02 Uhr
Stark unter der Beobachtung steht die Wipper. Welche Fakten in der Datenbank der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV) gespeichert sind hat unser Leser Hans-Jürgen Schmidt ermittelt...
Solange es die Rückstandshalden der ehemaligen Kaliproduktion im Südharzrevier gibt, wird die Wipper immer Salz transportieren. Dies bezieht sich aber nicht nur auf den Wipperbereich. Auch in anderen Gegenden Deutschlands, wo Kali produziert wurde oder noch wird, muss man mit Belastungen der Umwelt rechnen.
Nach der Stilllegung der Kaliwerke im Südharz gibt es noch zirka 350 ha an Halden. Sie bestehen zu fast 70 % aus Steinsalz (NaCl). Weiter Bestandteile sind Kaliumchlorid (ca.3 %), Magnesiumchlorid (ca. 7 %) , Kaliumsulfat (ca. 2 %) und die weniger löslichen Bestandteile wie Magnesiumsulfat und Calziumsulfat. Unlöslich Bestandteile aus tonigen Mineralien liegen bei ca. 1 %. Damit ist gesagt, dass man dem Chloridgehalt in der Wipper die Aufmerksamkeit schenkt. Da nützt vorerst auch nichts, dass man planmäßig an die Haldenabdeckung geht. So ist die voraussichtliche Abdeckung der Kalihalden in Bleicherode 2026, in Sondershausen 2037, in Sollstedt 2038, in Menterode 2018 und in Roßleben 2016 vorgesehen.
Als Kontrollmaßnahmen wurden Stützpunkte eingerichtet, um zu gewähren, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. So gibt es Kontrollmessstellen in Wipper -Wülfingerode, Wipper - Sollstedt, Wipper - Bleicherode, Wipper - Wipperdorf, Wipper - Großfurra und Wipper Hachelbich. Gemessen werden unter anderen der Chloridgehalt, die Temperatur, die durchfließende Menge. Diese Daten werde über GPS an die GVV gesendet und dort in einer Datenbank gespeichert, so dass eine Überwachung zu jeder Zeit möglich ist. So wurden zum Beispiel 29.1.2010 um 12:30 Uhr in Hachelbich folgende Werte gemessen: Chloridgehalt: 1,6 g/l, Temperatur: 1,7 Grad C, Durchfluss: 4 m³/sec.
Im gesetzliche Rahmen bewegt sich der Chloridgehalt zwischen 1,6 g/l bis 1,8 g/l und die durchschnittliche Durchflussmenge bei Hachelbich beträgt 3,2 m³/sec. Gegenwärtig bewegt sich der Chloridgehalt auf maximal 1,8 g/l entsprechend der Gesetze, da es im Laugenauffangbecken bei Wipperdorf Sanierungsarbeiten gibt. Das heißt, es steht jeweils nur ein Laugenbecken von zwei zur Verfügung. Insgesamt beträgt die Größe Laugenbecken 180 000 m², mit einem Fassungsvermögen 740 000 m³. Diese Becken haben somit einen Steuerfunktion, um die Salzfracht relativ gleichmäßig über die Vorfluter in die Wipper abzuleiten. Gebaut wurden die Becken zur Zeit einer gesteigerten Kaliproduktion im Südharz in den 80-iger Jahren. Jetzt werden Sande, Kies und Ton in Schichten übereinander gepresst, um zu verhindern, dass unkontrolliert Salz ins Grundwasser gelangt.
Nun ergibt sich die Frage, warum friert die Wipper nicht bei Temperaturen von bis zu minus 15 Grad zu. Nun ist sicherlich ein Faktor die Salzlast, auch wenn sie sich im gesetzlichen Rahmen bewegt. Jedoch weiter Faktoren spielen eine Rolle, so die Temperatur des Wipperwassers, die Fließgeschwindigkeit und die Durchflussmenge. Jedenfalls ist die Wipper zur Zeit für die Enten, Schwäne und Blesshühner die einzige Möglichkeit sich schwimmend zu bewegen.
Vielen Dank an Wolf-Dieter Hartung und Alexander Müller der GVV für die Informationen. Sie sind es, die für die Kontrolle und gegebenenfalls für einzuleitende Maßnahmen in der GVV zu ständig.
Zu anderen wäre die Frage zu klären, was geschieht mit den Tonnen an Steinsalz, die auf die Straßen in diesem Winter gestreut wurden und noch werden? Wie wird das Umfeld der Straßen belastet?
Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 1: Monitorbild der Kontrollstellen
Bild 2: Wolf-Dieter Hartung und Alexander Müller am Computer
Bild 3. Die Wipper am 27.1.2010
Autor: khhSolange es die Rückstandshalden der ehemaligen Kaliproduktion im Südharzrevier gibt, wird die Wipper immer Salz transportieren. Dies bezieht sich aber nicht nur auf den Wipperbereich. Auch in anderen Gegenden Deutschlands, wo Kali produziert wurde oder noch wird, muss man mit Belastungen der Umwelt rechnen.
Nach der Stilllegung der Kaliwerke im Südharz gibt es noch zirka 350 ha an Halden. Sie bestehen zu fast 70 % aus Steinsalz (NaCl). Weiter Bestandteile sind Kaliumchlorid (ca.3 %), Magnesiumchlorid (ca. 7 %) , Kaliumsulfat (ca. 2 %) und die weniger löslichen Bestandteile wie Magnesiumsulfat und Calziumsulfat. Unlöslich Bestandteile aus tonigen Mineralien liegen bei ca. 1 %. Damit ist gesagt, dass man dem Chloridgehalt in der Wipper die Aufmerksamkeit schenkt. Da nützt vorerst auch nichts, dass man planmäßig an die Haldenabdeckung geht. So ist die voraussichtliche Abdeckung der Kalihalden in Bleicherode 2026, in Sondershausen 2037, in Sollstedt 2038, in Menterode 2018 und in Roßleben 2016 vorgesehen.
Als Kontrollmaßnahmen wurden Stützpunkte eingerichtet, um zu gewähren, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. So gibt es Kontrollmessstellen in Wipper -Wülfingerode, Wipper - Sollstedt, Wipper - Bleicherode, Wipper - Wipperdorf, Wipper - Großfurra und Wipper Hachelbich. Gemessen werden unter anderen der Chloridgehalt, die Temperatur, die durchfließende Menge. Diese Daten werde über GPS an die GVV gesendet und dort in einer Datenbank gespeichert, so dass eine Überwachung zu jeder Zeit möglich ist. So wurden zum Beispiel 29.1.2010 um 12:30 Uhr in Hachelbich folgende Werte gemessen: Chloridgehalt: 1,6 g/l, Temperatur: 1,7 Grad C, Durchfluss: 4 m³/sec.
Im gesetzliche Rahmen bewegt sich der Chloridgehalt zwischen 1,6 g/l bis 1,8 g/l und die durchschnittliche Durchflussmenge bei Hachelbich beträgt 3,2 m³/sec. Gegenwärtig bewegt sich der Chloridgehalt auf maximal 1,8 g/l entsprechend der Gesetze, da es im Laugenauffangbecken bei Wipperdorf Sanierungsarbeiten gibt. Das heißt, es steht jeweils nur ein Laugenbecken von zwei zur Verfügung. Insgesamt beträgt die Größe Laugenbecken 180 000 m², mit einem Fassungsvermögen 740 000 m³. Diese Becken haben somit einen Steuerfunktion, um die Salzfracht relativ gleichmäßig über die Vorfluter in die Wipper abzuleiten. Gebaut wurden die Becken zur Zeit einer gesteigerten Kaliproduktion im Südharz in den 80-iger Jahren. Jetzt werden Sande, Kies und Ton in Schichten übereinander gepresst, um zu verhindern, dass unkontrolliert Salz ins Grundwasser gelangt.
Nun ergibt sich die Frage, warum friert die Wipper nicht bei Temperaturen von bis zu minus 15 Grad zu. Nun ist sicherlich ein Faktor die Salzlast, auch wenn sie sich im gesetzlichen Rahmen bewegt. Jedoch weiter Faktoren spielen eine Rolle, so die Temperatur des Wipperwassers, die Fließgeschwindigkeit und die Durchflussmenge. Jedenfalls ist die Wipper zur Zeit für die Enten, Schwäne und Blesshühner die einzige Möglichkeit sich schwimmend zu bewegen.
Vielen Dank an Wolf-Dieter Hartung und Alexander Müller der GVV für die Informationen. Sie sind es, die für die Kontrolle und gegebenenfalls für einzuleitende Maßnahmen in der GVV zu ständig.
Zu anderen wäre die Frage zu klären, was geschieht mit den Tonnen an Steinsalz, die auf die Straßen in diesem Winter gestreut wurden und noch werden? Wie wird das Umfeld der Straßen belastet?
Hans-Jürgen Schmidt
Bildtexte:
Bild 1: Monitorbild der Kontrollstellen
Bild 2: Wolf-Dieter Hartung und Alexander Müller am Computer
Bild 3. Die Wipper am 27.1.2010



