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Wertvolle Ergebnisse erwartet

Samstag, 30. Januar 2010, 07:04 Uhr
In der Stadtratsitzung im Carl-Schroeder-Saal von Sondershausen am Donnerstag stellte Grabungsleiterin Sybille Jahn den Stadträten die Ergebnisse der letzten Grabungsperiode auf dem Frauenberg vor. Hier kn mit einigen Anmerkungen ...

Es hat sich schon weit über Thüringen hinaus herumgesprochen, dass die Grabungen auf dem Frauenberg teils einzigartige Ergebnisse zu Tage gebracht haben. Über die Ergebnisse hatte kn bereits mehrfach ausführlich berichtet, so u.a. in den Beitrag 1, Beitrag 2, Beitrag 3 und Beitrag 4. Deshalb kann sich kn etwas kürzer fassen.

Sybille Jahn (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Sybille Jahn (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Sybille Jahn bei der Präsentation von Ergebnisse direkt auf dem Frauenberg.

Trotzdem sind schon wieder Fragen aufgetaucht, die den Wissenschaftlern einiges Kopfzerbrechen bereiten. Das man bei den Grabungen offensichtlich die „damalige Elite“ Nordthüringens ausgegraben hat, ist durch die vielen Fundstücke schon bewiesen. Aber warum sind von den 92 Grabanlagen immerhin 33 von Kindern dabei. Wurde hier oben gesiedelt oder wurden die Toten gar aus religiösen Gründen auf den Frauenberg getragen?

Aber auch solche Fragen kamen hoch. Auf der ausgehobenen Erde wuchs plötzlich das Bilsenkraut hervor, dass bisher auf dem Frauenberg nie zu finden war. Haben die Samen die Jahrhundert in der Erde überdauert? Das Bilsenkraut gehörte früher zum Hexenkult.

Wenn man bedenkt, dass das Grabungsfeld gerade mal eine Fläche von 10 x 15 m ausmacht und trotzdem bereits sensationelle Funde gemacht wurden, dann fragt man sich, was ist dort noch auf dem Plateau des Frauenberges noch zu finden. Wenn erst das gesamte Terrain untersucht ist? Jetzt ist schon die wahrscheinlich älteste Kirche Mitteldeutschlands ausgegraben wurden und es eine Fundstelle in Thüringen geworden, die seines Gleiche sucht.

Umso unverständlicher wird, dass leider viele Fundstücke erst mal im Eisschrank landen, weil sie wegen fehlender Mittel nicht restauriert werden können. Wie sagte Sybille Jahn vor den Stadträten: Die Fachwelt wartet auf die Auswertung der Grabungen! Und auch die Stadt Sondershausen ist interessiert, dass die sensationellen Funde auch schnell in Sondershausen gezeigt werden können. Sybille Jahn rannte dabei bei den Stadträten offene Türen ein.

Wahrscheinlich sollte man mal organisieren, dass so ein Vortrag auch mal in den Landtag kommt, damit hier mehr Mittel bereitgestellt werden können. Eine vernünftig aufgebaute touristische Vermarktung der Fundstücke in Sondershausen könnte Besuche in die Region locken. Man sieht ja was allein die Himmelsscheibe von Nebra für Besucher anlockt. Da sollte es doch auch möglich sein, Mittel analog Konjunkturpaket II zu verwenden, wenn hier touristische Infrastruktur aufgebaut wird.

Man muss es nur wollen oder die nötigen Leute mal nach Sondershausen locken. Zu was haben wir im Kyffhäuserkreis jetzt vier Bundestagsmitglieder und zwei Landtagsmitglieder. Klotzen statt kleckern sollte die Devise lauten, aber allein kann es die Stadt Sondershausen nicht stemmen.
Autor: khh

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