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Experte aus Nordhausen in Bochum

Samstag, 30. Januar 2010, 07:34 Uhr
Fachkräfte sind rar - das spürt in zunehmendem Maße auch die Thüringer Industrie. Gemeinsam mit dem Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS) wollen Wirtschaft und Politik neue Wege beschreiten - und nutzen partnerschaftliche Beziehungen...


Die Automobilindustrie in Thüringen benötigt Fachkräfte, und das Bundesland geht jetzt im Ruhrgebiet auf die Suche nach den „klugen Köpfen“: Der Unternehmer- und Fachkräfteservice (UFaS) präsentiert Stellenangebote aus Thüringen auf dem „10. Internationalen CAR-Symposium“ in Nordhausens Partnerstadt Bochum (Nordrhein-Westfalen). Der UFaS setzt vor allem auf den „Karriere-Tag“ am ersten Veranstaltungstag, Dienstag, 2. Februar 2010, zu dem rund 2.000 Studenten, Absolventen und Fachkräfte mit Berufserfahrung erwartet werden. Für den UFaS vor Ort ist Projektleiter Andreas Knuhr, der aus Nordhausen stammt. Nordhausen ist einer der Thüringer Standorte, in denen eine Reihe Automobilzulieferer produziert, darunter Feuer Powertrain, Eaton Automotive und Adapt Engineering.

Thüringen präsentiert sich unter dem Dach des Automobilclusters Ostdeutschland. Der vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte UFaS hat Kontakt zu nahezu 4.000 Unternehmen thüringenweit; in seiner Datenbank sind über 1.500 offene Stellen erfasst. Zwar stand das Jahr 2009 für die Automobilindustrie im Zeichen der Wirtschaftskrise, doch sehen Wirtschaftsexperten inzwischen erste Anzeichen für eine Belebung der Beschäftigungssituation in dieser Schlüsselbranche. Unabhängig von konjunkturellen Wechselfällen wissen zudem die Thüringer Unternehmen des Wirtschaftszweiges, dass sie sich angesichts des demografischen Wandels schon heute aktiv um Fachkräfte bemühen müssen, um im kommenden Aufschwung erfolgreich auf den Märkten agieren zu können.

Das 10. Internationale Car-Symposium wird veranstaltet vom „CAR-Center Automotive Research“, einer Forschungseinrichtung der Universität Duisburg-Essen. Im vergangenen Jahr nahmen nach Angaben des Veranstalters 900 Manager und Entscheider aus der Automobilbranche an dem Branchentreff teil. Neben dem Karriere-Tag am 2. Februar mit Unternehmenspräsentationen, Bewerbungsberatung und Jobmesse bietet das CAR-Symposium am Mittwoch, 3. Februar die Plattform für die Diskussion mit Experten, darunter Porsche-Vorstandsvorsitzender Michael Macht und Hubertus Benteler, Vorstandsvorsitzender der Benteler AG.

Dem UFaS eröffnen solche Branchentreffs gute Chancen, die Attraktivität des Thüringer Arbeitsmarktes einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Der 2008 vom Thüringer Wirtschaftsministerium eingerichtete UFaS ist bei der LEG Thüringen angesiedelt und unterstützt Thüringer Firmen bei der Deckung ihres Fachkräftebedarfs. Er ist für ganz Thüringen zuständig und hat Regionalbüros in Nordhausen, Eisenach, Erfurt und Gera.

Während die Arbeitsagenturen Arbeitslosen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt helfen, spricht der UFaS Menschen an, die nicht Leistungsbezieher sind, aber durchaus in Thüringer Unternehmen tätig werden könnten. Dazu zählen neben Pendlern und potenziellen Rückkehrern auch Zuwanderer, Zeitsoldaten, Absolventen und Arbeitnehmer in Elternzeit. Durch Imageanzeigen, Plakataktionen und Radiospots macht der UFaS diese Zielgruppen auf die Attraktivität des Thüringer Arbeitsmarktes aufmerksam.
Autor: nnz/kn

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