Von Rio nach Nordhausen
Dienstag, 02. Februar 2010, 17:02 Uhr
Tänzerin Nina Monteiro feiert am 12. Februar in der Premiere Bunt, schrill und sexy ihr Debüt am Theater in Nordhausen. Wir stellen die junge Künstlerin vor...
Von Rio nach Nordhausen (Foto: Theater Nordhausen)
Tausende Kilometer ist sie gefahren, um in Nordhausen tanzen zu können, und dann konfrontiert sie ihren Gesprächspartner mit dem Satz: Ich bin geboren worden, um eine Tänzerin zu sein? Nein!!! Und sofort erklärt sie: Bevor ich Künstler bin, bin ich Mensch! Das Leben besteht nicht aus Kunst, sondern es ist hart.
Nina Monteiro arbeitet dafür, sich mit anderen Menschen austauschen zu können, d.h., sie ist offen für alle Gespräche, akzeptiert keine Landesgrenzen, liebt nicht nur den Tanz, sondern alle Kunstgattungen, und sie arbeitet dafür, auf der Bühne etwas ausdrücken zu können, ihre Sache richtig gut zu machen.
Die Frage, warum sie ihre Ausbildung gerade bei der Grupo Cultural de Dança Ilha gemacht hat, verwundert sie. Natürlich deshalb, weil es dort die beste Ausbildung gibt! Noch heute schwärmt sie vom inzwischen 80-jährigen Eric Valdo, der ihr dort beigebracht hat, was Tanz ist. Von Valdo hat sie gelernt, dass Tanz nicht nur Bewegung ist, sondern auch Schönheit.
Seit 1999 nimmt Nina Monteiro am Internationalen Tanzseminar Brasília teil. Dort wurde sie auch von Hans-Joachim Tappendorff von der Palucca-Schule entdeckt, der ihr für 2003/2004 ein siebenmonatiges Gaststudium in Dresden anbot. Bis dahin hatte Nina nur klassischen Tanz studiert, der ihr eine gute Grundlage für alle anderen Techniken ist, aber nun lernte sie an der Palucca-Schule, sich auch mit zeitgenössischem Tanz auszudrücken.
Ihre bisher liebste Arbeit war ihre Rolle in Der wunderbare Mandarin, eine neoklassische Choreographie von Irene Schneider zu Musik von Béla Bartók. Nina Monteiro hatte sie in Brasilien mit jungen Tänzern des Seminars vor einigen Jahren einstudiert. Sie musste nicht nur tanzen, sondern konnte hier auch schauspielern.
Dass sie heute in Nordhausen tanzt, hat sie einer Begegnung im vergangenen Sommer in Brasilia zu verdanken. Dort lernte Nina Monteiro ihre jetzige Choreographin Jutta Wörne kennen, als diese beim Internationalen Tanzseminar unterrichtete. Sie war begeistert von der Arbeit der jungen deutschen Ballettdirektorin. Beide blieben in Kontakt. Und nun war in Nordhausen eine Stelle frei geworden.
Fitnesstraining, Bodybuilding, Laufen und Radfahren stehen in der Freizeit auf dem Programm. Demnächst will sie sich ein Fahrrad kaufen. Sie schreibt auch gern, hat schon über 200 Texte verfasst: Lyrik, Prosa und Szenen. In den Texten lebt sie das Leben, das sie haben könnte, aber nie leben wird.
Nina Monteiro liebt die 50er Jahre, die Bossa-Nova-Zeit, in der wäre sie gern 18 gewesen. Damals traf man sich einfach und machte was miteinander. In Curitiba, ihrem letzten Engagement, hatte sie so einen kreativen Freundeskreis. Man traf sich, sang miteinander, schrieb etwas, die Tänzerin verfasste verschiedene Songs zur Gitarre.
Eine ähnlich kreative Situation beschreibt auch Jutta Wörnes Pop-Art-Ballett Bunt, schrill und sexy. Nach ihrer Arbeit daran befragt, sagt die Brasilianerin: Das ist spaßig: Ich habe meinen Freunden zu Hause immer gesagt, wenn ich zwischen 20 und 30 bin, würde ich gern in den 60ern leben. Jetzt bin ich 24 und tanze im Pop-Art-Ballett!
Sie mag die Farben, die Kleidung, die Blumen, das Silber, die Hippies, den Lifestyle, Woodstock… – die Begeisterung der emotionalen jungen Frau lässt sich in Worten nicht einfangen, aber wie sehr sie sich für die Zeit begeistert, wird sie in Kürze allen auf der Bühne zeigen können. Am 12. Februar ist Premiere des Balletts Bunt, schrill und sexy.
Karten für die Premiere am 12. Februar 2010 gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 52 sowie an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz/kn
Von Rio nach Nordhausen (Foto: Theater Nordhausen)
Tausende Kilometer ist sie gefahren, um in Nordhausen tanzen zu können, und dann konfrontiert sie ihren Gesprächspartner mit dem Satz: Ich bin geboren worden, um eine Tänzerin zu sein? Nein!!! Und sofort erklärt sie: Bevor ich Künstler bin, bin ich Mensch! Das Leben besteht nicht aus Kunst, sondern es ist hart. Nina Monteiro arbeitet dafür, sich mit anderen Menschen austauschen zu können, d.h., sie ist offen für alle Gespräche, akzeptiert keine Landesgrenzen, liebt nicht nur den Tanz, sondern alle Kunstgattungen, und sie arbeitet dafür, auf der Bühne etwas ausdrücken zu können, ihre Sache richtig gut zu machen.
Die Frage, warum sie ihre Ausbildung gerade bei der Grupo Cultural de Dança Ilha gemacht hat, verwundert sie. Natürlich deshalb, weil es dort die beste Ausbildung gibt! Noch heute schwärmt sie vom inzwischen 80-jährigen Eric Valdo, der ihr dort beigebracht hat, was Tanz ist. Von Valdo hat sie gelernt, dass Tanz nicht nur Bewegung ist, sondern auch Schönheit.
Seit 1999 nimmt Nina Monteiro am Internationalen Tanzseminar Brasília teil. Dort wurde sie auch von Hans-Joachim Tappendorff von der Palucca-Schule entdeckt, der ihr für 2003/2004 ein siebenmonatiges Gaststudium in Dresden anbot. Bis dahin hatte Nina nur klassischen Tanz studiert, der ihr eine gute Grundlage für alle anderen Techniken ist, aber nun lernte sie an der Palucca-Schule, sich auch mit zeitgenössischem Tanz auszudrücken.
Ihre bisher liebste Arbeit war ihre Rolle in Der wunderbare Mandarin, eine neoklassische Choreographie von Irene Schneider zu Musik von Béla Bartók. Nina Monteiro hatte sie in Brasilien mit jungen Tänzern des Seminars vor einigen Jahren einstudiert. Sie musste nicht nur tanzen, sondern konnte hier auch schauspielern.
Dass sie heute in Nordhausen tanzt, hat sie einer Begegnung im vergangenen Sommer in Brasilia zu verdanken. Dort lernte Nina Monteiro ihre jetzige Choreographin Jutta Wörne kennen, als diese beim Internationalen Tanzseminar unterrichtete. Sie war begeistert von der Arbeit der jungen deutschen Ballettdirektorin. Beide blieben in Kontakt. Und nun war in Nordhausen eine Stelle frei geworden.
Fitnesstraining, Bodybuilding, Laufen und Radfahren stehen in der Freizeit auf dem Programm. Demnächst will sie sich ein Fahrrad kaufen. Sie schreibt auch gern, hat schon über 200 Texte verfasst: Lyrik, Prosa und Szenen. In den Texten lebt sie das Leben, das sie haben könnte, aber nie leben wird.
Nina Monteiro liebt die 50er Jahre, die Bossa-Nova-Zeit, in der wäre sie gern 18 gewesen. Damals traf man sich einfach und machte was miteinander. In Curitiba, ihrem letzten Engagement, hatte sie so einen kreativen Freundeskreis. Man traf sich, sang miteinander, schrieb etwas, die Tänzerin verfasste verschiedene Songs zur Gitarre.
Eine ähnlich kreative Situation beschreibt auch Jutta Wörnes Pop-Art-Ballett Bunt, schrill und sexy. Nach ihrer Arbeit daran befragt, sagt die Brasilianerin: Das ist spaßig: Ich habe meinen Freunden zu Hause immer gesagt, wenn ich zwischen 20 und 30 bin, würde ich gern in den 60ern leben. Jetzt bin ich 24 und tanze im Pop-Art-Ballett!
Sie mag die Farben, die Kleidung, die Blumen, das Silber, die Hippies, den Lifestyle, Woodstock… – die Begeisterung der emotionalen jungen Frau lässt sich in Worten nicht einfangen, aber wie sehr sie sich für die Zeit begeistert, wird sie in Kürze allen auf der Bühne zeigen können. Am 12. Februar ist Premiere des Balletts Bunt, schrill und sexy.
Karten für die Premiere am 12. Februar 2010 gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 52 sowie an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
