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Rabattschlacht im Einzelhandel

Montag, 22. Februar 2010, 14:25 Uhr
Der Handel überbietet sich gegenwärtig mit Rabattaktionen. In den Fußgängerzonen und Einkaufzentren dominieren Sonderpreise, Preisnachlässe und Schnäppchen das Bild. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt sieht darin eine Gefahr insbesondere für mittelständische Handelsbetriebe...


„Galt der traditionelle Winter- und Sommerschlussverkauf vorrangig dem Abverkauf der Saisonwaren, bestimmen heute aggressive Sonderangebote ganzjährig die Schaufenster“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Was die Kundschaft erfreue, treibe manch kleinen Händler an den Rande des Ruins: „Die Entwicklung des Handels zur Inflationsbremse geht eindeutig zu Lasten der Branche und beschleunigt die Auslese im schon ruinösen Wettbewerb“, ist sich Grusser sicher. Die Pleiten traditionsreicher und namhafter großer Anbieter wie Woolworth und Hertie wären nur die Spitze des Eisbergs, denn das Verschwinden kleiner Läden bemerke kaum jemand.

„Sollte die seit 10 Jahren rückläufige Umsatzentwicklung im Thüringer Einzelhandel anhalten, ist das Aus für viele kleine Geschäfte vorprogrammiert“, warnt der IHK-Chef.

So sei es nicht verwunderlich, dass einer aktuellen Umfrage der Kammer zu Folge nur jeder zehnte Händler eine Verbesserung der aktuellen Situation und steigende Umsätze erwarte. Die Unsicherheiten der Verbraucher hinsichtlich ihrer Einkommensentwicklung und ihr damit verbundenes Konsumverhalten ließen sich eben nur schwer kalkulieren.

Der angekündigte Anstieg der Arbeitslosenzahlen im laufenden Jahr würde neue Nahrung für eine weitere Verschärfung der Preisschlachten liefern. „Statistisch betrachtet verliert der Handel mit jeder Kündigung vier Käufer“, gibt Grusser zu bedenken. Neben den Arbeitslosen selbst sei auch das unmittelbare Umfeld betroffen, wo sich Angst und Unsicherheit verstärke. Zu den großen Profiteuren des Preiskampfes könnten vor allem die Discounter zählen.

„In kaum einem anderen Land ist der Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel so scharf wie in Deutschland. Wir beobachten insbesondere bei den Discountern einen regelrechten Unterbietungswettstreit. Prescht einer vor, müssen die anderen nachziehen“, so Grusser. Dies belaste die ohnehin geringen Margen und die Konzentration im Handel nehme weiter zu.

Bereits heute erwirtschafteten die 10 größten Handelskonzerne rund 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel. Vergleichbare Preise seien für viele kleine inhabergeführte Geschäfte kaum noch möglich.
Autor: nnz/kn

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