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Aufwind und Abwind

Donnerstag, 25. Februar 2010, 11:50 Uhr
Statistiken sind eine Sache für sich: Man kann sie auslegen und interpretieren wie man will. Wie es gefällt. Die Arbeitslosigkeit ist in diesem Monat in Nordthüringen gestiegen. Das aber ist so schlimm denn auch nicht...


...schließlich hat Karsten Froböse, der Chef der Nordhäuser Agentur, weniger Arbeitslose als im Februar 2009 vermeldet. Doch zurück zur aktuellen Statistik und damit zum Trend nach unten: Insgesamt sind 20.189 Frauen und Männer im Kyffhäuserkreis sowie in den Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld ohne Job. Das ist eine Quote von 15,2 Prozent oder es sind 352 mehr als vor einem Monat.

Wie sieht es Ende 2010 aus, Herr Froböse?


Ein wenig verklärt wird die Statistik immer noch durch die Möglichkeit der Kurzarbeit und durch den zweiten Arbeitsmarkt. Für den Januar wurde für rund 1.000 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt, vor einem Jahr befanden sich 2.400 Beschäftigte in „kurzer Arbeit“. Wirklich positiv zu vermelden ist die Tatsache, dass wieder mehr freie Stellen gemeldet wurden. In diesem Monat wurden rund 400 freie Stellen gemeldet, auch beim verarbeitenden Gewerbe zeigen die „Daumen“ nach oben.

Mit bei der heutigen Pressekonferenz waren die Kreishandwerkerschaft und die regionale IHK. Dr. Bernhard Senft und Udo Rockmann hatten die Ergebnisse der Konjunkturumfragen mitgebracht. Seitens wird eine Konjunktur im Aufwind diagnostiziert. Allerdings, so Rockmann, sei das kein Sturm, sondern eher noch ein laues Lüftchen.

Wie geht es der Wirtschaft in Nordthüringen?


60 Prozent der Unternehmen im Landkreis Eichsfeld schätzen ihre Geschäftslage als befriedigend ein. Im Landkreis Nordhausen sind es 67 und im Kyffhäuserkreis nur 36 Prozent. Optimistisch sind die Unternehmen der drei Landkreise für die Zukunft. Nur 24 Prozent im Eichsfeld, 11 Prozent im Landkreis Nordhausen und 14 Prozent im Kyffhäuserkreis blicken pessimistisch auf die nächsten Monate. Ein weiterer Indikator, der hoffen lässt, ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. 19 Prozent wollen mehr ausgeben als im Jahr 2009, so der Leiter des regionalen Service-Centers der IHK.

Ob die Unternehmen ihre Belegschaft jedoch auch aufstocken, das wird nicht so deutlich. So wollen zum Beispiel mehr Unternehmen Mitarbeiter entlassen als das noch im September 2009 der Fall war. Im Landkreis Nordhausen sieht das ähnlich, wenn auch differenzierter aus.

Zum Handwerk: Dessen Hauptgeschäftsführer Dr. Senft teilte mit, dass 3.000 Betriebe in den Landkreisen Eichsfeld und Nordhausen befragt wurden, das ist rund die Hälfte aller Handwerker. Der Trend im Handwerk ähnelt dem der IHK, auch hinsichtlich des Ausblicks sei das so. „Der Wirtschaftsindex stand Ende vergangenen Jahres auf 78,2 Prozent und befindet sich damit im Bereich der Super-Jahre 2006 und 2007“, so Senft, der sich bei den beiden Landkreisen bedankt, dass das hiesige Handwerk von den Aufträgen des Konjunkturprogramms profitiert habe.

Wo steht aktuell das Handwerk in Nordthüringen?


Besser als der durchschnittliche Index sieht es bei den Kosmetikern, den Uhrmachern oder den Schneidern aus. Unter Schnitt muss im Kfz-Handwerk, aber auch im Nahrungsmittelhandwerk wie bei den Bäckern und Fleischern konstatiert werden. Unterm Strich beurteilen drei Viertel der Handwerksbetriebe ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend.
Autor: nnz/kn

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