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Kn-Forum: ÖPNV

Dienstag, 02. März 2010, 07:01 Uhr
Mit der Frage des Sitzplatzes in Schülerbussen befasst sich dieser Beitrag im Forum. Aber auch einige weitere Probleme des Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) speziell für Artern nimmt unser Leser Klaus Henze aus Artern aufs Korn...

Der sogenannte Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) beschäftigt mich schon lange, weil ich nicht zu den Autofahrern gehöre und so oftmals auf ihn angewiesen bin. "Wer eine Reise tut, kann viel erzählen", heißt es. Wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt noch mehr, möchte ich ergänzen. Dabei möchte ich mich an dieser Stelle auf Busse beschränken. Die Bahn ist ja ein eigenes Kapitel.

Zu der Sitzplatzdiskussion bin ich der klaren Meinung, dass schon aus Sicherheitsgründen der Schülerverkehr so geplant sein sollte, dass in der Regel alle Schüler einen Sitzplatz erhalten! Sicherlich lässt sich das nicht bis auf den letzten Platz immer garantieren, zumal die meisten Schülerbusse ja zugleich auch die einzigen "öffentlichen" Busse sind. Ich denke unsere Kinder und Enkel sind auch so robust und sportlich durchtrainiert, dass sie einmal im Bus stehen können. Aber das möchte die Ausnahme sein!


Wenn man von vornherein die Stehplätze mit verplant, handelt man nach meinem Dafürhalten unverantwortlich!
Allerdings teile ich auch nicht die Meinung einiger Schüler, die der Ansicht sind, sich hinflegeln zu können, möglichst über mehrere Plätze und die "Ollen" können ja stehen. Ich betone einiger! Das erzählen sie zu Hause sicherlich auch nicht. Wer nun in die Tonlage kommt, früher war die Jugend besser, sollte an das denken, was seine eigenen Eltern gesagt haben sowie daran, dass er die heutige Jugend erzieht. Ich kenne auch ganz unterschiedliche Busfahrer, welche, die sich kümmern - und meist mit Erfolg und auch wenige, die nur die Landstraße sehen, aber dann auch selbst mitverantwortlich sind für den Dreck zum Feierabend in ihrem Bus.
Für die Probleme im Schülerverkehr gibt es wohl zwei Hauptursachen:
  • Einmal denken die Verantwortlichen nur noch in Euro und zum Teil in Bequemlichkeit

Zu einer anderen Ansicht kann man nicht kommen, wenn Schülern die Zuschüsse zur Busfahrt wegen 200 km verweigert werden und der Landrat darauf verweist, dass die Eltern doch in Eigeninitiative mit den Verkehrsbetrieben eine günstigere Lösung aushandeln sollten, wie das in Sömmerda welche vorgemacht hätten.
  • Das zweite Problem ist, dass für die Lehrer (ich bitte schon im Voraus um Entschuldigung, da es ja "die Lehrer" gar nicht gibt), den Wohlstand genießen und mit dem Auto nach Unterrichtsschluss schnell alles hinter sich lassen. Früher kamen sie mit den Bussen und Zügen mit. Das bekamen sie damals auch nicht bezahlt. Aber es half.

Ich denke, man sollte es sich nicht so einfach machen. Schuldzuweisungen sind einfach. Ich weiß auch, dass man im Kyffhäuserkreis das Geld nicht selber machen kann. Aber wenn ich so die Zeitungen verfolge, wird auch täglich manches unnütz rausgeschmissen. Thüringen will ja nach der Meinung unseres neuen Wirtschaftsminsters Machnik das Markenzeichen "Denkfabrik" streichen. Das finde ich schade, denn Denken hat und wird wohl auch nie schaden. Es soll ja hoffentlich keine Bankrotterklärung sein.

Zum Schluss noch mein persönliches Problem , das ich mit einigen weiteren älteren Leuten teile, über das der Landrat auch mal nachdenken sollte. Als der Arterner Königstuhl errichtet wurde, hatten wir noch sozialistische Planung. Da war die Entwicklung noch nicht so richtig vorauszusehen. Aber Bürgermeister von Riesen(FDP), der ihm ja sicherlich näher stand als der heutige Wolfgang Koenen, kannte sie schon. Und er versprach damals den in exponierter Stellung wohnenden (aber nur die Höhe über der Stadt betreffend) Bürger, dass sie mit einem "Stadtverkehr" an Artern angebunden werden, zumal ja auch die Altenheimbewohner am Leben in der Stadt Anteil haben sollten.

Es gibt eine Bushaltestelle im Wohngebiet, in der Fallerslebener Straße. Einstmals vor der Schule. Später hat man sie verschoben zur Turnhalle. Wer weiß warum? Hier halten die viel diskutierten Schulbusse. Eigentlich auch die, die man mal den Bürgern versprochen hat, um einkaufen fahren zu können. Da gab es früher, bis vor gut einem Jahr, mal einen Bus, der gegen 9.30 Uhr durch die Stadt (Puschkinstr., Friedhof, Harzstr. Zum Busbahnhof fuhr (der einzige nach 8 Uhr am Vormittag).

Natürlich stiegen hier nicht 20 Leute, sondern heut mal keiner, morgen mal drei ein. Das reichte offensichtlich zum Streichen. Die Leute waren Rentner, meist bereits gehbehindert, hatten bis hoch ins Rentenalter gearbeitet. Doch das interessierte nicht. Das ändert nichts an fehlenden Einnahmen. Busse fahren heute noch, aber gleich die Breitscheidstraße durch. Der kleine Umweg über den Königstuhl ist sicherlich nicht bezahlbar. Oder interessiert es die verantwortlichen Leute, die im großen Projekt zum Alterswandel nicht? Genug Geld hat es für Papier verschluckt. Wann merken die Alten etwas davon? - Sie würden sich sogar über Verbesserungen für die Jungen freuen.
Klaus Henze
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khh

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