kyffhaeuser-nachrichten.de

Materplan Daseinsvorsorge überraschte!

Sonntag, 14. März 2010, 19:52 Uhr
Was da einige Experten zum Thema Materplan Daseinsvorsorge vor den Kreistagsmitglieder vortrugen verschlug einigen Kreistagsmitgliedern die Sprache und brachte sie ins Grübeln, besonders hinsichtlich der Schulnetzplanung...

Der Kreistag sieht die Ergebnisse des Modellvorhabens der Raumordnung, Masterplan Daseinsvorsorge als gute Grundlage für die Sicherung und Gewährleistung der Daseinsvorsorge in den Infrastrukturbereichen „Schulentwicklung und ÖPNV“, „Gesundheit“ und „Ältere Menschen mit Behinderung“ an. Sie zeigen Wege, wie unter den Voraussetzungen des demografischen
Wandels im Kyffhäuserkreis angemessene und gute öffentliche Infrastrukturen erhalten bzw. geschaffen werden können.

Der Landrat wurde einstimmig vom Kreistag beauftragt, die Ergebnisse des Masterplanprozesses bei den Fachplanungen
angemessen zu berücksichtigen und zu prüfen, inwieweit die vorliegenden Ergebnisse umgesetzt und welche weiteren Infrastrukturen im Rahmen der längerfristigen Vorsorgeplanung aufgenommen werden können. Der Landrat soll dem Kreistag bis Mitte 2010 vorschlagen, welche Themenbereiche mit dem Instrument Masterplan Daseinsvorsorge künftig bearbeitet werden sollen.

Zuvor hatten aber drei Fachvorträge von Experten aus dem Modellvorhaben für recht erstaunte Gesichter gesorgt. Es wäre sogar gewesen, wenn sich die Eltern aus Heldrungen / Oldisleben das Ganze mit angehört hätten. Michael Glatthaar vom Büro "Gertz Gutsche Rümenapp" sprach über das Thema "Schule und Öffentlicher Personennahverkehr". In den Untersuchungen wurde ermittelt, dass der Anteil der Förderschüler bis zum Jahre 2025 auf 16 Prozent steigen wird.

Bei den Grundschulen wird es bis 2025 bei der Auslastung nicht weiter zu Problemen führen, sieht man mal von den Grundschulen in Keula und Udersleben ab. Kritisch sieht es aber bei den zweizügigen Regelschulen aus. Von den acht vorhandenen Regelschulen im Kreis werden wohl sieben (!) Probleme haben, bis 2025 die notwendigen Schülerzahlen zusammen zu bringen! Wenn kn es bei dem Wulst an Zahlen richtig erkannt hat, scheint nur die Regelschule Franzberg keine Probleme zu bekommen.

Noch schlimmer sieht es bei den vier Gymnasien aus. Johannes Selle (CDU) zeigte sich in der Diskussion überrascht, dass selbst das Scholl-Gymnasium in Sondershausen in Probleme kommen könne. Der Vorschläge der Experten sehen so aus, entweder in den sauren Apfel des Schließens zu beißen, oder aber die Mindestanzahl der Schüler zu senken. Bei Erreichbarkeit der Schule in 30 Minuten sollte die Schulstärke bei den Grundschulen von 60 auf 40 Schüler gesenkt werden. Bei Erreichbarkeit der Schule in 60 Minuten sollte die Schulstärke bei den Regelschulen von 216 auf 180 Schüler gesenkt werden. Bei Erreichbarkeit der Schule in 60 Minuten sollte die Schulstärke bei den Gymnasien von 480 auf 400 Schüler gesenkt werden.

In der Diskussion zum Thema mahnte Karl-Josef Ringleb (CDU) an, dass 1 Stunde Schulweg für 5-Klässler unzumutbar wäre. Ebelebens Bürgermeister Uwe Vogt (SPD) sagte in der Diskussion, ein komplette Klasse aus Ebeleben würde Richtung Schlotheim wechseln.

Drei verschiedene Modelle wurde vorgestellt. Sowohl von Cornelia Kraffzick und Uwe Vogt wurde ins Feld geführt, dass das Modell einer Gemeinschaftsschule eine gute Option wäre. Mit einem ähnlichen Modell hatten die Experten errechnet, dass so die meisten Schulen im Kreis erhalten werden könnten. Es gibt für die Schulexperten im Bildungsausschuss in den nächsten tag viel zu tun, das umfangreiche Material durchzuarbeiten, was in so einem Artikel nicht annähernd geschahen kann.

Nicht ganz so spektakulär waren die vorgelegten Ergebnisse zum Thema "Ärztliche Versorgung" von Martin Albrecht, auch wenn man hier schon recht besorgt sein muss, wie das im Kyffhäuserkreis mit der ärztlichen Versorgung weitergehen soll. Hier müssen sich Politik (Erfurt) und kassenärztliche Vereinigungen wohl noch einiges einfallen lassen müssen, denn bei 2025 müssen 50 Arztstellen im Kyffhäuserkreis neu besetzt werden. Problem, die Ärzte in die Region zu holen!

Interessant allerdings einige Zahlen aus der Studie. So würde zurzeit 80 Prozent im Kyffhäuserkreis innerhalb von 10 Minuten mit dem PKW den Hausarzt erreichen. Mit dem ÖPNV bei einem Termin um 09:00 Uhr würden nur 40 Prozent den Hausarzt innerhalb von 20 Minuten erreichen.
Hinsichtlich der fachärztlichen Versorgung wurde abschließend festgestellt, müsse es differenzierte Analysen geben.

Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de