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Wärme mit Hackschnitzel

Dienstag, 16. März 2010, 00:34 Uhr
Zum Essen für den Menschen sind diese Schnitzel nicht, aber vielleicht für einen Ofen? Die Stadtwerke Sondershausen stellten ihr neues Konzept vor ...

Auf der gestrigen Einwohnerversammlung der Wohngebiete Haselholz-Östertal-Stadtmitte ging es auch um die Fernwärmeversorgung der Stadt Sondershausen. Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) hatte Dr. Rainer Große von der Geschäftsführung der Stadtwerke Sondershausen Netz GmbH eingeladen, der das neue Konzept vorstellen sollte.

Die in den Jahren 1993 bis 1996 geschaffenen Blockheizkraftwerke in Östertal und Borntal sind in Jahre gekommen und müssten für eine bessere Effektivität ausgetauscht werden. Während die Anlage im Borntal noch ausgelastet ist, kann man das von den Anlagen im Wippertor (nur noch 50 Prozent) und im Östertal nicht sagen. Durch das Wegreißen von Wohnblöcken sind dort erhebliche Ausfälle an Abnehmern zu beklagen.

Es musste neu strukturiert werden, so Dr. Große und fing vor zwei Jahren damit an. Die Fernwärmeversorgung soll wieder konzentriert werden. Vom Standort Wippertor (nahe Feuerwehr) werden Trassen Richtung Östertal und Borntal geschlagen, wobei auch die Wipper unterquert werden muss. In Östertal und im Borntal (nahe Fußgängerbrücke Hafermalz-Straße) wird an die bestehenden Netze angeschlossen. Die Heizhäuser Östertal und Borntal werden entfallen.

Dafür entsteht im Wippertor ein Heizhaus (30 m x 10 m) mit einem zwei Megawatt Gasmotor, der gleichzeitig Strom und Fernwärme erzeugt. Verbunden wird das ganze mit einem großen Wärmespeicher zum Ausgleich der Spitzen. Die Laufzeit im Jahr wird ca. 7.500 Stunden betragen.

Da die Kapazität nicht ausreicht, wird noch ein Hackschnitzel-Kessel mit einer thermischen Leistung von 800 kW (ca. 4.500 Stunden Laufzeit) aufgestellt. Zum Antransport der Hackschnitzel werden ca. vier Fuhren pro Woche mit einem Fahrzeug (40 Kubikmeter) notwendig sein, so dass eine zusätzliche Belastung mit riesigen Transporten nicht gegeben sein wird, so Dr. Große.

Der Kessel wird eine Entstaubungsanlage und einen ca. 20 m hohen Kamin haben. Damit sollen die zulässigen Emissionswerte eingehalten werden. Gelagert werden müssen rund 500 Kubikmeter Holzschnitzel. Von diesen Holzschnitzeln wird der typische Holzgeruch wahrnehmbar sein. Weitere Geruchsbelästigungen (Faulgase aus den Schnitzeln) seinen nicht zu erwarten, sicherte Dr. Große zu.

Das Holz wird aus den stadteigenen Wäldern (1.200 ha) kommen. Die Hackschnitzel werden schon vorgetrocknet aus dem Wald kommen, versicherte Dr. Große, wo sie auch schon gehackt wurden. Lärm von den Hackmaschinen wird es also in der Stadt nicht geben. Der Holzbedarf ist geringer (1/3 von dem was im Wald nachwächst. Das Nähe der Feuerwehr befindliche Heizhaus bleibt bestehen

Hinsichtlich der Preise für die Fernwärme soll es so sein, dass sie zur Stabilisierung der Fernwärmepreise beitragen werden. Es wird laut Kreyer keine Explosion der Preis geben. Wenn Aufsichtsrat (Stadt, Eon usw.) dem Konzept zustimmen (Mai), könnte der Bau auch bald losgehen. Erste Ausschreibungen sind bereits raus.

Ein Zusammenhang mit der Biogasanlage, die eventuell in Hohenebra gebaut werden soll, hat das Projekt nichts zu tun.

Die Frage von Gerhard Axt (Nubi), ob die Kapazität groß genug sei, auch weitere Sportstätten im Hausenholz /Östertal beheizen zu können, wurde im Prinzip bejaht, Dr. Große warnte aber davor eine Schwimmhalle zu bauen (Vorstellung Axt.

Dr. Große sagte, dass es durchaus vorstellbar sei, auch weitere teil der Innstadt mit Fernwärme zu versorgen (Rathaus, Schloss, Landratsamt). Abschließend bekräftigte er nochmals, außer dem typischen Holzgeruch wird es keine weiteren Geruchsbelästigungen geben.
Autor: khh

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