Wachstumsbranche Gesundheitsmarkt
Dienstag, 23. März 2010, 12:13 Uhr
Bundesweit sind über fünf Millionen Beschäftigte in der Gesundheitsbranche tätig und erwirtschaften rund 260 Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Damit liegt dieser Wirtschaftszweig in seiner Bedeutung noch vor der Automobilindustrie. Gute Zukunftsaussichten attestiert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt der Branche auch in Thüringen...
Mit einem jährlichen Umsatz von rund vier Milliarden Euro rangiere sie im Freistaat noch vor der Fahrzeug- und Fahrzeugzulieferindustrie (3,1 Milliarden Euro) sowie der traditionellen Nahrungsgüterwirtschaft (2,8 Milliarden Euro).
Die Gesundheitswirtschaft gehört im Freistaat eindeutig zu den zukunftsorientierten Wirtschaftszweigen. Weitgehend unabhängig vom Konjunkturverlauf nimmt die Nachfrage nach Leistungen und Produkten aus diesem Sektor ständig zu, betont Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Angesichts solch treibender Faktoren wie dem stetig wachsenden Gesundheitsbewusstsein, einer älter werdenden Gesellschaft und den enorm guten Exportchancen stehe einer weiteren dynamischen Entwicklung nichts entgegen.
Darüber hinaus sieht Grusser in der Gesundheitswirtschaft große Beschäftigungspotenziale: Immerhin sind in Thüringen bereits mehr als 130.000 Personen im Gesundheitsbereich tätig – Tendenz steigend, unterstreicht der IHK-Chef. Neben dem Personal von Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegediensten, Apotheken und Krankenversicherungen müssten auch die Mitarbeiter von Unternehmen der Medizintechnik und Pharmazie, des Kur- und Bäderwesens oder auch der Fitnessindustrie dazugerechnet werden.
Allerdings: Bereits heute sähen die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft im Fachkräftemangel ein zentrales Risiko. Hier gelte es, über neue kreative Wege nachzudenken. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Alterungsprozesses wird sich insbesondere die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal erhöhen, prognostiziert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Mittlerweile seien 62 Prozent der Pflegebedürftigen im Freistaat über 80 Jahre alt. Die erfreulichen Beschäftigungspläne der Gesundheits- und Pflegedienste für die kommenden zwölf Monate wären Ausdruck der überaus positiven Geschäftslage und verstärkten die optimistischen Erwartungen zusehends.
Andererseits stelle die drohende Überalterung eine große Herausforderung für die sozialen Sicherungssysteme dar und könne künftige Generationen schnell überfordern. Hier sei die Politik gefordert, endlich klare Rahmenbedingungen zu schaffen und eine nachhaltige Anpassung der Finanzierungsinstrumente an die demografische Entwicklung zu gewährleisten.
Autor: nnz/knMit einem jährlichen Umsatz von rund vier Milliarden Euro rangiere sie im Freistaat noch vor der Fahrzeug- und Fahrzeugzulieferindustrie (3,1 Milliarden Euro) sowie der traditionellen Nahrungsgüterwirtschaft (2,8 Milliarden Euro).
Die Gesundheitswirtschaft gehört im Freistaat eindeutig zu den zukunftsorientierten Wirtschaftszweigen. Weitgehend unabhängig vom Konjunkturverlauf nimmt die Nachfrage nach Leistungen und Produkten aus diesem Sektor ständig zu, betont Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Angesichts solch treibender Faktoren wie dem stetig wachsenden Gesundheitsbewusstsein, einer älter werdenden Gesellschaft und den enorm guten Exportchancen stehe einer weiteren dynamischen Entwicklung nichts entgegen.
Darüber hinaus sieht Grusser in der Gesundheitswirtschaft große Beschäftigungspotenziale: Immerhin sind in Thüringen bereits mehr als 130.000 Personen im Gesundheitsbereich tätig – Tendenz steigend, unterstreicht der IHK-Chef. Neben dem Personal von Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegediensten, Apotheken und Krankenversicherungen müssten auch die Mitarbeiter von Unternehmen der Medizintechnik und Pharmazie, des Kur- und Bäderwesens oder auch der Fitnessindustrie dazugerechnet werden.
Allerdings: Bereits heute sähen die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft im Fachkräftemangel ein zentrales Risiko. Hier gelte es, über neue kreative Wege nachzudenken. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Alterungsprozesses wird sich insbesondere die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal erhöhen, prognostiziert der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Mittlerweile seien 62 Prozent der Pflegebedürftigen im Freistaat über 80 Jahre alt. Die erfreulichen Beschäftigungspläne der Gesundheits- und Pflegedienste für die kommenden zwölf Monate wären Ausdruck der überaus positiven Geschäftslage und verstärkten die optimistischen Erwartungen zusehends.
Andererseits stelle die drohende Überalterung eine große Herausforderung für die sozialen Sicherungssysteme dar und könne künftige Generationen schnell überfordern. Hier sei die Politik gefordert, endlich klare Rahmenbedingungen zu schaffen und eine nachhaltige Anpassung der Finanzierungsinstrumente an die demografische Entwicklung zu gewährleisten.
