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Neues Zeitalter der Entwässerung

Mittwoch, 28. April 2010, 09:51 Uhr
Bei der Einwohnerversammlung am Montag in Sondershausen dreht es sich hauptsächlich um das Wasser, genau genommen um das Abwasser...

Hoffentlich ist dem Bürgermeister die Finanzsituation nicht gar auf den Magen geschlagen, denn aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Hauptamtsleiter Stefan Schard ins Rennen schicken. Über die Finanzsituation konnte er allerdings auch noch nicht wirklich Positives vermelden. Das Finanzloch liegt immer noch bei rund vier Millionen Euro. Im Gegenteil, einige mögliche Fördergelder werden sogar verfallen, weil der Eigenanteil nicht aufbringbar ist.

Schwerpunkt der Einwohnerversammlung war der sehr informative Bericht zum Thema Abwasser. Der Leiter des Bereichs Abwasser des Trink- und Abwasserzweckverbandes (TAZ) „Helbe-Wipper“, Hans-Peter Schwarzbach, informierte über die Baumaßnahmen in der Nordhäuserstraße und die zukünftigen Arbeite in den verschiedenen Straßen von Stockhausen.

Gesamtziel ist, die vielen Kleinkläranlagen nach und nach stillzulegen und Stockhausen an die zentrale Abwasserentsorgung anzuschließen. Schwarzbach bezeichnete es als den Beginn eines neuen Zeitalters in der Entwässerung. Er bat aber auch die Bürger, sich deshalb nicht verrückt zu machen. Es sei ein langfristige Aufgabe und die Betriebskosten für Kleinkläranlagen im Vergleich zur späteren zentralen Abwasserentsorgung unterscheiden sich wenig.

Pumpstation Schlosspark (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Pumpstation Schlosspark (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das Abwasserpumpwerk im Schlosspark befindet sich schon im Probebetrieb und entwässert bereits einen Teil von Stockhausen. Angeschlossen sind bereits die Gerhard-Hauptmann-Straße, die Backhausstraße und der Spatenweg.

Zusätzlich Kosten kommen aber auf die Hausbesitzer trotzdem zu. Der Anschluss an die Abwasserentsorgung muss schließlich bezahlt werden. Der TAZ legt die Entwässerung nur bis zur Grundstücksgrenze. Das Umschließen auf den Grundstück selbst muss der Eigentümer selbst organisieren und bei Fremdhilfe auch bezahlen.

Für die bereits angeschlossenen Bereiche werden voraussichtlich in der Mitte des Jahres die Beitragsbescheide an die Grundstückseigentümer verschickt. Die Beiträge richten sich nach der Grundstücksgröße (065 Euro je Quadratmeter) und Geschossfläche (1,83 Euro je Quadratmeter). Bei der Grundstücksfläche gibt es aber bei 817 Quadratmeter eine „Deckelung“ um die Kosten großer Grundstücke nicht explodieren zu lassen. Über Stundung und Ratenzahlung, so Schwarzbach, könne geredet werden. Man solle sich daher nicht verrückt machen lassen.

Problematischer sieht die Sache in einigen anderen Straßen aus (z.B. Ringweidenstraße) Hier liegt noch kein Kanal drin und die Straßen sind im jämmerlichen Zustand. Hier drohen sogar noch zusätzlich Straßenausbaubeiträge. Aber das vorgehen müsse erst noch mit der Stadt abgesprochen werden. Schnell wird es auch hier nicht gehen, denn die Kommune hat ja nicht mal das Geld ihre Eigenanteile einzubringen.
Autor: khh

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