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Kn-Kommentar: Chance verpasst?

Mittwoch, 12. Mai 2010, 16:36 Uhr
Auf der Landwirtschaftskonferenz des Kyffhäuserkreises hatte der Vorsitzende des Bauernverbandes Bernd Schlepper ein wichtiges Problem angesprochen, ländlicher Wegebau und Radwege ...

In seinem Bericht hatte Bernd Schlepper den ländlichen Wegebau, besonders im westlichen Teil, recht scharf kritisiert. Der Wegebau sei einfach vernachlässigt worden. Die Vernachlässigung führte er auf die restriktive Genehmigungspraxis der unteren Naturschutzbehörde zurück, sowie die fehlenden Mittel der Kommunen.

Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Landwirtschaftskonferenz (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auch äußerte Schlepper sein Unverständnis darüber, dass es im Kyffhäuserkreis durch die untere Naturschutzbehörde keine Genehmigung gäbe, unbelastetes Bitumen-Fräsgut verwenden zu dürfen. In anderen Kreises des Landes Thüringen würde das besser klappen.

Diese Kritik ist ja nicht neu. Sie wurde von den Landwirten schon im Vorfeld an einige Landtagskandidaten herangetragen, so an Gerold Wucherpfennig. Der hatte schon eingeworfen, dass er das mit den zuständigen Behörden (Kreis) klären muss. Offensichtlich war da noch nicht viel erfolgt.

Aber man kann sich doch nicht nur auf vergangenes berufen. Das Problem ländlicher Wegebau ist nicht ausreichend geklärt. Aber gestern waren alle Verantwortlichen im Saale (abgesehen von der Ministerpräsidentin), die zu diesem Problem hätten Stellung beziehen können. Der neue Leiter der unteren Naturschutzbehörde Dr. Jürgen Pusch war anwesend, dessen Chef der Leiter des Umweltamtes Dr. Michael Fruth ebenfalls. Auch anwesend der Chef dieser beiden, der Landrat Peter Hengstermann (CDU) und zu guter Letzt ist Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) auch der zuständige Umweltminister!

Es wird den Schreiber dieser Zeilen ein ewiges Rätsel bleiben, warum bei soviel anwesender Fachkompetenz von den anwesenden Landwirten nicht nachgehakt wurde, als keiner der oben genannten Betroffenen sich zu den Kritikpunkten äußerte? Wann wollte man denn dann das Problem aus- bzw. andiskutieren? Muss man hier nicht sagen, dass war eine vertane Chance?

Ist es wirklich ausreichend, wenn man sich freut, dass es für ein überregionales Wegekonzept des ländlichen Wegebaus erste Gespräche gab? Und wenn Bernd Schlepper feststellt, dass nun offensichtlich die Trasse für den Unstrut-Werra-Radweg stehe, dann hat man schon mehrerer Jahre dafür gebraucht und es löst ein generelles Problem im westlichen Kyffhäuserkreis nicht: Es gibt kaum straßenbegleitende Rad- und Fußwege, damit auch der normale einheimische Bürger mal sicher seinen Nachbarort erreichen kann. Die Sicherheit der Einheimischen ist wohl nichts wert, muss man sich da schwer besorgt fragen? Es könnte ja sein, dass es mehr willige Radfahrer gibt, die von Allmenhausen nach Ebeleben (und zurück) wollen, als Nutzer eines Unstrut-Werra-Radweges.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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