kyffhaeuser-nachrichten.de

Was ist mit Biodiesel?

Freitag, 14. Mai 2010, 07:03 Uhr
In besonderen Diskussionspunkten auf der Landwirtschaftskonferenz des Kyffhäuserkreises ging es um die Fragen der Besteuerung des Biodiesels und der Energiegewinnung aus biologischen Rohstoffen...

Frisch von einer Pressekonferenz kommend hatte Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) interessante Zahlen im Gepäck. In Thüringen werden gut 18 Prozent der gesamterzeugten Energie aus erneuerbaren Energien gewonnen. Das sei das Doppelte des Bundesdurchschnitts. Sicher ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte man diese Prozentzahl nicht überbewerten. Im Konzert der großen Energieerzeuger ist Thüringen nicht gerade ein Riese, so dass sich hier Prozentzahlen doch leichter steigern lassen.

Trotzdem gab es indirekt noch einen Seitenhieb auf seinen Amtskollegen Wirtschaftsminister Machnig (SPD). Der macht sich ja seit Monaten für die Solarenergie stark. Da seien, so Reinholz etwas spitz, nur 1 Prozent aus Solarenergie (2 Prozent Windenergie). Der überwiegende Teil der erneuerbaren Energie käme aus nachwachsenden Rohstoffen, so Reinholz mit etwas Triumph. Der größte Teil davon übrigens stammt aus der Verwertung von Holz. Aber auch Gülle, Stroh und Mais seien auf dem Formarsch.

Auf die seit Monaten stillstehende Biodieselanlage in Ebeleben angesprochen gab Reinholz zwei Hinweise. In der einen Richtung solle man das Thema Biodieselbesteuerung nochmals beim Bund unter die Lupe nehmen. Das war der Wink mit dem berüchtigten Zaunpfahl in Richtung Bundestagsabgeordneten Johannes Selle (CDU), der als Gast dabei war, was von vielen Teilnehmern als wichtig erachtet worden war.

In einer anderen Richtung gab Minister Reinholz aber auch einen recht wertvollen Tipp. Produzenten von Biodiesel und Erzeuger der nachwachsende Rohstoffe sollten sich stärker zusammentun. Er verwies da auf einen Weg, wie er in Schmölln gegangen wird. Klingt nach Trick 17, ist es aber nicht.

Wenn nämlich der selbsterzeugte Biodiesel selbst verbraucht wird, dann fallen nämlich überhaupt keine Steuern an, so der Minister. Wenn also beide Parteien (Biodieselproduzent und Erzeuger der Rohstoffe) eine Einheit bilden, kann der Biodiesel ja selbst verfahren werden. Und mit etwas Geschick und Einfallsreichtum kann auch der Milchtransporter einbezogen werden, der täglich die Milch vom Bauern abholt. Nur der nichtselbstverbrauchte Biodiesel müssen dann nur noch versteuert werden, so der Minister vor den Landwirten.

Dieses System Schmölln sollte man sich also auch schleunigst in Ebeleben und Umgebung anschauen. Vielleicht ist dann auch aus der Biodieselanlage in Ebeleben wieder eine produzierende Einheit zu machen.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de