Neue Stiftung für die Fledermaus
Mittwoch, 19. Mai 2010, 20:31 Uhr
Bei der Gründungsversammlung der neue Stiftung Fledermaus sagt Thüringens Minister Reinholz: Gute Zusammenarbeit im Fledermausschutz soll fortgesetzt werden. Er wird auch die Schirmherrschaft für die Aktion Fledermausfreundlich für diese Jahr übernehmen...
Stiftung Fledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Das kleine Örtchen Donndorf am Rande der "Hohen Schrecke" kam heute in Zeichen Fledermaus groß raus. "Hast Due die Fledermaus im Haus, sei Dir gut beschieden", mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete Quasihausherrin Ortsbürgermeisterin, und "nebenbei" noch Landtagsmitglied Gudrun Holbe (CDU) die Gründungsversammlung der neuen Fledermausstiftung. Das der Ort auch so gut gewählt war, zeigte die Plakette "fledermausfreundlich" an der Hauswand des Klosters Donndorf, wo diese Veranstaltung stattfand. Eine nette Geste, eine gebackene Fledermaus, die man als Einzigste getrost vernichten durfte.
Auch wenn er als letzter Redner dran war, im Bericht von kn kommt er (wir sind Lokalpatrioten) als erster dran, die bekannteste Fledermaus des Kyffhäuserkreises, Wolfgang Sauerbier. Wieso sagte da jemand nur des Kyffhäuserkreises? Nicht nur in Sachen Fledermaus ist Wolfgang Sauerbier weit über die Grenzen des Kyffhäuserkreises bekannt. Landrat Peter Hengstermann (CDU) würdigte in diesem Rahmen nochmals 45 Jahre Naturschutzarbeit, die er auch im Landratsamt umgesetzt hat.
Für Wolfgang Sauerbier (Bild oben) ist die Gründung dieser Stiftung nur der erste Schritt. Er stellte mit seinen fünf Säulen der weiteren Arbeit (Gestalten, Vernetzen, Informieren, Koordinieren und Dokumentieren) die auf die Stiftung zu kommende Arbeit dar. Viele Projektideen (z. B. die Landesfauna 2011) haben bei ihm schon Formen angenommen. Aber auch seine Idee des fledermausfreundlichen Dorfes sollte nicht vergessen werden. Wichtig wird sein, so Sauerbier, ein Informationszentrum für Fledermäuse zu schaffen. Er betonte, dass Fledermausschutz Artenschutz ist und der Lebensraumgestaltung dient.
Jürgen Reinholz, Wolfgang Sauerbier, Dr. Volker Sklenar, Gudrun Holbe und Peter Hengstermann
Nicht nur der ehemalige Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar (von Sauerbier als Fledermausfan gewürdigt) sondern auch der aktuelle Thüringer Umwelt- und Landwirtschaftminister Jürgen Reinholz (CDU) unterstrich schon mit seiner Teilnahme, dass er den Fledermausschutz seines Amtsvorgängers weiterführen will.
Mit der Gründung der Stiftung Fledermausschutz werden in Thüringen neue Wege im ehrenamtlichen Naturschutz beschritten. Das Beispiel zeigt, dass sich die Bürger aktiv für den Arten- und Naturschutz engagieren, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz heute zur Auftaktveranstaltung der neuen Stiftung im Kloster Donndorf. Viele Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste. Thüringen engagiert sich insbesondere für den Schutz der Fledermausart Kleine Hufeisennase, die bundesweit vom Aussterben bedroht ist und in Thüringen verbreitet ist.
Ausschnitt Rede Reinholz
Die gute Zusammenarbeit zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Fledermausschutz soll fortgesetzt werden, so Minister Reinholz. Besonders erfolgreich ist die Aktion Fledermausfreundlich. Thüringer Bürger, die sich für den Erhalt von Fledermausquartieren einsetzen, werden mit einer Plakette ausgezeichnet. Inzwischen wurden über 900 Plaketten vergeben. Minister Reinholz ist in diesem Jahr Schirmherr der Aktion, die mittlerweile in fast allen Bundesländern übernommen wurde. Die Aktion Fledermausfreundlich bezeichnete Reinholz als Wohnungsbauprogramm für Fledermäuse!
Martin Biedermann von der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V., der auch als Kurator antrat, erinnerte daran, dass durch den massenweisen Einsatz von DDT (Insektenvernichtungsmittel) die Fledermäuse weltweit fast ausgerottet worden wären. Er begrüßte, dass sie die Meinung der Bevölkerung zur Fledermaus zum Positiven gewandelt hat. Das zeiget sich, so Biedermann, dass es bereits Fledermausfeste gibt.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Umweltminister kam dagegen von Adrian Jost (Naturstiftung David). Angesichts des noch niedrigen Stiftungskapitals wollte er den Umweltminister animieren, trotz Ebbe in den Kassen, über eine Zustiftung nachzudenken. Er ging da auf ein Beispiel aus dem Land Brandenburg ein.
Wenn Wolfgang Sauerbier abschließend sagte, jeder sollte seine Ideen in die neue Stiftung einbringen, so ist wohl schon eine gute Saat ausgelegt worden. Teilnehmer aus den Regionen Leipzig, Braunschweig und Sangerhausen zeigte, dass das Interesse über die Ländergrenzen Thüringens hinaus ging.
Hintergrund:
Die Stiftung Fledermaus wurde im Jahr 2009 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Erfurt anerkannt. Stifterin ist die Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V. Seit 16 Jahren ist der Fachverband, in dem sich alle ehrenamtlichen Fledermausschützer Thüringens versammelt haben, ein verlässlicher Partner des Thüringer Umweltministeriums.
Das Stiftungskapital beträgt 25.000 Euro. Davon sind 5.000 Euro das Preisgeld des 1. Thüringer Naturschutzpreises, welchen die Interessengemeinschaft im Dezember 2008 erhalten hat.
Bildergalerie: In einer Live-Schaltung war die Ansammlung von Fledermäusen im Dachboden des Gebäudes im Kloster Donndorf zu sehen.
Für die feierliche Umrahmung der Veranstaltung sorgten Ronald Uhlig und Maria Henneberg
Autor: khh
Stiftung Fledermaus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Das kleine Örtchen Donndorf am Rande der "Hohen Schrecke" kam heute in Zeichen Fledermaus groß raus. "Hast Due die Fledermaus im Haus, sei Dir gut beschieden", mit diesem chinesischen Sprichwort eröffnete Quasihausherrin Ortsbürgermeisterin, und "nebenbei" noch Landtagsmitglied Gudrun Holbe (CDU) die Gründungsversammlung der neuen Fledermausstiftung. Das der Ort auch so gut gewählt war, zeigte die Plakette "fledermausfreundlich" an der Hauswand des Klosters Donndorf, wo diese Veranstaltung stattfand. Eine nette Geste, eine gebackene Fledermaus, die man als Einzigste getrost vernichten durfte.Auch wenn er als letzter Redner dran war, im Bericht von kn kommt er (wir sind Lokalpatrioten) als erster dran, die bekannteste Fledermaus des Kyffhäuserkreises, Wolfgang Sauerbier. Wieso sagte da jemand nur des Kyffhäuserkreises? Nicht nur in Sachen Fledermaus ist Wolfgang Sauerbier weit über die Grenzen des Kyffhäuserkreises bekannt. Landrat Peter Hengstermann (CDU) würdigte in diesem Rahmen nochmals 45 Jahre Naturschutzarbeit, die er auch im Landratsamt umgesetzt hat.
Für Wolfgang Sauerbier (Bild oben) ist die Gründung dieser Stiftung nur der erste Schritt. Er stellte mit seinen fünf Säulen der weiteren Arbeit (Gestalten, Vernetzen, Informieren, Koordinieren und Dokumentieren) die auf die Stiftung zu kommende Arbeit dar. Viele Projektideen (z. B. die Landesfauna 2011) haben bei ihm schon Formen angenommen. Aber auch seine Idee des fledermausfreundlichen Dorfes sollte nicht vergessen werden. Wichtig wird sein, so Sauerbier, ein Informationszentrum für Fledermäuse zu schaffen. Er betonte, dass Fledermausschutz Artenschutz ist und der Lebensraumgestaltung dient.
Jürgen Reinholz, Wolfgang Sauerbier, Dr. Volker Sklenar, Gudrun Holbe und Peter Hengstermann
Nicht nur der ehemalige Landwirtschaftsminister Dr. Volker Sklenar (von Sauerbier als Fledermausfan gewürdigt) sondern auch der aktuelle Thüringer Umwelt- und Landwirtschaftminister Jürgen Reinholz (CDU) unterstrich schon mit seiner Teilnahme, dass er den Fledermausschutz seines Amtsvorgängers weiterführen will.
Mit der Gründung der Stiftung Fledermausschutz werden in Thüringen neue Wege im ehrenamtlichen Naturschutz beschritten. Das Beispiel zeigt, dass sich die Bürger aktiv für den Arten- und Naturschutz engagieren, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz heute zur Auftaktveranstaltung der neuen Stiftung im Kloster Donndorf. Viele Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste. Thüringen engagiert sich insbesondere für den Schutz der Fledermausart Kleine Hufeisennase, die bundesweit vom Aussterben bedroht ist und in Thüringen verbreitet ist.
Ausschnitt Rede Reinholz
Die gute Zusammenarbeit zwischen behördlichem und ehrenamtlichem Fledermausschutz soll fortgesetzt werden, so Minister Reinholz. Besonders erfolgreich ist die Aktion Fledermausfreundlich. Thüringer Bürger, die sich für den Erhalt von Fledermausquartieren einsetzen, werden mit einer Plakette ausgezeichnet. Inzwischen wurden über 900 Plaketten vergeben. Minister Reinholz ist in diesem Jahr Schirmherr der Aktion, die mittlerweile in fast allen Bundesländern übernommen wurde. Die Aktion Fledermausfreundlich bezeichnete Reinholz als Wohnungsbauprogramm für Fledermäuse!
Martin Biedermann von der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V., der auch als Kurator antrat, erinnerte daran, dass durch den massenweisen Einsatz von DDT (Insektenvernichtungsmittel) die Fledermäuse weltweit fast ausgerottet worden wären. Er begrüßte, dass sie die Meinung der Bevölkerung zur Fledermaus zum Positiven gewandelt hat. Das zeiget sich, so Biedermann, dass es bereits Fledermausfeste gibt.
Ein Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Umweltminister kam dagegen von Adrian Jost (Naturstiftung David). Angesichts des noch niedrigen Stiftungskapitals wollte er den Umweltminister animieren, trotz Ebbe in den Kassen, über eine Zustiftung nachzudenken. Er ging da auf ein Beispiel aus dem Land Brandenburg ein.
Wenn Wolfgang Sauerbier abschließend sagte, jeder sollte seine Ideen in die neue Stiftung einbringen, so ist wohl schon eine gute Saat ausgelegt worden. Teilnehmer aus den Regionen Leipzig, Braunschweig und Sangerhausen zeigte, dass das Interesse über die Ländergrenzen Thüringens hinaus ging.
Hintergrund:
Die Stiftung Fledermaus wurde im Jahr 2009 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Erfurt anerkannt. Stifterin ist die Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V. Seit 16 Jahren ist der Fachverband, in dem sich alle ehrenamtlichen Fledermausschützer Thüringens versammelt haben, ein verlässlicher Partner des Thüringer Umweltministeriums.
Das Stiftungskapital beträgt 25.000 Euro. Davon sind 5.000 Euro das Preisgeld des 1. Thüringer Naturschutzpreises, welchen die Interessengemeinschaft im Dezember 2008 erhalten hat.
Bildergalerie: In einer Live-Schaltung war die Ansammlung von Fledermäusen im Dachboden des Gebäudes im Kloster Donndorf zu sehen.
Für die feierliche Umrahmung der Veranstaltung sorgten Ronald Uhlig und Maria Henneberg



























