Kulturforum fortgesetzt
Freitag, 21. Mai 2010, 20:40 Uhr
Mit drei Grundsatzreferaten wurde die 1. Kulturkonferenz Thüringens in Sondershausen fortgesetzt. Hierzu einige Informationen...
Die Eröffnungsrede vom Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie (SPD) hatte eigentlich keine spektakulären neuen Informationen gebracht. Blieb also abzuwarten, was in den Grundsatzreferaten kam.
Vorher hatte sich nnz/kn im Saal nach einigen bekannten Gesichtern umgeschaut. Ohne vollständig sein zu wollen, wurden entdeckt: die Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, Dr. Birgit Klaubert, das Mitglied des Landtages Dorothea Marx (SPD) der Hochschulpräsident Jörg Wagner von der Fachhochschule Nordhausen, der Bürgermeister von Sondershausen Joachim Kreyer (CDU) und seine 1. Beigeordnete Cornelia Kraffzick (SPD), Landrat Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann (CDU), Reiner Ende Künstler aus Friedrichsrode, Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer des Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH und natürlich Prof. Dr. Eckart Lange, Leiter der Landesmusikakademie Thüringen als Mitveranstalter.
Stellenwert und Bedeutung von Kultur
Zu diesem Thema referierte Michael Schindhelm (Bild oben), Schriftsteller und Kulturberater, Theaterintendant a. D. Zuerst stellte er fest, das sich Thüringen als Heimat der deutschen Klassik gefestigt hat. Auch der Kahlschlag bei Theatern sei vermieden worden. Er sagte, das Verteilen der finanziellen Mittel mit der Gießkanne würde auf Dauer nicht helfen. Auch in Sachen Kultur müssten sich "Cluster" bilden, die schwerpunktmäßig gefördert werden müssen.
Welche Gefahren das durchaus bietet zeigt, dass er unmittelbar vorher festgestellt hatte, das sich die Städtekette Eisenach bis Jena zwar gut entwickele, aber die anderen Gebiete, wie der Norden, Süden und Osten Thüringens deutlich zurückblieben. Schein mit den "Cluster" doch nicht so zu funktionieren, könnte man jetzt spitz sagen.
Aktuelle gesellschaftliche Fragen und Rahmenbedingungen für die Kulturpolitik
Hier referierte Dr. Norbert Sievers (Bild oben), Geschäftsführer Kulturpolitische Gesellschaft e. V.' Bonn. Dr. Sievers ist Soziologe und seit 1982 Geschäftsführer der Kulturpoltischen Gesellschaft, (u. a. Cultural Contact Point); darüber hinaus Geschäftsführer des Fonds Soziokultur und ständiger Gast im Kulturausschuss des Deutschen Städtetages; Mitglied des Vorstandes des Hauses der Kultur.
Er ging vor allem auf einige grundlegende Probleme der demografischen Entwicklung ein, an denen auch die Kultur nicht vorbei komme. Für ihn gibt es eine beängstigende Entwicklung zwischen arm und reich, bei der sich die Schere zu schnell weiter öffnet, obwohl er die Sache relativierte, da sich sich um eine relative Armut handelte, vergleicht man es mit anderen Regionen der Welt.
Einige erschreckende Zahlen hatte Dr. Sievers zur Hand. So schätze er ein, dass das Interesse an der Klassik bei Jugendlichen um rund 50 Prozent gesunken sei. Auch der Bevölkerungsrückgang wird sich im Rückgang der Kulturinteressenten bemerkbar machen. Insbesondere warnte er vor der Abkopplung der Hartz IV - Empfänger von der Kultur. Da jetzt erst ein Gericht feststellt hat, dass nicht mal ein Hartz IV - Empfänger Anspruch auf einen Internetanschluss habe, was auch zur Abkoppelung vom kulturellen Leben führe.
Entwicklung des Leitbildes Kultur im kommunalen Bereich, Praxisbeispiele
Hier referierte Ulf Großmann, Kulturbürgermeister a. D. in Görlitz und ehemaliger Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages
Ulf Großmann war von 1990 bis 2008 Kulturbürgermeister in Görlitz. Görlitz, eine Stadt in Randlage, hat sich zu einer der attraktivsten Kulturstädte der Bundesrepublik entwickelt und gewinnt seit Jahren, nicht zuletzt aus diesem Grund, Einwohner dazu. Als langjähriger Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages ist Herr Großmann mit den Belangen der Kulturpolitik und -finanzierung, der Aufgabenverteilung zwischen kommunalen Gebietskörperschaften und Land bestens vertraut.
An Hand einiger Städte, wie Salzburg, Freiburg und natürlich Görlitz zeigte die dort angewendeten Leitlinien, um Beispiele zu nennen, was auf dem Gebiet der Kultur auch machbar ist.
Autor: khhDie Eröffnungsrede vom Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie (SPD) hatte eigentlich keine spektakulären neuen Informationen gebracht. Blieb also abzuwarten, was in den Grundsatzreferaten kam.
Vorher hatte sich nnz/kn im Saal nach einigen bekannten Gesichtern umgeschaut. Ohne vollständig sein zu wollen, wurden entdeckt: die Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, Dr. Birgit Klaubert, das Mitglied des Landtages Dorothea Marx (SPD) der Hochschulpräsident Jörg Wagner von der Fachhochschule Nordhausen, der Bürgermeister von Sondershausen Joachim Kreyer (CDU) und seine 1. Beigeordnete Cornelia Kraffzick (SPD), Landrat Kyffhäuserkreis Peter Hengstermann (CDU), Reiner Ende Künstler aus Friedrichsrode, Lars Tietje, Intendant und Geschäftsführer des Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH und natürlich Prof. Dr. Eckart Lange, Leiter der Landesmusikakademie Thüringen als Mitveranstalter.
Stellenwert und Bedeutung von Kultur
Zu diesem Thema referierte Michael Schindhelm (Bild oben), Schriftsteller und Kulturberater, Theaterintendant a. D. Zuerst stellte er fest, das sich Thüringen als Heimat der deutschen Klassik gefestigt hat. Auch der Kahlschlag bei Theatern sei vermieden worden. Er sagte, das Verteilen der finanziellen Mittel mit der Gießkanne würde auf Dauer nicht helfen. Auch in Sachen Kultur müssten sich "Cluster" bilden, die schwerpunktmäßig gefördert werden müssen.
Welche Gefahren das durchaus bietet zeigt, dass er unmittelbar vorher festgestellt hatte, das sich die Städtekette Eisenach bis Jena zwar gut entwickele, aber die anderen Gebiete, wie der Norden, Süden und Osten Thüringens deutlich zurückblieben. Schein mit den "Cluster" doch nicht so zu funktionieren, könnte man jetzt spitz sagen.
Aktuelle gesellschaftliche Fragen und Rahmenbedingungen für die Kulturpolitik
Hier referierte Dr. Norbert Sievers (Bild oben), Geschäftsführer Kulturpolitische Gesellschaft e. V.' Bonn. Dr. Sievers ist Soziologe und seit 1982 Geschäftsführer der Kulturpoltischen Gesellschaft, (u. a. Cultural Contact Point); darüber hinaus Geschäftsführer des Fonds Soziokultur und ständiger Gast im Kulturausschuss des Deutschen Städtetages; Mitglied des Vorstandes des Hauses der Kultur.
Er ging vor allem auf einige grundlegende Probleme der demografischen Entwicklung ein, an denen auch die Kultur nicht vorbei komme. Für ihn gibt es eine beängstigende Entwicklung zwischen arm und reich, bei der sich die Schere zu schnell weiter öffnet, obwohl er die Sache relativierte, da sich sich um eine relative Armut handelte, vergleicht man es mit anderen Regionen der Welt.
Einige erschreckende Zahlen hatte Dr. Sievers zur Hand. So schätze er ein, dass das Interesse an der Klassik bei Jugendlichen um rund 50 Prozent gesunken sei. Auch der Bevölkerungsrückgang wird sich im Rückgang der Kulturinteressenten bemerkbar machen. Insbesondere warnte er vor der Abkopplung der Hartz IV - Empfänger von der Kultur. Da jetzt erst ein Gericht feststellt hat, dass nicht mal ein Hartz IV - Empfänger Anspruch auf einen Internetanschluss habe, was auch zur Abkoppelung vom kulturellen Leben führe.
Entwicklung des Leitbildes Kultur im kommunalen Bereich, Praxisbeispiele
Hier referierte Ulf Großmann, Kulturbürgermeister a. D. in Görlitz und ehemaliger Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages
Ulf Großmann war von 1990 bis 2008 Kulturbürgermeister in Görlitz. Görlitz, eine Stadt in Randlage, hat sich zu einer der attraktivsten Kulturstädte der Bundesrepublik entwickelt und gewinnt seit Jahren, nicht zuletzt aus diesem Grund, Einwohner dazu. Als langjähriger Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages ist Herr Großmann mit den Belangen der Kulturpolitik und -finanzierung, der Aufgabenverteilung zwischen kommunalen Gebietskörperschaften und Land bestens vertraut.
An Hand einiger Städte, wie Salzburg, Freiburg und natürlich Görlitz zeigte die dort angewendeten Leitlinien, um Beispiele zu nennen, was auf dem Gebiet der Kultur auch machbar ist.







