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Gemeinsame Presseerklärung

Freitag, 28. Mai 2010, 20:16 Uhr
Der Deutscher Club für Bullterrier e.V., die Gesellschaft der Bullterrier Freunde e.V., die Staffordshire- Hilfe e.V., Bullterrier in Not e.V., der TS Pitbull, Stafford & Co. Köln e.V. und der Hund und Halter e.V. haben gegenüber kn eine gemeinsame Presseerklärung abgegeben, die wir ihnen im vollen Wortlaut nicht vorenthalten wollen...

Beißvorfall am 21.05.2010 in Oldisleben {Thüringen}

Der durch Hunde verursachte Tod eines kleinen Mädchens ist furchtbar und erschütternd. Insofern gibt es nichts zu beschönigen oder zu relativieren, zumal Erklärungsversuche den Vorfall nicht ungeschehen machen. Vielmehr gilt es nun, alles daran zu setzen, vergleichbare Ereignisse künftig zu vermeiden.

Dazu mag - wie aus der Politik zu vernehmen - durchaus eine Überarbeitung der Thüringer Gefahrhundeverordnung beitragen. Sinnvoll wäre es insofern ohne jeden Zweifel, vom Halter eines jeden Hundes einen Nachweis seiner Sachkunde zu verlangen. Denn wer sich - vor allem bevor er sich einen Hund anschafft - mit dem Verhalten von Hunden gegenüber Menschen und Tieren befassen muss erkennt gefahrgeneigte Situationen eher und reagiert besser sowie in aller Regel auch richtiger als ein unbedarfter Hundehalter, der frei nach dem Motto:

„Es ist noch immer gutgegangen" dem Geschehen seinen Lauf läßt. Ferner ist es richtig und wichtig, dass jeder Hund haftpflichtversichert und mit einem Mikrochip gekennzeichnet ist.

Nicht zielführend zur Abwehr von Hunden ausgehenden Gefahren ist allerdings die Einführung einer Liste vermeintlich gefährlicher Hunderassen. Nicht nur, dass wissenschaftlich lange geklärt ist, dass von Hunden bestimmter Rassen keine höheren Gefahren ausgehen als von anderen, nicht gelisteten Rassen; auch statistisch wird dies nicht nur, aber gerade in Thüringen durch die aktuelle Liste der Vorkommnisse mit Hunden im 3ahr 2009 belegt. Denn in diesem Zeitraum wurden in Thüringen durch die Hunderassen American Staffordshire Terrier, Staffordshire und Pit Bullterrier, sowie Mischlinge dieser Rassen zusammen gerade einmal etwa 5 Prozent sämtlicher Vorfälle verursacht. Hunde der Rassen Labrador und Golden Retriever hingegen zeichneten für 10 Prozent, Schäferhunde für knapp 30 Prozent der Vorfälle verantwortlich. Die vermeintlich besonders gefährlichen Bullterrier sind überhaupt nicht aufgefallen.

Nach alledem bleibt festzuhalten, dass zur effektiven Gefahrenabwehr eine Rasseliste ein gänzlich untaugliches Mittel ist. Wichtig ist zum einen, Sachkunde und Verantwortungsbewusstsein von jedem Hundehalter einzufordern; zum anderen muss auf Bundesebene endlich das seit langem geforderte Heimtierzuchtgesetz verabschiedet werden, welches nur noch eine kontrollierte und artgerechte Zucht durch sachkundige Züchter zulässt und ausschließlich gewinnorientierten Vermehren von Hunden einen Riegel vorschiebt.
Lars-Jürgen Weidemann
2. Vorsitzender Hund und Halter e.V.

Autor: khh

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